Neue Datenbanken für die Altertumswissenschaften

„Der Neue Pauly“, als Enzyklopädie in 18 Bänden zwischen 1996 und 2003 im Metzler-Verlag (Stuttgart) erschienen, hat sich als zentrales aktuelles Nachschlagewerk zum klassischen Altertum und seiner Rezeptionsgeschichte etabliert. Seit dem Jahr 2004 erscheinen außerdem Supplementbände. Das Hauptwerk ist nun gemeinsam mit der englischsprachigen Ausgabe „The New Pauly“ (ersch. 2002-2010) als Online-Angebot des Verlags Brill (Leiden, Niederlande) verfügbar und kann von registrierten Leserinnen und Lesern der Staatsbibliothek auch im Remote access konsultiert werden.
Der einem interdisziplinären Ansatz folgende „Neue Pauly“ gliedert sich in die eigentliche Enzyklopädie der antiken Welt und einen rezeptionsgeschichtlichen Teil. Gegenüber dem epochalen, immer noch unersetzten Vorgängerwerk, „Paulys Realencyclopädie der klassischen Altertumswissenschaft“ (ersch. 1893-1978), wurden für die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen des „Neuen Pauly“ wichtige Themen der jüngeren Forschung bestimmend: so der prägende Einfluss des Orients auf die griechisch-römische Kultur, ihre Wechselbeziehungen mit den sie umgebenden Kulturen, Fragestellungen der Wirtschafts-, Sozial- und Alltagsgeschichte, der Blick auf die antiken Religionen als Teil einer umfassend verstandenen Kulturgeschichte, die historische Geographie der Alten Welt, schließlich die Transformation der Antike am Übergang zum Mittelalter in West und Ost. Der rezeptionsgeschichtliche Teil behandelt u.a. Literatur, Wissenschaftsgeschichte, Erziehungs- und Bildungsgeschichte, Naturwissenschaften, Recht, Religion, Architektur und Kunstgeschichte, die Entwicklung der geistesgeschichtlichen Konzepte, die Genese von Epochenbegriffen sowie die Geschichte der Altertumswissenschaften.

Das „Supplementum epigraphicum Graecum“ (SEG), das jährlich erscheinende Quellenrepertorium zu neu publizierten antiken griechischen Inschriften, bietet sowohl die Originaltexte mit kritischem Apparat als auch bibliographische Angaben und Zusammenfassungen zu Forschungsliteratur, in der griechische Inschriften als Quellen ausgewertet sind. Außerdem werden neue Lesarten und Interpretationen bereits bekannter Inschriften verzeichnet. Es dokumentiert damit den kontinuierlichen Zuwachs an Quellen für Geschichte, Kultur und Gesellschaft der Alten Welt.
Mit der ebenfalls vom Verlag Brill publizierten Online-Datenbank ist es erstmals möglich, durch eine Volltextsuche über alle Jahresbände des SEG hinweg nach Stichwörtern in den Quellentexten, aber auch nach Themen, antiken Orten und Jahresangaben zu suchen und diese Suchansätze miteinander zu kombinieren. Auch in den zahlreichen Indizes und Konkordanzen des SEG, die in der Datenbank erstmals in kumulierter Form vorliegen, sowie in der geographischen Systematik kann geblättert und gesucht werden. Schließlich können in der Forschungsliteratur mit ihrer SEG-Nummer zitierte Inschriften direkt aufgerufen werden. — Auch das SEG online können registrierte Leserinnen und Leser der Staatsbibliothek im Remote Access nutzen. Zusammen mit der frei zugänglichen Datenbank Searchable Greek inscriptions des Packard Humanities Institute besteht damit ein optimaler Zugang zu den Quellen der griechischen Epigraphik im elektronischen Volltext.
weiterführende Links: Der Neue Pauly/Brill’s New Pauly online Supplementum epigraphicum Graecum online Der Neue Pauly (gedruckte Ausgabe) Supplementum epigraphicum Graecum (gedruckte Ausgabe) Searchable Greek Inscriptions Fachinformation Altertumswissenschaften Fachinformation Klassische Philologie

0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.