SoNAR (IDH) – Interfaces to Data for Historical Social Network Analysis

Soziale Netzwerke sind in aller Munde. Über Facebook, Twitter und Co. hören wir regelmäßig in der Tagesschau. Die Verletzung von Datenschutz, die Manipulation öffentlicher Meinungen sind dabei die eine Seite, einfach im Kontakt mit Freunden und Bekannten bleiben sind die andere Seite.

Beziehungen sind das Fundament unseres menschlichen Zusammenlebens, und es hat sie natürlich ohne technische Plattformen auch immer und in vielfältigen Formen gegeben, z.B. in Familien, Stämmen, Dörfern und Städten, Interessengemeinschaft, Parteien und Kirchen. Das Zusammenwirken ist eine Säule des Wirkens eines jeden – in verschiedenen Positionen, in unterschiedlichen Rollen. Die Betrachtung von Beziehungen in Studien über soziale Phänomene kann daher ausgesprochen gewinnbringend sein, wie vor allem soziologische Studien auf der Basis der Sozialen Netzwerkanalyse, kurz SNA, zeigen.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Juli 2019 für zwei Jahre geförderte Projekt SoNAR (IDH), Interfaces to Data for Historical Social Network Analysis and Research, untersucht wissenschaftliche, technische und organisatorische Methoden, um die sozialen Bindungen vergangener Generationen ohne Facebook & Co. für sozialwissenschaftliche und historische Studien sichtbar zu machen.

Im Zentrum steht dabei die Frage, ob und mit welchen Methoden die in den vergangenen Jahrzehnten in Kulturerbeeinrichtungen digitalisierten Kataloge (Meta- und Normdaten) und Textobjekte (OCR, Transkriptionen) für die Analyse und Exploration von sozialen Beziehungen aufbereitet und nutzbar gemacht werden können. Die Partner dieses Projekts sind neben der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, das

Sukzessive werden im Projektverlauf diverse Seiten der historischen Netzwerkanalyse mit zunehmender Komplexität betrachtet und ein Konzept für Aufbau und Betrieb einer Forschungstechnologie erarbeitet. Der Schwerpunkt liegt auf Technologien zur Datenaufbereitung und -bereitstellung sowie zur Interaktion und Visualisierung der Daten. Querschnittsaspekte sind einerseits Fragen nach der „Datenerhebung“ für fehlende oder fehlerhafte Ausgangsdaten sowie andererseits die Sicherung der Datenqualität und ganz wesentlich der Benutzerfreundlichkeit von Nutzerschnittstellen.

Auf der Projektwebsite https://sonar.fh-potsdam.de werden Projekt und Projektpartner sowie Aufgaben und Testdatenbestände vorgestellt. Auch finden Interessierte dort die öffentliche Version des DFG-Antrags. Über Zwischen- und Projektergebnisse wird hier und in künftigen Workshops berichtet werden. Es wird schwer sein zeigen zu können, wann soziale Netzwerke früher und heute zu Konflikten oder Unterstützung führen. Es soll aber möglich sein, Muster für weitere Untersuchungen sichtbar zu machen.

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