Beiträge

QURATOR 2020 – Konferenz zu Digitalen Kuratierungstechnologien

Sie möchten wissen, wie Künstliche Intelligenz Sie bei der digitalen Kuratierung unterstützen kann? Dann kommen Sie zu QURATOR 2020 – Conference on Digital Curation Technologies am 20. und 21. Januar 2020 in Berlin!

Hier werden neueste Kuratierungstechnologien für Branchen wie Medien, Kultur, Logistik, Gesundheit oder Energie und Industrie vorgestellt. In praxisnahen Anwenderworkshops  werden konkrete Use Cases erarbeitet – für Storytelling und Ausstellungskuratierung, Risiko-Monitoring, Prozess- und Wissensmanagement, personalisierte Medizin und weitere vielversprechende Anwendungsfelder.

Wer heute nicht digital kommuniziert, findet nicht statt. Unternehmen und Organisationen müssen also immer mehr Inhalte, Daten und Wissen aufbereiten – für eine wachsende Anzahl an Ausgabegeräten und Medien, und natürlich so schnell wie möglich. Allerdings bleibt dafür im Alltag kaum Zeit. Die Folge: Durch unstrukturierte Daten geht wertvolles Wissen verloren – und damit auch die Möglichkeit, Dienstleistungen, Geschäftsprozesse und Lieferketten im Rahmen des Wissensmanagements zu optimieren.

Die Lösung? Kuratierungstechnologien. Im Projekt QURATOR (qurator.ai), an dem die Staatsbibliothek zu Berlin mitwirkt und zu dem wir auch hier im Blog schon mehrfach berichtet haben, werden eine Reihe KI-basierter Services und intelligente Tools zur Unterstützung von Wissensarbeiter*innen, Geschäftsstrategen und Medienverantwortlichen entwickelt, die den kompletten Zyklus der Inhalte-Kuratierung abdecken: von der automatisierten Inhaltsanalyse und –kennzeichnung, über die Vorbereitung und Anreicherung bis hin zur Produktion für verschiedene Formate und Geräte.

Zwei Tage – ein Ziel: Kuratierungstechnologien revolutionieren das Informationsmanagement

Auf der zweitägigen Konferenz werden Anwendungsfelder für Kuratierungstechnologien für verschiedene Branchen – Medien, Kultur, Logistik, Gesundheit, Energie und Industrie – vorgestellt und in Workshops konkrete Use Cases erarbeitet. Am ersten Tag stellen die QURATOR-Partner ihre Projekte vor. Ausgewählte Aspekte werden in Gastbeiträgen vertieft. Der zweite Tag ist praxisorientiert: In Hands-on Workshops erarbeiten unsere QURATOR-Expert*innen gemeinsam mit Ihnen konkrete, branchenspezifische Anwendungsszenarien z.B. für Storytelling und Ausstellungskuratierung, Risiko-Monitoring, Prozess- und Wissensmanagement, personalisierte Medizin und weitere vielversprechende Aufgabengebiete.

Ein weiteres Ziel der Konferenz ist es, traditionelle Silos aufzubrechen und bislang isoliert betrachtete Forschungsfelder zusammenführen: Künstliche Intelligenz und Semantic Web, Datenanalyse und Machine Learning, Informations-/Content- und Wissensmanagement-Systeme, Information Retrieval, Knowledge Discovery und Computerlinguistik – Innovationen garantiert!

Weitere Informationen und Registrierung: https://qurator.ai/conference-qurator-2020/.

ELAG2019 in der Staatsbibliothek zu Berlin

Die ELAG (European Library Automation Group) Konferenz bietet seit mehr als 40 Jahren ein gern genutztes Forum für den fachlichen Austausch vorrangig europäischer IT-Spezialisten und BibliothekarInnen (https://elag.org/). Die jährlichen Konferenzen dienen vertieften Diskussionen vorrangig technischer Themen und fördern den informellen Austausch von Ideen und Erfahrungen. Vom 7. bis zum 10. Mai wird die diesjährige ELAG-Konferenz in der Staatsbibliothek zu Berlin stattfinden. Wir freuen uns, mit dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg der gemeinsame Gastgeber der Konferenz zu sein. Das Programm und Registrierungsmöglichkeiten finden Sie auf https://www.elag2019.de/.

Power of People – Die re:publica 2018

Unter dem Motto POP hat sich vom 02. bis 04. Mai in Berlin die digitale Welt getroffen und die Referendarinnen des Jahrgangs 2017 haben sich für die SBB umgesehen. Mit POP nahm die re:publica 18 nicht nur Bezug auf die Filterbubbles, in denen wir uns alle bewegen und auf die Popkultur, die uns alle umgibt: POP steht auch für Power of People und für die Frage, wer die Entwicklung von Digitalisierung und Virtualisierung bestimmt und wem die Veränderungen zu Gute kommen.

Eröffnung der re:publica 18. Foto: Larissa Schmid.

Gleich die Opening Keynote von Danah Boyd, die in New York das Institut für Data & Society mitbegründet hat, hat sich deshalb mit der Frage beschäftigt, wie die Algorithmen der großen Plattformen wie Google unseren Alltag beeinflussen: Den meisten User_innen ist bewusst, dass die Plattformen mit den Daten der Besucher_innen Geld verdienen und wer kennt nicht die personalisierten Werbeanzeigen, die ohne guten Adblocker auf jeder Website und bei jedem neuen Klick anzutreffen sind? Aber auch politische Meinungsbildung funktioniert mehr und mehr über diese Plattformen, wobei politische Kräfte die Algorithmen gezielt ausnutzen können und so die Aufmerksamkeit im Netz steuern. In diesem umfangreichen Problemfeld ist es aber zu kurz gedacht, wenn der schwarze Peter den digitalen Technologien zugeschoben wird: Im Kern geht es nämlich um Probleme, die längst aus der analogen Welt bekannt sind und digital nur sichtbarer und somit verstärkt werden.

Peter Frase vom Jacobin Magazine betonte entsprechend, dass auch die in Presse und Politik allgegenwärtige „automation anxiety“ kein neues Phänomen ist. Schon seit der Industrialisierung ist die Angst vor Automatisierung und Jobverlust fester Bestandteil der modernen Arbeitswelt geworden. Trotz dieser Entwicklung hat sich die Arbeitszeit aber nicht relevant verringert, so dass sich auch hier die Frage stellt: Wer profitiert von Digitalisierung und Automatisierung?

Im Innenhof der re:publica 18. Foto: Larissa Schmid.

Eine Alternative zu den sogenannten Big Five im Internet (Apple, Google, Microsoft, Amazon und Facebook) zeigte der Kultur- und Medienwissenschaftler Trebor Scholz von der New School in New York auf: Auf Plattformen, die den Nutzer_innen selbst gehören, können sich verschiedenste Gruppen organisieren und kooperativ bzw. genossenschaftlich zusammen arbeiten: Es gibt also keine Firma, der die Plattform gehört und die ein eigenes ökonomisches Interesse hat, sondern die Nutzer_innen designen und konfigurieren eine Plattform nach Ihren Bedürfnissen. Der Fotoanbieter Stocksy oder die auf Absicherung von Selbstständigen ausgerichtete Seite SMart sind nur zwei der Vorreiter auf diesem Gebiet. Ab Herbst 2018 soll beispielsweise auch fairbnb als kooperative Alternative zu airbnb in Betrieb gehen.

Dass derartige Initiativen nicht nur für Medien und Wirtschaft interessant sind, berichtete Jim Groom: Um die Daten von Studierenden zu schützen, wurde an der University of Mary Washington die Initiative Domain of One’s Own entwickelt. Ziel ist es, an Universitäten und ihre Studierenden eigenen Webspace inkl. eigener Domains zu vergeben, so dass die Nutzer_innen selbst entscheiden können, wer wann wofür Zugriff auf persönliche Daten erhält.

Aber wo sind in dieser  Vielzahl von Akteur_innen, die sich im Netz und der digitalen Welt im Bereich der Informationsvermittlung bewegen, die Bibliotheken zu verorten? Im Gegensatz zu kommerziellen Plattformen, Anbietern und Suchmaschinen garantieren Bibliotheken einen sicheren Umgang mit persönlichen Nutzerdaten und schließen eine Weitergabe an Dritte aus. Die Bibliotheken haben kein ökonomisches Interesse an den persönlichen Daten, sondern erfüllen stattdessen als öffentliche Einrichtungen den Auftrag, Wissen möglichst offen und barrierefrei zugänglich zu machen. Während Katherine Maher von Wikimedia also freies Wissen noch als radikalen Akt anpreist, sind Bibliotheken eigentlich längst soweit und wären deshalb prädestiniert für eine aktivere Rolle in der Entwicklung von Retrieval-Systemen, bei denen die Privatsphäre der NutzerInnen bewahrt wird und die trotzdem individuell hervorragende Ergebnisse liefern.

Im Ausstellungsbereich der re:publica 18. Foto: Larissa Schmid.

Dabei haben aber auch die Bibliotheken noch einen weiten Weg vor sich: Die Kritik zahlreicher Panels, z.B. von Safiya Umoja Noble zeigte nämlich, dass die meisten Suchmöglichkeiten nicht repräsentativ sind. Stattdessen spiegeln sich gesellschaftliche Vorurteile und Rasissmen in den Suchergebnissen wider und werden im Netz wieder und wieder reproduziert. Demnach werden große Teile der Bevölkerung systematisch diskriminiert oder gar vom Zugang zu Informationen ausgeschlossen. Aus diesen Forschungen gilt es für Bibliotheken zu lernen, um die Themen Diversity und gendergerechte Sprache im Bibliotheksangebot weiter zu verankern.

Bibliotheken könnten sich zudem weitaus stärker als offene Kreativräume, sogenannte Makerspaces, begreifen. Ziel dieser Makerspaces ist, wie das Panel der Stadtbibliothek Köln mit dem MIT Media Lab gezeigt hat, zum einen die Vermittlung von neuen technischen Geräten (Roboter, 3D-Drucker), zum anderen aber auch die Wissensvermittlung in neuen Formaten (Lerngruppen, peer-to-peer-learning), um die zentrale Rolle von Bibliotheken als Ort der Wissensvermittlung weiter auszubauen. Oft sind Bibliotheken ideale Orte, um interaktives Lernen in heterogenen Teams auszuprobieren. In diesem Kontext wird in Berlin vom 12. bis 15. September die Next Library Conference an der ZLB stattfinden, welche sich zum Ziel gesetzt hat, neue Potentiale von öffentlichen Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Aber auch wissenschaftliche Bibliotheken können mit Angeboten wie Digital Humanities Labs punkten und sind vor allem als Vermittler von Informationskompetenz und Recherchefähigkeiten von unschätzbarem Wert.

Alle Panels der re:publica wurden aufgezeichnet und können im Youtube-Kanal der re:publica angesehen werden. Viel Spaß dabei!

Blogbeitrag von Larissa Schmid und Barbara Heindl

Events

E.T.A. Hoffmann-Konferenz am 28.11.

Von Steampunk über Graphic Novel zu Disney – Der intermediale Kosmos der aktuellen E.T.A. Hoffmann-Rezeption



Abschlusskonferenz zum Projekt E.T.A. Hoffmann Portal 2

  • Termin

    Do, 28. November 2019
    10.30-17.00 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Simón-Bolívar-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)



E.T.A Hoffmann Konferenz | CC BY-NC-SA


Am 28. November 2019 veranstaltet die Staatsbibliothek zu Berlin in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft eine kleine Konferenz unter dem Titel Von Steampunk über Graphic Novel zu Disney – Der intermediale Kosmos der aktuellen E.T.A. Hoffmann-Rezeption. Anlass ist der Abschluss des Projekts E.T.A. Hoffmann Portal 2 zum Jahresende 2019. Auf der Konferenz werden die beiden Arbeitsschwerpunkte des dreijährigen Projekts in zwei Sektionen gewürdigt: Die Digitalisierung von Hoffmanniana aus der Staatsbibliothek zu Berlin und weiteren Einrichtungen am Vormittag und die Ausweitung der Portalinhalte auf die Bereiche Einflüsse und Rezeption am Nachmittag.

Sie sind herzlich eingeladen!

28. November 2019
10.30-17.00 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Simón-Bolívar-Saal
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Anmeldung

Die Anmeldung ist ab sofort bis zum 21. November 2019 möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Plätze für das gemeinsame Abendessen im Anschluss (Selbstzahler) sind begrenzt. Bitte teilen Sie uns bei der Anmeldung mit, wenn Sie daran teilnehmen möchten. Bei der Online-Anmeldung nutzen Sie dazu bitte das Feld „Institution/Ort“. Wir melden uns umgehend, ob wir für Sie einen Platz reservieren konnten.

Zur Anmeldung

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Programm

10.30 Begrüßung
10.45 Das Projekt E.T.A. Hoffmann Portal 2 – Ergebnisse und Ausblick

Dr. Christina Schmitz, Staatsbibliothek zu Berlin
Ursula Jäcker, Staatsbibliothek zu Berlin

11.30 Kaffeepause
11.45 Die Akte Hoffmann – Quellen aus dem Geheimen Staatsarchiv erstmals online zugänglich

Dr. Ulrich Kober, Geheimes Staatsarchiv
Dr. Christina Schmitz, Staatsbibliothek zu Berlin

12.30 Schwester Monika – Ein Apokryph

Prof. Markus Bernauer, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

13.15 Mittagspause
14.15 E.T.A. Hoffmann im Comic

Prof. Volker Schlecht, University of Applied Sciences Europe

15.00 E.T.A. Hoffmann und ‚Coppelius‘: Zur modernen Rezeption in Musik und Oper des 21. Jahrhunderts

Dr. Stefanie Junges, Ruhr-Universität Bochum

15.45 Kaffeepause
16.00 Von Barbie bis Disney – E.T.A. Hoffmann neu verfilmt

Dr. Anett Werner-Burgmann, Humboldt-Universität Berlin

16.45 Kleiner Rundgang zur Präsentation neuer unikaler Schätze

Ursula Jäcker, Staatsbibliothek zu Berlin

17.00 Schluss mit kleinem Weinempfang
18.00 Gemeinsames Abendessen im Lokal Joseph Roth-Diele (Selbstzahler)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.