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Neu im VD 17: Spezialbibliotheken der Bundeswehr

Erfassung der bislang wenig bekannten historischen Sammlungen der Spezialbibliotheken der Bundeswehr in der VD 17-Datenbank erfolgreich abgeschlossen! Weitere 50 Nova gefunden!

Ein Beitrag von Friederike Willasch.

Die Staatsbibliothek zu Berlin als VD 17-Trägerbibliothek unterstützt immer wieder gerade kleinere Bibliotheken und Institutionen, die ihre Bestände im VD 17 nachweisen möchten. Nach der St. Nikolai-Kirchenbibliothek in Berlin-Spandau  im Jahr 2015 und der St. Bartholomäuskirche in Röhrsdorf bei Meißen im Jahr 2017 leistete die Abteilung Historische Drucke dieses Mal der Bundeswehr Schützenhilfe.

In Zahlen

Auf diesem Wege konnten jetzt insgesamt fast 500 Titel aus den militärhistorischen Sammlungen der Spezialbibliotheken der Bundeswehr verzeichnet werden, darunter überwiegend Bände aus den Bereichen Kriegskunde und Festungsbau. Zudem nicht untypisch für frühneuzeitliche Sammlungen: Etwa 40% der Titel sind Dissertationen. Besonders sind dabei die Königsberger medizinischen Dissertationen hervorzuheben, die über die Hälfte der insgesamt 50 neuen Titel ausmachen, die bisher noch gar nicht im VD 17 verzeichnet waren. Soweit konservatorisch möglich wurden die Nova durch die Staatsbibliothek zu Berlin im Rahmen des VD 17-Unika Projekts digitalisiert und sind über die Digitalisierten Sammlungen der SBB zugänglich.

 

Illustration einer Festung auf einer Felsklippe im Meer in Pietro Sardis „Couronne Imperiale De L’Architecture Militaire“ (1623). Bibliothek/Fachinformationsstelle des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Potsdam. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Kriegskunde und Festungsbau

Zu den Bibliotheken, die ihre militärhistorischen Bestände im VD 17 verzeichnen ließen, gehört die Bibliothek des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr  in Potsdam, die neben einem ca. 250.000 Bände zählenden Bestand zur nationalen und internationalen Militärgeschichte über zahlreiche Drucke des 16. bis 19. Jahrhunderts verfügt,  darunter viele Werke mit Schwerpunkt Festungsbau aus der Burgsdorff-Sammlung.

Religionskriege in Frankreich

Für das VD 17 sind dabei 174 Titel relevant, die nun in der Datenbank nachgewiesen sind. 13 davon sind bisher nur in Potsdam nachgewiesen, so zum Beispiel Le Parfaict Capitaine von Henri de Rohan in deutscher Übersetzung aus dem Jahr 1670 und gedruckt im niederschlesischen Dyhernfurth an der Oder (das Original ist 1636 in Paris erschienen). Es war nicht das einzige, aber doch das Schlüsselwerk des Anführers der Hugenotten in den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts in Frankreich. Er befasste sich mit dem Verhältnis von Festungs- und Belagerungskriegen und Schlacht, von Kriegskunst und Staatskunst.

Neue Waffentechnologie

Neben der strategischen Annäherung an das Thema Festungsbau kamen in der Frühen Neuzeit vor allem auch neue mathematisch-geometrische Methoden in der Militärarchitektur zur Anwendung. Bereits im 16. Jahrhundert nahm entsprechende Traktatliteratur im Militärwesen zu, darunter z.B. auch über Festungsarchitektur ggf. mit anschaulichen Illustrationen und Musterlösungen, an denen sich die Überlegungen und Argumentationen militärischer Konstruktionen nachvollziehen lassen. Denn es galt, den Veränderungen in Kriegs- und Waffentechnologie (so z.B. der zunehmende Einsatz von Eisen oder mit Schießpulver befeuerte Kanonen) gerecht zu werden. Neue Befestigungsformen, Grundrisse, Profile der Wälle etc. wurden notwendig. Soldaten wurden zu Ingenieuren.

Namenseintrag „Jac. Aug. Thuanus“ in Pietro Sardis „Couronne Imperiale De L’Architecture Militaire“ (1623). Bibliothek/Fachinformationsstelle des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Potsdam. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Bekannte Provenienz: Bibliotheca Thuana

Großen Einfluss hatten dabei italienische Traktate, die auch im deutschen Reichsgebiet nachgedruckt wurden, z.B. die Corona imperiale dell’architettura militare des römischen Ingenieurs Pietro Sardi in französischer Übersetzung im Jahr 1623. Dieses Exemplar aus Potsdam verrät außerdem, in wessen Besitz es sich bereits befunden hatte: vermutlich kein geringerer als Jacques-Auguste de Thou (1609–1677) hatte seinen Namen auf dem Vorsatzpapier im Buch hinterlassen. Er hatte die sogenannte „Bibliotheca Thuana“ seines berühmten Vaters, des französischen Staatsmannes Jacques- Auguste de Thou (1553–1617), übernommen und noch ausgebaut, bis er noch zu Lebzeiten die etwa 13.000 Bände der Bibliothek abgeben musste, um angehäufte Schulden zu begleichen.

Kriegsbaukunst

Mit der Kriegsbaukunst beschäftigt sich auch ein Spätwerk des 17. Jahrhunderts aus dem Bestand der Bibliothek des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden. Mehrere Tafeln mit Zeichnungen – teilweise sogar koloriert – wurden in das Werk Fundamenta der Krieges-Bau-Kunst eingebunden und veranschaulichen die Ausführungen des Ingenieurs Thomas Werckner. Es handelt sich dabei um einen der 105 VD 17-relevanten Titel aus der etwa 1.000 Bände umfassenden Sammlung des Militärhistorischen Museums mit Rara-Beständen vom 16. Jahrhundert bis 1850. Einen weiteren Nachweis für das VD 17 lieferte außerdem die Bibliothek der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Grundriss einer Festung in Thomas Werckners „Fundamenta der Krieges-Bau-Kunst“ von 1697. Bibliothek/Fachinformationsstelle des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Medizinische Dissertationen in Strausberg

Des Weiteren steuerte die Bibliothek des Zentrums Informationsarbeit Bundeswehr in Strausberg als größte militärwissenschaftliche Fachbibliothek in Deutschland  (und zugleich zentrale Archiv- und Speicherbibliothek der Bundeswehr) 212 relevante Titel bei – darunter 33 neue Titel für das VD 17!

Stempel „Büchersammlung D. K. Pr. Medic. Chir. Friedr. Wilh. Instituts“. Bibliothek/Fachinformationsstelle des Zentrums Informationsarbeit Bundeswehr Strausberg. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Den Bestand in Strausberg kennzeichnen vor allem medizinische Dissertationen. Interessant ist dabei die Herkunft dieser zu einem Großteil an der Universität von Königsberg verteidigten Dissertationen, da sie alle ursprünglich aus derselben Sammlung stammten. Darauf weist ein Stempel der Bibliothek des Friedrich-Wilhelms-Instituts hin, der in den Bänden zu finden ist.

Das Institut ging 1818 aus der von Friedrich Wilhelm II. von Preußen gestifteten Pépinière hervor, die neben der Charité die wichtigste Chirurgenschule in Berlin und ein Institut zur Aus- und Weiterbildung von Militärärzten im Königreich Preußen gewesen war.

Im Jahr 1895 wurde das Friedrich-Wilhelms-Institut zunächst umbenannt, bevor es nach dem Ersten Weltkrieg gänzlich aufgelöst wurde. Die medizinische Fachbibliothek blieb jedoch erhalten, wurde sogar weitergeführt und unterstand in der Folge dem Reichsgesundheitsamt. Ein Teil der Bücher aus dieser deutschen Ärztebibliothek wurde vermutlich nach 1945 in die Sowjetunion gebracht. Die Exemplare aus Strausberg gelangten aber offenbar über die Sanitätsakademie der Bundeswehr – die nach diversen Umbenennungen und strukturellen Veränderungen ab 1997 als Nachfolgeinstitution des Friedrich-Wilhelms-Instituts gelten kann – in den historischen Bestand des Zentrums Informationsarbeit Bundeswehr in Strausberg.

Das VD 17 ist somit nun um einige sehr interessante Exemplare reicher! Für die gute Zusammenarbeit und die hervorragenden Vorarbeiten bedanken wir uns bei Frau Birgit Schulte vom Fachinformationszentrum der Bundeswehr in Bonn und allen anderen beteiligten Kolleginnen in den Spezialbibliotheken.

Neu im VD 17: Buchbestand der St. Bartholomäuskirche in Röhrsdorf bei Meißen

Weiteres Projekt zur Erfassung kleinerer Bibliotheksbestände in der VD 17-Datenbank erfolgreich abgeschlossen! Nochmals 185 Nova gefunden!

Ein Beitrag von Friederike Willasch.

Emblematische Darstellung von Bibelsprüchen in einem Gebetbuch von 1692. Kirchenbibliothek der St. Bartholomäuskirche Röhrsdorf. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Das Interesse von Bibliotheken und Institutionen an einem Nachweis ihrer Bestände im „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts“ (VD 17) ist groß – gerade auch bei kleineren Sammlungen. Die Staatsbibliothek zu Berlin als eine der VD 17-Trägerbibliotheken übernimmt immer wieder die Verzeichnung, wie etwa 2015 für die St. Nikolai-Kirchenbibliothek Spandau. Aktuell hat die Abteilung Historische Drucke die einschlägigen Bibliotheksbestände der St. Bartholomäuskirche in Röhrsdorf bei Meißen komplett im VD 17 erfasst. Und auch darunter befanden sich Drucke, die bisher nicht im VD 17 nachgewiesen waren.

Die Kirchenbibliothek zu Röhrsdorf

Im Jahr 1737 wurde die St. Bartholomäuskirche zu Röhrsdorf im barocken Stil neu gebaut und 1750 zusätzlich aufgestockt, um Platz für ein Archiv und eine Bibliothek zu schaffen. Unterstützt wurde die Kirche dabei von ihrem Patronatsherrn Johann August von Ponickau (1718-1802). Er schenkte der Kirche 200 Bände theologischen Inhalts aus seiner Privatbibliothek, die zu einem Fundament des Bibliotheksbestandes wurden.

Die Bestände der Kirchenbibliothek zu Röhrsdorf konnten außerdem durch Schenkungen und Nachlässe der ansässigen Pfarrer weiter wachsen. So stiftete zum Beispiel der Pfarrer Theodor Wilhelm Schmidt (1704–1779) der Bibliothek neben seiner Sammlung 100 Taler, deren Zinsen zur Anschaffung neuer Bücher verwendet werden sollten.

Der jetzt in der VD 17-Datenbank nachgewiesene Bestand der Kirchenbibliothek beläuft sich auf 1.570 Titel. Es handelt sich zu einem überwiegenden Teil um Dissertationen, von denen – kaum überraschend – ca. 70% theologische Dissertationen sind. Daneben finden sich insbesondere Funeralschriften wie Leichenpredigten, die auch im „Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften“ – herausgegeben von Rudolf Lenz – erfasst wurden. Eine große Anzahl der Leichenpredigten ist dabei Adeligen gewidmet und kann Einblicke in die Geschichte einiger sächsischer Adelsfamilien geben. Andere Gelegenheitsschriften des Bestandes wurden anlässlich von Festen und Einladungen, Einweihungen oder Amtsantritten angefertigt. Weitere typische Gattungen des Bestandes sind theologische Kommentare und Streitschriften, Gebet- oder Gesangbücher, darüber hinaus Predigten.

Interessant sind besonders die 185 bisher noch nicht im VD 17 nachgewiesenen Drucke, die – soweit konservatorisch möglich – durch die Staatsbibliothek zu Berlin im Rahmen des noch bis 2018 laufenden VD 17-Unika Projekts digitalisiert werden konnten. Sie stehen der Forschung jetzt über die Digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek zur Verfügung. Auch unter diesen Nova, die etwa 12% des VD 17-Bestandes der Kirchenbibliothek ausmachen, finden sich überwiegend Dissertationen und viele Gelegenheitsschriften. Bemerkenswert ist aber, dass ca. 40% der im Bestand vorhandenen Gebet- und Gesangbücher erstmalig im VD 17 verzeichnet werden konnten.

Bücher aus dem Besitz der Familie von Ponickau

Charakteristisch für viele Bände aus der Kirchenbibliothek ist die auffällige Prägung des Schriftzuges „Der Kirche zu Roehrsdorff“ auf dem vorderen Buchdeckel. Einige Bücher liefern darüber hinaus Hinweise auf ihre Vorbesitzer, wie handschriftliche Vermerke oder Supralibros. Allein der einstige Patronatsherr der Kirche, Johann August von Ponikau, hinterließ solche Spuren in 9 Exemplaren. Auf dem Titelblatt eines Gebet- und Andachtsbuches findet sich unten rechts – fast unbemerkt neben dem auffälligen schwarz-roten Titel – sein handschriftlicher Namenszug „J A v Ponicau“.

Namenszug von Johann August von Ponickau in einem Gebetbuch von 1700. Kirchenbibliothek der St. Bartholomäuskirche Röhrsdorf. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Johann August von Ponickau stammte aus einem sächsischen Adelsgeschlecht und war Hofrat des Herzogs Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg, bevor er nach dem Tod seines Vaters zunächst auf den Familienbesitz Klipphausen in der Nähe von Röhrsdorf zurückkehrte und später nach Dresden umzog. Am kursächsischen Hof in Dresden war der bibliophile Adelige überaus geschätzt und erhielt 1751 den Titel eines Geheimen Kriegsrats. Dank eines beachtlichen Erbes konnte Johann August von Ponickau eine ansehnliche Büchersammlung mit ca. 14.000 Bänden aufbauen, die er katalogisieren ließ und deren Benutzung er für wissenschaftliche Studien gestattete. Sein Interesse galt vor allem der sächsischen Geschichte.

Eine fast vollständige Erblindung und der Mangel an eigenen Nachkommen veranlassten ihn, nach einer geeigneten Unterbringung für seine Sammlung zu suchen. Neben der Stiftung an die Kirchenbibliothek zu Röhrsdorf überließ er den Großteil seiner Privatbibliothek deshalb 1789 der Universität Wittenberg. Dort überstand sie Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst unsichere Zeiten, als napoleonische Truppen die Stadt Wittenberg besetzten und die Universitätsbibliothek überstürzt geräumt werden musste. Eine Verlegung des Bestandes nach Dresden gelang nicht rechtzeitig vor Beginn der Befreiungskriege 1813, sodass die Ponickau-Sammlung zwischengelagert werden musste und erst nach dem Krieg wieder zurück nach Wittenberg gebracht werden konnte. Mit den folgenden territorialen Verschiebungen wurde auch der Verbleib der Ponickau-Sammlung neu geregelt. Da die Universitäten in Wittenberg und Halle zusammengelegt wurden, zog die Ponickau-Sammlung nach Halle um und ist dort heute als Sondersammlung Bibliotheca Ponickaviana ein bedeutender Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt.

Namenszug von Johanna Sophia von Ponickau in einem Spener’schen Gebetbuch. Kirchenbibliothek der St. Bartholomäuskirche Röhrsdorf. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Durch die Provenienzangaben ist der Bestand der Kirchenbibliothek zu Röhrsdorf auch Ausdruck ponickauischer Familiengeschichte. Denn Besitzvermerke in etwa 70 Exemplaren – manchmal sind sogar mehrere Vorbesitzer zu identifizieren – weisen auf die verwandtschaftlichen Verzweigungen der Familie von Ponickau mit der sächsisch-meißnischen Adelsfamilie von Miltitz und mit der Familie von Löschbrandt hin. So vermerkte zum Beispiel Johanna Sophia von Ponickau, eine Tante Johann Augusts, die 1701 in die Familie von Miltitz einheiratete, ihren Namen handschriftlich in einem mit Goldschnitt und verzierten Schließen versehenen Gebetbuch. Die evangelischen Gebetbücher dienten der privaten Erbauung, was auch eine Erklärung dafür sein kann, dass etwa ein Viertel dieser Besitzvermerke aus dem Umfeld der Familie von Ponickau in Gebetbüchern auftritt. Diese Bücher waren für den Gebrauch bestimmt und überdauerten daher nicht immer Jahrhunderte. Eine vollständige Erfassung aller Ausgaben aus dem 17. Jahrhundert ist kaum möglich und jeder Nachweis ein Gewinn.

Ein Kooperationsprojekt wie dieses lebt von guter Zusammenarbeit und Unterstützung vor Ort: Unser Dank gilt Pfarrer Christoph Rechenberg und Holger Reichmann, die mit ihrem Engagement und den geleisteten Vorarbeiten dieses Projekt erst möglich gemacht haben.

Embleme christlicher Tugenden in Johann Arndts Paradiesgärtlein (1686). Kirchenbibliothek der St. Bartholomäuskirche Röhrsdorf. Lizenz: CC-BY-NC-SA

 

Projekt E.T.A. Hoffmann Portal geht in die zweite Runde

Hurra – unser Folgeprojekt zum E.T.A. Hoffmann Portal ist genehmigt! Nachdem die BETA-Version des Portals nun seit Mitte Dezember online ist, neigt sich das erste Projekt zur Einrichtung des Portals (HoPo1) langsam dem Ende zu. Derzeit arbeitet unsere Entwicklerin – bis zum offiziellen Launch – kontinuierlich an der Optimierung der Funktionalitäten und der Erweiterung von Textbeiträgen und interaktiven Elementen. Parallel stellen wir aber auch schon die Weichen für unser Folgeprojekt (HoPo2), das im Januar 2017 offiziell gestartet ist und zwei neue Schwerpunkte beinhaltet: die Digitalisierung von Hoffmanniana und die Erweiterung des Angebots auf Einflüsse und Rezeption.

Während der Fokus von HoPo1 auf der Einrichtung der Infrastruktur und der Vermittlung von E.T.A. Hoffmanns Leben und Werk lag, widmet sich HoPo2 der Produktion von digitalen Inhalten und der Vermittlung von einerseits Einflüssen auf Hoffmann und andererseits der Rezeption von Hoffmann durch andere Künstler*innen und Wissenschaftsbereiche. Aktuell arbeiten wir an der Erstellung einer Liste der zu digitalisierenden Materialien und testen den eigens entwickelten Digitalisierungs-Workflow. Das Folgeprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und gliedert sich in drei inhaltliche Arbeitspakete:

1 Digitalisierung der Werke Hoffmanns, seiner Einflüsse und seiner Rezeption

Geplant ist die Digitalisierung von etwa 2.000 Bänden, darunter Erstausgaben, illustrierte Drucke, Autographe, frühe Forschungsliteratur und Werke, die E.T.A. Hoffmann nachweislich besessen hat. Hinzu kommen in Auswahl Werke, die Hoffmann in seinem Schaffen beeinflusst haben, sowie Werke, die Hoffmanns Motive aufgreifen oder ganz grundsätzlich durch Hoffmann beeinflusst wurden.

2 Dokumentation der Einflüsse und der Rezeption E.T.A. Hoffmanns

Die vielfältigen Einflüsse auf Hoffmann und die Rezeption seines Schaffens sind bisher nicht zentral dokumentiert, vor allem eine medienübergreifende Zusammenstellung und Präsentation ist ein Desiderat. In enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft soll ein Arbeitsinstrument geschaffen werden, das die relevanten Informationen zusammenführt, diese mit digitalen Primärmaterialien verknüpft und visuell aufbereitet zugänglich macht. Das Projekt versteht sich in diesem Punkt ein weiteres Mal als Entwickler und Etablierer einer neuen Infrastruktur, auf deren Basis nach Projektende kontinuierlich weitere Inhalte verschiedener Institutionen aufgenommen werden können.

3 Aufbereitung von Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen

Analog zu den Textbeiträgen und interaktiven Elementen, die im Projekt HoPo1 entwickelt und aufbereitet wurden, sollen nun in Kooperation mit Wissenschaft und Lehre Informationen zur Vermittlung von Hoffmanns Umfeld, seinen Einflüssen und der Rezeption durch andere Künstler*innen und Forscher*innen bereitgestellt werden. So soll beispielsweise eine Netzwerkdarstellung Hoffmanns Bekanntenkreis veranschaulichen und Personenkonstellationen verdeutlichen, eine grafisch aufbereitete Rezeptionsanalyse soll den Bezug Hoffmanns zu Persönlichkeiten wie Peter Tschaikowski, Thomas Mann oder Franz Kafka aufzeigen.

Bleiben Sie uns treu, verfolgen Sie die Entwicklungen und senden Sie uns Kritik und Anregungen!

Episoden

Neue Stimmen der Bibliothek: FaMISound!

Unter dem Titel „Stimmen der Bibliothek“  bieten wir Ihnen seit Mai 2017 Podcasts zu verschiedenen Themen rund um die Bibliothek an, kleine Hörreisen, immer mit einem Blick hinter unsere Kulissen.  Mit der Unterreihe „FaMISound“ wollen wir das Angebot jetzt ergänzen.

Die Auszubildenden des ersten und zweiten Ausbildungsjahrs zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz: FaMI) haben sich im Rahmen eines Projekts mit dem Thema ‚Benutzung der Bibliothek‘ auseinandergesetzt und dazu Interviews mit Kolleginnen und Kollegen geführt, die in verschiedenen Abteilungen mit Benutzungsthemen beschäftigt sind.

Aus diesen Interviews sind vier Folgen mit buntgemischten Inhalten entstanden. Hören Sie sich doch einmal eine Einführung in den StaBiKat an oder erfahren Sie, wie Sie ständig auf dem Laufenden bleiben können zu neuen Angeboten der Bibliothek. Folgen Sie den fragenden FaMIs in die Lesesäle und hören Sie in der Auftaktfolge, warum es sich überhaupt lohnt, einen Bibliotheksausweis der Staatsbibliothek zu besitzen. Freuen Sie sich auf insgesamt vier Folgen ‚FaMISound‘ – wir wünschen viel Spaß beim Zuhören.