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Altes und Neues: Das VD 17 feiert den 300.000sten Titel!

Trotz jahrzehntelanger Arbeit tauchen immer wieder unerschlossene deutsche Drucke aus dem 17. Jahrhundert auf

Seit 1996 arbeiten Bibliotheken aus Deutschland und Österreich gemeinsam an der Erfassung der deutschen Buchproduktion des 17. Jahrhunderts. Unterstützt werden sie dabei durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Im „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17)“ werden die Ergebnisse der Katalogisierung zentral gespeichert. Und immer noch entdecken die Bibliotheken dabei „Nova“ – Werke, die so noch nicht im VD 17 enthalten sind und die Zahl der unterschiedlichen Ausgaben und Titel immer weiter in die Höhe schnellen lassen. 17.000 neue Titel kamen in den letzten fünf Jahren hinzu, seit Jahresbeginn sind es schon wieder über 500 neu verzeichnete Ausgaben.

Vor einigen Tagen nun war es soweit, der 300.000ste Titel konnte verzeichnet werden:
Der Tod des Greifswalder Mädchens Martha Maria im Mai 1629 veranlasste Freunde ihres Vaters, des Juristen Christoph Herold, Trauer- und Trostgedichte zu verfassen und diese bei den Erben des ebenfalls gerade verstorbenen Universitätsbuchdruckers Hans Witte drucken zu lassen.

Derartige aus frohen oder traurigen Anlässen entstandene Drucke sind oft nur in wenigen Exemplaren erhalten, versteckt in unerschlossenen Sammlungen und schwer zu finden. So ist es zu erklären, dass auch jetzt noch, nachdem die großen deutschen Altbestandsbibliotheken ihre Bestände bereits vollständig im VD 17 verzeichnet haben, immer wieder nicht nachgewiesene Drucke gefunden und in die VD 17-Datenbank aufgenommen werden können. Hauptquelle dieser „Nova“ sind heute noch nicht erfasste Altbestände in Universitätsbibliotheken, aber auch in kommunalen und kirchlichen Bibliotheken, in den Buchbeständen von Archiven und Museen oder in kaum bekannten Spezialbibliotheken wie etwa den Sammlungen der Bundeswehr.

Die verstreuten Schätze zu entdecken, ist ein aufwendiger Prozess: Häufig fehlt vor Ort geschultes Personal, die Drucke müssen gesichtet und teilweise in eine der Trägerbibliotheken des VD 17 (die Staatsbibliothek zu Berlin, die Bayerische Staatsbibliothek in München und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel) transportiert und dort bearbeitet werden. Der Lohn dieser Anstrengungen sind etwa 10 bis 15 Prozent noch nicht im VD 17 nachgewiesene Werke, eine durchaus ansehnliche und für die Forschung hochinteressante Ausbeute an „Nova“.

Um die Nutzung der Drucke zu vereinfachen ist die digitale Transformation des VD 17 ein weiteres Hauptanliegen. Bereits die Hälfte der Drucke steht in digitaler Form über das Internet frei zur Verfügung. Und das Angebot wird heftig genutzt: Fast 2 Millionen Mal wurden die im VD 17 verzeichneten Titel im letzten Jahr von Forschenden der unterschiedlichsten Fachrichtungen und weiteren Interessierten aufgerufen und angesehen.

Die Bibliotheken hoffen jetzt auf weitere Unterstützung dieses Projektes zur retrospektiven Nationalbibliographie, um die Digitalisierung des VD 17 vorantreiben und gleichzeitig die noch ungehobenen Schätze aus kleineren und unbekannteren Sammlungen sichtbar machen zu können.

Illustration aus einem neu erfassten Gebetbuch von 1692. Kirchenbibliothek Röhrsdorf, Klipphausen. Lizenz: CC-BY-NC-SA

 

Weitere Infos

Website VD 17
Link zum Digitalisat des 300.000sten Druckes
Projekt Vitae Pomeranorum der UB Greifswald
Projekt Buchbestand der St. Bartholomäuskirche in Röhrsdorf bei Meißen:

 

Kontakte für die Presse

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Jeanette Lamble
jeanette.lamble@sbb.spk-berlin.de, 030 266 431-444
Michaela Scheibe
michaela.scheibe@sbb.spk-berlin.de, 030 266 436-551

Bayerische Staatsbibliothek München
Dr. Claudia Bubenik
claudia.bubenik@bsb-muenchen.de, 089 28638-2261

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Dr. Petra Feuerstein-Herz
feuerstein@hab.de, 05331 808-324

 


Wissenswerkstatt-Schulungen im Dezember

Seit September haben wir unser Schulungsangebot für Sie neu strukturiert: Aus vier übersichtlichen Modulen können Sie sich genau die Schulungen aussuchen, die am besten auf Ihre aktuelle Situation zugeschnitten sind. Im Modul A finden Sie die grundlegenden Einführungen in die Benutzung der Bibliothek. Die Kurse der Module B (Einführung) und C (Vertiefung) widmen sich den […]

Das Bilderalbum Murasaki shikibu genji karuta enthält Illustrationen von Utagawa Kunisada (1823-1180) zu den 54 Kapiteln einer Parodie des Genji-Romans, dem Nise murasaki inaka genji, Farbdruck 1857, Signatur: 37647 ROA | SBB PK, CC BY-NC-SA 3.0

Wissenswerkstatt-Workshops zum Portal CrossAsia ab 7.11.

Im November zeigen wir Ihnen in unserer Wissenswerkstatt wieder alles zur Ost- und Südostasienrecherche:

In den Einführungen wird das Portal CrossAsia mit seinen Modulen, wie der CrossAsia Suche, den Digitalen Sammlungen und dem Themenportal näher vorgestellt. Ebenso wird auf das Diskussionsforum und den CrossAsia Campus eingegangen. Anschließend werden die Inhalte und die Recherchemöglichkeiten von bibliographischen und Volltextdatenbanken jeweils für Japan, China, Korea und Südostasien erklärt.

Schwerpunkt Japan
Dienstag, 7. November 18.30 Uhr

Schwerpunkt Korea
Donnerstag, 9. November, 18.30 Uhr

Schwerpunkt Südostasien
Dienstag, 14. November, 18.30 Uhr

All regions (in English)
Mittwoch, 15. November, 18.30 Uhr

Schwerpunkt China
Donnerstag, 16. November, 18.30 Uhr

 

Die Veranstaltungen finden im Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Str. 33 statt.
Treffpunkt ist der I-Punkt in der Eingangshalle.

 

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