Beiträge

Führungen und Veranstaltungen zur Ausstellung WELTREISE

Ausstellung „Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“ von Ulrike Ottinger in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin
gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

Aus der Reise der Filmemacherin Ulrike Ottinger an einige Küsten rund um die Beringsee im Sommer 2014 entstand die Ausstellung „WELTREISE. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“, die vom 2. Dezember 2015 bis 27. Februar 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin-Tiergarten, zu sehen ist.


Kuratorinnenführungen durch die Ausstellung

am 16. und 23. Januar sowie am 20. Februar 2016
jeweils um 11 Uhr, Haus Potsdamer Straße 33

Zusätzliche Führungen (10 – 15 Personen) bitte unter jutta.weber@sbb.spk-berlin.de anfragen.

 

Veranstaltungen zur Ausstellung

Hanns Zischler liest aus Reisetexten von Georg Forster, Alexander von Humboldt, Adelbert von Chamisso und Ulrike Ottinger

Samstag, 30. Januar 2016, 16 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33

 

Ulrike Ottinger im Gespräch mit Viola König (Direktorin des Ethnologischen Museums Berlin)

Samstag, 6. Februar 2016, 16 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33

 

3. Internationale Chamisso-Konferenz (Anmeldung erforderlich)

25. – 27. Februar 2016
Otto-Braun-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33
http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/online-anmeldung-zur-konferenz-weltreisen/


Ausstellungsinformationen

Mittwoch, 2. Dezember 2015 – Samstag, 27. Februar 2016
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
montags-mittwochs, freitags/samstags 11-19 Uhr
donnerstags 13-21 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen
Eintritt frei
zweibändige Publikation mit einem Künstlerbuch von U. Ottinger und einem Katalog zur Ausstellung (39,90 €)

Weitere Ausstellungsinformationen

Zur Presseinformation über die Ausstellung


Mehr dazu jetzt in Berlin:

4. Dezember 2015 – 27. Februar 2016
Fotoausstellung in der Galerie Johanna Breede Fotokunst, Fasanenstraße 69 in Berlin, http://www.photography-now.com/exhibition/110713

8. Dezember 2015 – 9. Februar 2016
Filmreihe Weltreisen im Kino Arsenal | Institut für Film- und Videokunst an der Potsdamer Straße 2 in Berlin; die Filmreihe startet in Anwesenheit Ulrike Ottingers mit ihrem Film „Johanna d’Arc of Mongolia“ von 1989,
http://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/5770/2796.html

… und in Hamburg:

3. Dezember 2015 -13. März 2016
Ausstellung „Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration“ in den Deichtorhallen Hamburg; Fünfzehn künstlerische Projekte, zusammengestellt von der Kuratorin Koyo Kouoh aus Dakar, befassen sich mit Seewegen, Flucht, Hafen und Welthandel.
http://www.deichtorhallen.de/index.php?id=464

bis 27. Februar: Ausstellung WELTREISE

Ausstellung „Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“ von Ulrike Ottinger in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin
gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

Aus ihrer Reise an einige Küsten rund um die Beringsee im Sommer 2014 entwickelte die Berliner Künstlerin Ulrike Ottinger mehrere Großprojekte, die ab heute sukzessive zu erleben sind:
Heute öffnete in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, die Ausstellung „WELTREISE. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“.
Ab 4. Dezember zeigt die Galerie Johanna Breede Fotokunst die Ausstellung „Chamissos Schatten“, im März 2016 kommt der gleichnamige Kinofilm heraus.


Daten zur Ausstellung
Mittwoch, 2. Dezember 2015 – Samstag, 27. Februar 2016
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
montags-mittwochs, freitags/samstags 11-19 Uhr
donnerstags 13-21 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen
freier Eintritt
zweibändige Publikation mit einem Künstlerbuch von U. Ottinger und einem Katalog zur Ausstellung (39,90 €)


Was war – was ist. Zwischen diesen zeitlichen Polen bewegte sich die Berliner Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger während ihrer großen Reise im Sommer 2014 zur Inselkette der Aleuten (Alaska/U.S.A.) und in die am weitesten östlich gelegenen Regionen Russlands, nach Kamtschatka und Tschukota. Von dort brachte sie neben Filmen, Fotografien auch das Konzept für die Ausstellung „Weltreise“ mit, die seit heute dem Publikum offensteht. Für die Ausstellung wurde ein in dunklem Blau gehaltenes Zelt errichtet, dessen Dach die Weite und Tiefe des Sternenhimmels und dessen Boden die Meeresoberfläche imaginieren lassen. Auf vier Großleinwänden werden 960 Minuten Film gezeigt, die mit den mehr als 70 Autographe, Tagebücher und Objekte u. a. von James Cook, Johann Reinhold Forster, von Alexander von Humboldt, Adelbert von Chamisso, Charles Darwin und Johann Gottfried Herder aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin und mit den Dreh-, Foto- und Reisetagebücher von Ulrike Ottinger im Dialog stehen.

honorarfreie Pressefotos
http://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/


Die Ausstellung entwickelte Ulrike Ottinger aus ihrem Projekt, 200 Jahre, nachdem der Dichter und Naturwissenschaftler Adelbert von Chamisso (1776-1838) die Welt bereiste, auf seinen Spuren Sibirien, Kamtschatka und die Aleuten aus heutiger Sicht neu zu entdecken und filmisch festzuhalten.
Aus Ottingers Logbuch der Imagination und ihrem Logbuch der Realität entstand so eine Neuschöpfung von Realität, eine filmische Realität. In der Ausstellung werden vier Filme von unterschiedlicher Länge gezeigt, die einen gleichermaßen sinnlichen wie direkten Einblick in vier bedeutsame Themenbereiche dieser Regionen der nördlichen Hemisphäre geben: Landschaften, Tiere, Menschen und Pflanzen.

Ulrike Ottinger schlägt den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart u. a. auch damit, dass sie die Tradition des ausführlichen Berichtens von Reisen anhand von Erzählungen, Zeichnungen, Modellen oder Messtabellen mit den modernen Mitteln des Films und der Fotografie fortsetzt.
Die Filmaufnahmen und Reisenotizen Ulrike Ottingers treffen in der Ausstellung auf historische Dokumente berühmter Weltreisender des 18. und 19. Jahrhunderts. Aus der Konfrontation der zeitgenössischen filmischen Beobachtungen der Künstlerin mit einzigartigen historischen Handschriften aus der Staatsbibliothek und Objekten aus den Beständen des Ethnologischen Museums, des Museums für Naturkunde und des Botanischen Museums entsteht eine spannungsreiche Erzählung, die von den ersten Vorbereitungen einer Expeditionsreise bis zur Rückkehr der Reisenden reicht. Ihre Erkenntnisse, Eindrücke und Ideen spannen den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Zentrum der Ausstellung stehen daher neben den Filmen die Tagebücher, Briefe und Zeichnungen Alexander von Humboldts, Reinhold Forsters, Adelbert von Chamissos und Ulrike Ottingers.
Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert, sie wird selbst auf Weltreise gehen. Dabei bleibt sie nie dieselbe, sondern wird an jedem neuen Ort eine neue Auswahl dortiger Ausstellungsstücke zeigen.

„Weltreise“ ist einer von zwei Teilen des von der Kulturstiftung des Bundes großzügig geförderten gemeinsamen Projekts der Künstlerin Ulrike Ottinger und der Staatbibliothek zu Berlin. Parallel zur Ausstellung entsteht als zweiter Teil der Film „Chamissos Schatten“, der als filmische Dokumentation der Reise für das Kino produziert wird.

pdf – Text von U. Ottinger zu ihrer Ausstellung und dem Filmprojekt, veröffentlicht im BibliotheksMagazin 3/2015 auf den Seiten 15 – bis 22.


Mehr dazu jetzt in Berlin:

4. Dezember 2015 – 27. Februar 2016
Fotoausstellung in der Galerie Johanna Breede Fotokunst, Fasanenstraße 69 in Berlin, http://www.photography-now.com/exhibition/110713

8. Dezember 2015 – 9. Februar 2016
Filmreihe Weltreisen im Kino Arsenal | Institut für Film- und Videokunst an der Potsdamer Straße 2 in Berlin; die Filmreihe startet in Anwesenheit Ulrike Ottingers mit ihrem Film „Johanna d’Arc of Mongolia“ von 1989,
http://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/5770/2796.html

… und in Hamburg:

3. Dezember 2015 -13. März 2016
Ausstellung „Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration“ in den Deichtorhallen Hamburg; Fünfzehn künstlerische Projekte, zusammengestellt von der Kuratorin Koyo Kouoh aus Dakar, befassen sich mit Seewegen, Flucht, Hafen und Welthandel.
http://www.deichtorhallen.de/index.php?id=464

Die Materialität von Schriftlichkeit – Der Dialog zwischen Bibliothek und Forschung geht weiter

Die Aufwertung der lange als bloße Hilfswissenschaften geltenden objektbezogen-bibliothekarischen Kompetenzen zu wissenschaftlichen Schlüsselqualifikationen im Zuge des Material Turn der Geistes- und Kulturwissenschaften eröffnet gerade für Forschungsbibliotheken mit herausragenden Spezialbeständen ungeahnte Chancen zur Schärfung des eigenen Profils. Vor diesem Hintergrund hat die Staatsbibliothek zu Berlin im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem von Forschenden der Universitäten in Berlin und Potsdam getragenen Arbeitskreis Materialität der Literatur die Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit organisiert. Ziel dieses Dialogs zwischen Bibliothek und Forschung – so der programmatische Untertitel der mehrteiligen Reihe – ist es, theoriegeleitete Perspektiven auf Handschriften, historische Drucke und Künstlerbücher mit aus der Praxis entwickelten Fragestellungen zu konfrontieren.

Am vergangenen Dienstag startete die Veranstaltungsserie mit einem Vortrag in ihre zweite Runde, der unter gleich mehreren Aspekten paradigmatisch für die Konzeption der Gesamtreihe stehen kann: So wurden Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher – die wohl spektakulärste Neuerwerbung unseres Hauses in jüngster Zeit – von zwei Vertreterinnen der Staatsbibliothek zu Berlin in Verbindung mit dem Leiter des an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelten Editionsvorhabens Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung vorgestellt. Zutreffender wäre es vor diesem Hintergrund eigentlich, von einem Trialog zwischen Bibliothek und Forschung zu sprechen, nahmen doch Dr. Jutta Weber, stellvertretende Leiterin unserer Handschriftenabteilung, und Julia Bispinck-Rossbacher, verantwortlich für die Restaurierungswerkstätten der Staatsbibliothek zu Berlin, ganz unterschiedliche Perspektiven ein. Nach einem Überblick über die formale wie inhaltliche Erschließung der Amerikanischen Reisetagbücher im Nachweisportal Kalliope stand der kodikologische Befund der Handschriftenbände im Zentrum, der wiederum die Grundlage für die geplante hybride Edition der höchst komplex aufgebauten und nur mit detektivischem Gespür zu entziffernden Quelle liefert. Denn – wie Dr. Tobias Kraft anschließend eindrucksvoll zeigte – nur eine um die Erkenntnismöglichkeiten materialwissenschaftlicher Forschung erweiterte Lektüre ermöglicht es, die vielschichtigen Dimensionen der lebenslangen Schreibprozesse in Alexander von Humboldts Amerikanischen Reisetagebüchern nachzuvollziehen.

Aber auch in Hinblick auf die aktuellen wissenschaftspolitischen bzw. förderstrategischen Rahmenbedingungen dokumentiert der Gemeinschaftsvortrag die durch den Material Turn beförderte neue Qualität des Dialogs zwischen Bibliothek und Forschung. Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher sind nämlich zugleich auch Gegenstand eines von der Staatsbibliothek zu Berlin in Kooperation mit der Professur für französisch- und spanischsprachige Literatur der Universität Potsdam durchgeführten Forschungsprojekts. Gefördert wird dieses Gemeinschaftsvorhaben im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung lancierten mehrteiligen Ausschreibung Die Sprache der Objekte. Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen, die darauf zielt, die Hinwendung der Geistes- und Kulturwissenschaften zu den Dingen weiter zu beschleunigen.

Sollten Sie nun schleunigst erfahren wollen, welche Themen Sie im Rahmen der ersten Vortragsrunde verpasst haben, so werfen Sie doch einfach einen Blick in die aktuelle Ausgabe des Bibliotheksmagazins der Staatsbibliotheken in Berlin und München, in der wir die zurückliegenden Abende im Zeichen der Materialität von Schriftlichkeit in aller Kürze Revue passieren lassen. Ausgewählte Beiträge aus der zweiten Veranstaltungsserie werden Sie dagegen schon demnächst als Podcast im Youtube-Kanal der Staatsbibliothek zu Berlin finden können.

Und was die noch fernere Zukunft der überaus publikumswirksamen Reihe anbetrifft, so halten wir es mit unserer Nachbarschaft im Regierungsviertel und versprechen Ihnen: Wir werden den Dialog mit der Forschung nicht abreißen lassen!

Humboldts Reisetagebücher: Werkstattgespräch am 6.10.

Werkstattgespräch
„Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher“

Dienstag, 06. Oktober
18.15 Uhr
Konferenzraum 4, Haus Unter den Linden
Treffpunkt: Eingangsbereich (Rotunde)

Anmeldung

Dr. Jutta Weber / Julia Bispinck-Roßbacher, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Dr. Tobias Kraft, Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Die Amerikanischen Reisetagebücher sind das wichtigste materielle Zeugnis für Alexander von Humboldts berühmte Forschungsreise durch die amerikanischen Tropen von 1799 bis 1804. Zugleich bilden sie die Arbeitsgrundlage des von Humboldt in den Jahren 1805 bis 1838 publizierten, 29-bändigen Reisewerks Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent. Darüber hinaus wissen wir, dass die im Konvolut der Tagebücher enthaltenen Texte nicht nur bereits vor der eigentlichen Amerika-Reise ansetzen, sondern auch durchgehend bis kurz vor seinem Tod 1859 von Humboldt benutzt, verändert, beschrieben und ergänzt worden sind. Erst eine um die Erkenntnismöglichkeiten materialwissenschaftlicher Forschung erweiterte Lektüre ermöglicht, die vielschichtigen Dimensionen dieses lebenslangen Arbeits- und Schreibprozesses in den Tagebüchern nachvollziehen und angemessen deuten zu können. Der Vortrag wird exemplarisch einige Dimensionen dieser Arbeit am Material der Humboldt‘schen Texte ausleuchten und zukünftige Kooperationsvorhaben zwischen Literaturwissenschaft, Bibliothek und Materialforschung vorstellen.

Eine Veranstaltung aus der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit.

Weitere Termine der Wissenswerkstatt