Beiträge

Haus Unter den Linden und Haus Potsdamer Straße der Staatsbibliothek

Auch 2019: Researchers from all over the world welcome!

Alle Jahre wieder …

… endet am 30. September die Bewerbungsfrist für unser Stipendium! Das Stipendium, das im Rahmen des Stipendienprogramms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur Durchführung von Forschungsarbeiten bei der Staatsbibliothek zu Berlin für das Folgejahr vergeben wird.

Im laufenden 10. Jahrgang werden 7 Stipendien für insgesamt 14 Monate in Anspruch genommen. Die Gäste kommen aus Polen, Ungarn, der Türkei, den USA und Kanada; neben Bänden aus dem Hauptbestand konsultieren sie orientalische Handschriften, Inkunabeln und historische Drucke, benutzen Bestände der Osteuropa- und der Kinder- und Jugendbuchabteilung. Themen werden in einzelnen Gastbeiträgen in unserem Blog vorgestellt.

Mit der aktuellen Bewerbungsrunde für 2019 beginnt die 2. Dekade dieses erfolgreichen Programms. Wir sind gespannt, welche Themen dieses Mal vorgeschlagen werden, welche unserer Bestände gefragt sind!

Für Stipendieninteressierte, die ihren Forschungsaufenthalt bei uns nicht bereits für das 1. Halbjahr 2019 planen, ein wichtiger Hinweis: Der Abschluss der Baumaßnahmen zur Generalsanierung und Modernisierung des Hauses Unter den Linden steht bevor. Das ist an sich eine überaus erfreuliche Nachricht. Doch anschließend ist die Bibliothek in der Pflicht, die zuletzt fertiggestellten Teile des Gebäudes für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Verkehrsflächen müssen angepasst, Lesesäle neu bezogen werden, Sondermaterialien ziehen um. Unvermeidbar sind damit einhergehend leider vorübergehende Einschränkungen in den Öffnungszeiten und der Verfügbarkeit einiger Sonderbestände im Laufe des 2. Halbjahres 2019. Richten Sie sich darauf ein, den Zeitrahmen Ihres Aufenthaltes nach den baulichen Gegebenheiten bei uns auszurichten. Halten Sie nach einer Zusage Kontakt zu der als Betreuung benannten Abteilung, die Sie am besten über spezifische Nutzungsmöglichkeiten auf dem Laufenden halten kann. Sobald es einen konkreteren Zeitplan für die Abläufe in der Bibliothek gibt (das wird nicht vor dem Bewerbungsschluss für das Stipendium sein!), finden Sie auf der Seite des als Bauherr fungierenden Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) aktuelle Informationen. Über die Schließzeit des Hauses Unter den Linden wird Sie eine offizielle Mitteilung auf der Web-Seite der Bibliothek informiert, sobald dieser Termin endgültig feststeht.

Nicht betroffen von den Einschränkungen sind die „normalen“ Bestände im Magazin, die Orient-, Ostasien– und Osteuropaabteilung mit ihren Beständen – und alle Materialien während des ersten Halbjahres 2019.

Für Stipendien im Jahr 2019 freuen wir uns über Bewerbungen bis zum 30. September 2018!

Per Post an

Staatsbibliothek zu Berlin
– Die Generaldirektorin –
Potsdamer Straße 33
D-10785 Berlin

Alle Informationen und den Antragsvordruck finden Sie auf den Stipendienseiten unserer Homepage, die komplett auch auf Englisch zur Verfügung stehen.

War das frühneuzeitliche Polen ein Bärenland?

Gastbeitrag von Dr. Jacek Kordel

Jacek Kordel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Warschau, interessiert sich für das Bild der polnisch-litauischen Adelsrepublik im Jahrhundert der Aufklärung.  Er untersucht die antipolnische Propaganda, die in der Epoche der drei Teilungen (1772, 1793, 1795) von den Teilungsmächten, besonders von den Höfen in Petersburg und Berlin, in einem geringeren Umfang auch in Wien, betrieben wurde. Sie sollte die politischen Maßnahmen Russlands, Preußens und Österreichs begründen und rechtfertigen. Die Forschung Kordels setzt sich zum Ziel, die „mediale Polenpolitik“ Friedrichs des Großen und Katharinas der Großen zu analysieren und die Frage zu beantworten, auf welche Art und Weise und in welchem Ausmaß an der Newa und an der Spree versucht wurde, die aufgeklärte Öffentlichkeit – Philosophen, Schriftsteller, Historiker und Dichter – zu inspirieren, zu beeinflussen und für die eigenen Zwecke zu gewinnen. Die propagandistischen Mittel basierten weitgehend auf Vorurteilen, sowohl auf den konstruierten, d. h. von oben herab entwickelten und weitergegebenen Bildern, als auch auf den realen Vorstellungen, die in der Gesellschaft tief verwurzelt waren. Eine davon bildete im frühneuzeitlichen Europa das Bild Polens als eines Bärenlandes.

Völkertafel / um 1725 in der Steiermark entstandenes Gemälde(https://commons.wikimedia.org/wiki/File:V%C3%B6lkertafel.jpg) - Nutzungsbedingungen: https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/

Völkertafel

Beginnen wir mit der „Kurzen Beschreibung der in Europa befindlichen Völker und ihrer Eigenschaften“, der sogenannten Völkertafel, einer Anfang des 18. Jahrhundert in der Steiermark entstandenen illustrierten Zusammenstellung von zehn europäischen Nationen. Jedes Volk wird in einer Tabelle durch 17 Eigenschaften gekennzeichnet. Unter diesen Kategorien finden wir u. a. „Natur und Charakter“, „Verstand“, „Wissenschaften“, „Kleidung“, „Untugenden“, „Kriegstugenden“. In der Kategorie „Gegenstück in der Tierwelt“ wurden die Polen mit einem Bären verglichen.

Dies lässt sich zweifellos auf die verhältnismäßig große Bärenpopulation in den polnischen und litauischen Wäldern zurückführen. Ein Bär, eines der mächtigsten Tiere, die in den Forsten des alten Kontinentes lebten, stellte ein Symbol für die Größe und die Stärke des polnisch-litauischen Staatsverbands dar. Es ist nicht auszuschließen, dass er gleichzeitig auf die rohen Sitten und unedlen Bräuche seiner Bewohner hinwies. Eine Rolle konnten auch etymologische Überlegungen spielen. Als Sebastian Klonowic, ein polnischer Schriftsteller und Dichter, gegen Ende des 16. Jahrhunderts Rotruthenien beschrieb, verwendete er ein lateinisches Wortspiel: Russia-Ursia:

Russia, si mutes apices ex ordine primos,

Non inconveniens Ursia nomen erit.

[Russia – sobald du die ersten Buchstaben vertauschst,

kommt ein passender Name für das Bärenland heraus – Ursia.]

Klonowic, Sebastian: Roxolania : Bl. 16v – Quelle: Polona – Lizenz: Domena Publiczna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[Sebastian Klonowic], Roxolania, Cracoviae 1584, Bl. 16v, s. a. in Polona, der digtalen Bibliothek der Biblioteka Narodowa: https://polona.pl/item/roxolania-sebastiani-svlmyrcensis-acerni,ODczMzIzOA/2/#info:metadata

Klonowic, Sebastian: Roxolania : Titelblatt – Quelle: Polona – Lizenz: Domena Publiczna

Wappen Samogitiens / Bastian (vector version) – Nutzungsbedingungen: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/

 

Den Bären finden wir auch in der Heraldik. Als Stadtwappen von Vilnius wurde er in der Chronik des Konzils von Konstanz (1414-1418) dargestellt. Ein schwarzer Bär auf grünem Wappenschild wurde lange als eines der gleichberechtigten Hoheitszeichen des Großfürstentums Litauen betrachtet. Während das Wappen Pogoń, ein weißer Ritter auf einem springenden Pferd, den Bären aus seiner Stellung verdrängte, etablierte dieser sich, in Rot, als Wappenzeichen Samogitiens. Auf den Siegeln der litauischen Großfürsten tauchte ein Bär als Symbol für die Kiewer Rus auf. Erst am Ende des Mittelalters wurde der Bär allmählich durch das Bild des Erzengels Michael ersetzt. Es ist aber zu beachten, dass noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts die Ansicht vertreten wurde, dass das eigentliche Wappen der Woiwodschaft Kiew eine aus einem Engel und einem Bären zusammengesetzte Hybride gewesen sei.

 

Der Bär gilt heute als ein Sympathieträger. In der europäischen Schatzkammer der Motive und Symbole repräsentierte er jedoch eher negative Elemente. In der kirchlichen Tradition wurde der Bär mit dem Teufel, dem Vollstrecker der ewigen Verurteilung assoziiert, stellte ein Symbol für böse Mächte und Dämonen dar, die aus der Hölle zur Erde geschickt wurden. Mit dem Stempel der Teufelei war auch der Wolf gekennzeichnet, der auf der Völkertafel mit Ungarn identifiziert wurde, und ebenso der Fuchs, der hier die Franzosen versinnbildlichte. Die Deutschen wurden wiederum durch einen Löwen symbolisiert, der auch mit dem Teufel verglichen wurde, obwohl er gleichzeitig auch ein Bild von Christus, der den Teufel besiegte, darstellen konnte. Die Bären waren Geschöpfe der teuflischen Gewalt, die das Gottesvolk bedrohten. Wenn sie nicht den Teufel selbst symbolisierten, verkörperten sie verschiedene Sünden, besonders die Hauptsünden, vor allem Lust, Stolz, Gewalt, Wut und Faulheit. In der polnischen Tradition wurden die Bären manchmal auch mit den Sündern verglichen. In dieser Konfiguration wurde die Rolle des Teufels durch den Bärenführer übernommen.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stießen die polnischen Bären auf reges Interesse in fast ganz Europa. Dies ist den Geschichten von Kindern, die in den litauischen Urwäldern verloren oder verlassen und von Bären aufgezogen wurden, zu verdanken. Verbreitet wurden sie ganz eifrig von den zahlreichen in Polen weilenden Ausländern.

Antoine de Gramont, ein Sohn des Marschalls von Frankreich, der sich während der Herrschaftsjahre Johann Kasimirs II. (1648-1668) in der polnisch-litauischen Adelsrepublik aufhielt, beschrieb den Fall eines Jungen, der 1663 den Bären fortgenommen und nach Warschau gebracht worden sei. Die litauischen Bauern aus der Nähe von Vilnius oder Kaunas mögen während einer Bärenjagd ein Weibchen mit ein paar Kleinen und einen mehrjährigen Jungen erblickt haben. Er sei ganz nackt gewesen, auf allen Vieren gegangen, habe Gras gegessen und Tiersprache gesprochen. Auf Befehl der Königin Luisa Maria Gonzaga sei das Kind in die Hauptstadt gebracht und den Barmherzigen Schwestern zur Erziehung übergeben worden. In einem Zeitraum von mehreren Monaten hätte er jedoch kein Wort auf Polnisch gelernt und nur solche Geräusche gemacht, die dem Bärengebrüll ähneln. Das Kind habe ernsthafte Schwierigkeiten gehabt, aufrecht zu bleiben, und hätte sich eher wie ein Tier bewegt. Einmal, schrieb der Franzose, als ihm ein im königlichen Palais gezüchteter Bär gebracht worden sei, habe er an ihm mit größter Zärtlichkeit angelegen. Als er danach eine große Portion rohes Rindfleisch bekommen habe, hätte er es gierig geschlungen. Abgesehen davon, dass er keine Klauen hatte und menschlicher Gestalt war, war er nach de Gramonts Meinung in Aussehen, Bräuchen, Geschmack und Kommunikationsart ganz tierisch. Seinen Bericht krönte er mit dem Schluss, dass ein Mensch, der von Anfang an durch Tiere erzogen worden sei, für das ganze Leben ein Tier bleiben müsse.

Viele Ausländer schenkten diesen Geschichten Glauben, darunter auch Bernard Connor, ein irischer Naturforscher, Hofarzt des polnischen Königs Johann III. Sobieski (1674-1696). In seiner „Beschreibung des Königreichs Polen und Groß-Herzogthums Litthauen” notierte der Ire: „Dieses versicherte mich der König selbst nebst unterschiedlichen reichs-räthen und andern hohen personen des königreichs. Ja, es ist der gemeine und ungezweiffelte bericht im gantzen königreiche. Ferner sagen sie auch, daß, wenn ein hungriger bär männliches geschlechts ein kind, welches man aus sorglosigkeit irgendswo liegen lassen, finde, er solches alsofort zerreisse; finde aber eine säugende bärin dasselbige, werde sie es alsofort in ihre höle tragen und nebst ihren jungen säugen und erziehen, welches dann offt nach einiger zeit von denen jägern gefangen und aus ihren klauen errettet werde.“ [Bernard Connor, Beschreibung des Königreichs Polen und Groß-Hertzogthums Litthauen, Bd. 1, Leipzig 1700, S. 390]

Darstellung einer Bärin, die ein verlassenes Kind säugt. Aus: Connor, Bernard : The History of Poland. – London, 1698, nach S. 342. – Public Domain

Die Entführung eines Kindes, meist eines Jungen, der in der Bärenhöhle von Jägern gefunden und befreit wird, kommt in der Volksüberlieferung vieler Länder vor. Die Sagen über „Bären-Kinder“ wurden in verschiedenen Kulturkreisen erzählt. Im Mittelalter manifestierte sich das Motiv der „Bären-Söhne“ vor allem in der angelsächsischen und skandinavischen Literatur, trat aber auch in anderen Traditionen auf. Geschichten über Kinder, die von Bären entführt, gefüttert und versorgt wurden, waren auch in der frühen Neuzeit bekannt. Besonders lebendig war dieses Thema in Skandinavien, in der Türkei, unter den Völkern Sibiriens und den nordamerikanischen Indianern. Am Beispiel der Sagen über die „Bären-Kinder“ können wir den Mechanismus betrachten, wie die Vorstellungen über verschiedene Länder und Nationen gestaltet, wiederholt und gefestigt wurden. Glauben wurde verschiedenen, nicht selten ganz unwirklichen Geschichten geschenkt. In den Reiseberichten und geographischen Kompendien wurden zahlreiche Mirabilien erwähnt, überraschende und seltsame Phänomene beschrieben. Nicht ohne Bedeutung war die Rücksicht auf den Leser, der phantasieanregende Berichte über die vom Menschen noch nicht erforschten Gebiete und Gelände wünschte.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde die polnisch-litauische Adelsrepublik immer noch mit den Bären assoziiert. Als Georg Forster, ein bekannter Naturforscher und Weltumsegler, 1784 an die Universität Vilnius als Professor für Naturgeschichte berufen wurde, schrieb er an seinen Freund Friedrich Justina Bertuch: „Wissen Sie schon, daß ich Cassel auf immer verlasse, und unter die Bären in Litthauen ziehe“ [Georg Forster an Friedrich Justina Bertuch, Kassel, 2. April 1784, Georg Forsters Werke. Sämtliche Schriften, Tagebücher, Briefe; Bd. 14 : Briefe 1784 – Juni 1787, bearb. von B. Leuschner, Berlin 1978, S. 37].

In der Epoche der drei Teilungen Polens finden wir in der aufgeklärten Debatte den Bären nicht. In den preußischen, russischen und österreichischen Schriften, die die Tilgung der Adelsrepublik von der europäischen Landkarte begründen und rechtfertigen sollten, taucht das Tier nur indirekt auf.  Insgesamt ergibt die Publizistik der Teilungsmächte das folgende Bild: Der polnisch-litauische Staatsverband sei ein großer, aber schwerfälliger und klobiger Körper gewesen, mit einer in Lethargie gefallenen Gesellschaft, die wilde und rohe Sitten und Bräuche kultiviert hätte. Ist eine Assoziation mit dem Bären berechtigt?

In dieser Hinsicht wurde Polen erst im 19. Jahrhundert durch Russland ersetzt, in dem wir heutzutage unbestreitbar ein Bärenland sehen.

 

Herr Dr. Jacek Kordel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Warschau, war im Rahmen des Stipendienprogramms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahr 2018 als Stipendiat an der Staatsbibliothek zu Berlin. Forschungsprojekt: “Die polnisch-litauische Adelsrepublik in der aufgeklärten Öffentlichkeit. Polen in der preußischen und russischen Propaganda (1763-1795)”

An Authentic Example of Illustrated Shahnama: Ms. or. fol. 4255 in the Oriental Department of Staatsbibliothek zu Berlin

Gastbeitrag von Derya Aydın

Introduction

Being the most important work of Iranian literature and history, Shahnama was written by Abu Al-Qasim Firdausi (ca. 940 – 1020) in the early 11th century. Written in the form of masnavi, this work consists of 60,000 couplets. However, the number of couplets may vary in the extant manuscript copies of this work.

Shahnama begins with the creation of the first human and the universe and then narrates, in epic form, the wars, victories and loves of the sovereigns and heroes of the civilizations that used to live in Iran in the period from the Pre-Islamic period to the end of the Sassanid Empire (A.D. 226 – 651). Containing many mythological elements such as monsters (“div”) and dragons, these stories are generally known as heroic stories. The tradition of oral storytelling that used to exist in pre-Islamic Iran and works written before Shahnama  – some religious texts related to Iranian history, epics – form the source of the stories that constitute Shahnama.

Shahnama became very popular in the course of time after it had been written. Thanks to this popularity, illustrated copies of it came up, and the stories that constitute the book were illustrated by the most skilful artists of each era. . It is accepted that the version of Shahnama which had been written by Firdausi and presented to Mahmud of Ghazni contained no illustrations. The date when the first illustrated version of it was made is not exactly known. The earliest-known manuscript copies of Shahnama date back to the early 14th century. After the first illustrated examples of this work in the 14th century, more manuscripts of Shahnama were produced, and their prodcution became a tradition in the course of time. The influential art patrons and sovereigns of the era that ordered the books played the most effective role in beginning and continuing this tradition. Even, for the sovereigns that exerted dominance over Iran and its surroundings, possession of the illustrated Shahnama strengthened their dominance over the region, and it became also an important instrument that gave them authority. Accordingly, there are many copies of illustrated Shahnama from various centuries in the manuscript collections of museums and libraries across the world. It can be accepted that most of these copies, if not all of them, were produced for a powerful patron.

The manuscript Ms. or. fol. 4255 and its characteristics

In the Oriental Department of Staatsbiliothek zu Berlin, which has an important collection of manuscripts, there are copies of illustrated Shahnama from various centuries. One of these copies is Ms. or. fol. 4255 , dating from the year 1489. The work dates back to the late 15th century, in other words, to the Turkoman era when the Qaraqoyunlu (1351-1469) and Aqqoyunlu (1340-1514) states had dominance over Iran and its surroundings. Considering the binding, illumination, script and especially illustration style of the book, it is accepted that the work could have been produced in Shiraz in the era of Aqqoyunlu dominance. It is possible to find some more information on the work. Unfortunately, there is no information about for whom the book was prepared. The colophon of the book tells that its calligrapher was Shams al Din Ali b. Muhammed b. Husain al Fakhr din al Fashtaqi al Kirmani (Fig.2).

Fig. 2: Colophon of Ms. or. fol. 4255 (fol. 317v), Oriental Department of Staatsbibliothek zu Berlin / Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC-BY-NC-SA 3.0

Also, there are notes on the first (6r) and last (317r) pages of the book stating that the book belonged to Sultan Abdülmecid (1839-1861), an Ottoman Sultan. Some stamps which can be found on the pages give us clues about the adventure of the book in the Ottoman Empire and make it possible to find out about the circulation of the book after its production (Fig.3).

Fig. 3: Note and Ottoman Stamp (Ms. or. fol. 4255, Ausschnitt von fol. 6r), Oriental Department of Staatsbibliothek zu Berlin / Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC-BY-NC-SA 3.0

Ms. or. fol. 4255 has some similarities with other illustrated Shahnama examples dating back to late 15th century, but also specific characteristics. Firstly, the dimensions and outer design of the book are attracting attention. The book made in the dimensions of 26 x 36 cm is larger than other Shahnama copies prepared in the same era. . Its outer design includes a gold-bronze medallion on black leather binding in angled form (Fig.1). In respect of its binding design, this copy displays features much admired in its era, and it has a distinctive place in terms of its dimensions.

The cover of the book is followed by an illuminated heading page (1v) and illuminated pages organized as double pages (5v-6r). These illuminated patterns include gold-bronze embroidered flowers on a dark-blue background so as to appeal to the taste of the 15th century.

Besides the outer design and illuminated ornamentation of the book, the pages and their design constitute the special character of the book. The page layout which had been preferred in manuscripts especially since the early 15th century was laying-out texts in four columns on a page. In Ms. or. fol. 4255, the text is laid out in six columns. Such a layout is seen more in the manuscripts which were prepared in the early 14th century. However, the use of six columns in this copy is an indicator and example that such application was chosen in the late 15th century, as well.

The layout of the text on the page in this way surely affected the position of the text on it. The page layout which was preferred in most of the illustrated manuscript examples of Shahnama from the 15th century was, except some different applications, laying out the text above and the illustrations below, the illustrations thus narrating the mentioned story. This application is slightly different in Ms. or. fol. 4255. The narration of the story goes forward with the text above and the illustrations below, as it was preferred. However, the six-column design caused the text to continue on the sides of the illustrations, as well. The event narrated by the text surrounds the illustration, and hence text and illustration complement one another. Thus, the story was narrated to the reader as a whole consisting of text and illustrations.

Nonetheless, not all illustrations in the book were made in this design. Different designs were tried for the layout of the illustrations on the page. It is another characteristic of this copy that some stories, especially those narrating the struggles between heroes and continuing one another, were illustrated in a three-layered form. It was intended, by illustrating subjects in this way, to enable to follow the story (Fig.4).

Fig. 4: A: The Combat: Giv and Guruy; B: The Combat: Siyamek and Guraza; C: The Combat: Zanga kills Akhvasht (Ms. or. fol. 4255, fol. 130r), Oriental Department of Staatsbibliothek zu Berlin / Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC-BY-NC-SA 3.0

Another application was encountered while examining the illustrations. Some illustrations go beyond the page limits (frames). Especially the illustrations placed on the bottom corner of the page continue by exceeding the page limits, which can be interpreted as the effort to illustrate the subjects or as the painter’s preference. However, it is one of the distinctions, in terms of design, in the book. The illustrations that complement the text were prepared in a way that reflects the style of the era when they were made. Mostly, a plain natural landscape, figures made with a certain pattern and gold bronze as well as plain colours draw attention to these illustrations. The number of illustrations in the book that have these characteristics cannot be underestimated. 87 of the stories in the book were illustrated. In respect of the abundance of illustrations, Ms. or. fol. 4255 is outstanding among the illustrated examples of Shahnama, which also makes this a comprehensive work of high quality.

Ms. or. fol. 4255 is one example among the illustrated copies produced in the late 15th century. Considering the design and illustration style of the book and its proprietor’s preferences as well as its calligrapher’s and painter’s contributions, this book is a work that incorporates the applications preferred in the illustrated examples of Shahnama produced in this era.

 

Principal Sources:

Robinson, B. W. (1991). Fifteenth- Century Persian Painting. Problems and Issue. New York and London: New York University Press.

Robinson, Basil W., (1979). The Turkmen School to 1503. The Arts of the Book in the Central Asia, 14th- 16th Centuries. (Ed: Basil Gray ), Shambhala, pp. 179-215.

Grabar, O. and Blair, S. (1980). Epic Images and Contemporary History: The Illustrations of the Great Mongol Shahnama. USA: University of Chicago Press.

Simpson, M. S., (1979). The Illustration of an Epic. The Earliest Shahnama Manuscripts. Garland Publishing, New York and London.

Warner, A.G. and Warner, E. (1910), The Shahnama of Firdausi, (repr.2000, 2002), Great Britain: Routledge.

 

Frau Derya Aydın, Ankara, war im Rahmen des Stipendienprogramms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahr 2018 als Stipendiatin an der Staatsbibliothek zu Berlin. Forschungsprojekt: “Shiraz Atelier and the Illustrated Manuscripts of the Shahnama (Book of Kings)”