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Veranstaltungsreihe Materialität von Schriftlichkeit | CC BY-NC-SA 3.0SBB-PK CC BY-NC-SA 3.0

Material-iter! Auf dem Weg zu Veranstaltungen zur Buchmaterialität zwischen Potsdamer Straße & Unter den Linden

06.08.2021/0 Kommentare/in Foyer, SPK, Wissen/von Christian Mathieu

Wie bedeutungstragend die materiale Einrichtung beschrifteter Artefakte ist – und das keineswegs nur in Bezug auf Papierwahl, Typografie und Einbandgestaltung von Büchern –, will die 2014 initiierte Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog (idealerweise) anhand von Objekten aus unseren Sammlungen deutlich machen. Dieses in Kooperation mit Angehörigen des Exzellenzclusters Temporal Communities der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Universität Kopenhagen organisierte Veranstaltungsformat nutzt die Staatsbibliothek zu Berlin dazu, ihr historisches Gebäude Unter den Linden zum öffentlichkeitswirksamen Resonanzraum für das nach wie vor expandierende interdisziplinäre Feld der textuellen Materialitätsforschung zu machen. Denn in ihrem 1914 eröffneten Stammsitz sind nicht nur ihre hochspezialisierten Restaurierungswerkstätten untergebracht, sondern auch ihre materialbezogenen Sonderabteilungen für Handschriften, Inkunabeln, historische Drucke, Karten, Musikalien, Kinder- und Jugendbücher und Zeitungen.

Und da der programmatische Impuls des in Rede stehenden wissenschaftlichen Paradigmas, Texte jenseits der Dichotomie von Trägersubstanz und semiotischer Ebene in ihrer Dinghaftigkeit in den Blick zu nehmen, in den vergangenen Jahren nichts an Produktivität eingebüßt hat, soll auch unsere einrichtungsübergreifende Veranstaltungsreihe ab Oktober in eine siebte Runde gehen – abermals mit freundlicher Unterstützung des Förderangebots Erasmus+ der Europäischen Union, aus dessen Mitteln wir nicht zuletzt die Videoaufzeichnung der Vorträge finanzieren. Das finale Vortragsprogramm werden wir zwar erst in Kürze enthüllen können – u.a. auch hier in unserem Blog –, aber einige Stationen unseres geplanten Themenparcours seien Ihnen bereits verraten: Spüren Sie zwischen Oktober 2021 und Mai 2022 mit Stefan Zweig der Faszination von Autographen nach, umkreisen Sie Werke der skulpturalen Poesie, lassen Sie sich erleuchten über den Umgang mit der Buchseite in illuminierten Manuskripten des Mittelalters und diskutieren Sie in unserem Kreis die Frage: ‚Was ist ein Format?‘.

Um Ihnen die Wartezeit bis zur Fortsetzung unserer Vortragsreihe etwas zu verkürzen, dürfen wir Ihnen heute noch ein anderes Veranstaltungsformat von Format empfehlen, das sich vom 19. August bis 19. September 2021 als Bekenntnis zur Bibliodiversität ebenfalls der Materialität von Schriftlichkeit widmen wird und namentlich dem kreativen Prozess des Büchermachens, aber im buchstäblichen Sinne. Denn – wie es der französische Buchhistoriker Roger Chartier formuliert – Autor*innen schreiben keine Bücher: nein, sie schreiben Texte, die zu gedruckten Objekten werden.

Konkret angesprochen sind damit die unter dem Titel Wir machen Bücher versammelten Lesungen und Gespräche von schreibenden und gestaltenden Angehörigen elf unabhängiger Verlage, die alle in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Hauses Potsdamer Straße in der Galerie p98a stattfinden, der vor Kreativität flirrenden experimentellen Druckwerkstatt der Erik Spiekermann Foundation gGmbH. Kaum ein Ort in Berlin dürfte besser geeignet sein (abgesehen von … – na, Sie wissen schon) für diese vier Wochen an kostenfreien Abendveranstaltungen, hat sich doch die gemeinnützige Stiftung des weltbekannten Gestalters unter ihrem Leitbild Hacking Gutenberg – Erhalt durch Produktion der Bewahrung traditioneller handwerklicher Buchdrucktechniken sowie deren Weiterentwicklung im Möglichkeitsraum des Digitalen verschrieben.

Vor diesem Hintergrund ist es denn auch kein Wunder, dass Erik Spiekermann auch unserer gemeinsamen Vortragsreihe mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität sowie der Universität Kopenhagen verbunden ist: Zum einen durch seinen eigenen Auftritt bei uns im Herbst 2018 (zugleich ein Vorgeschmack auf die Auftaktveranstaltung von Wir machen Bücher zum Buchdruck im 21. Jahrhundert), zum anderen durch unsere aktuelle Kooperation im Kontext des digiS-Digitalisierungsvorhabens Die Sichtbarmachung des Sichtbaren – Berlins typografisches Kulturerbe im Open Access mit Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin und Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin. Besagte Digitalisierungsinitiative ist im Übrigen ebenfalls ein Resultat unseres Forschungsdialogs zur Materialität von Schriftlichkeit – die Vortragsreihe versteht sich nämlich nicht nur als gesellschaftlicher Resonanz- und Transferraum, sondern zugleich auch als Inkubator zur Materialisierung von Projektideen wie etwa zur interaktiven Digitalisierung von historischen Spielbilderbüchern.

Schlagworte: Material Turn, Materialität, Vortragsreihe
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https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/Materialität2_allg_Blog.jpg 475 845 Christian Mathieu https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/stabi-logo-kante.png Christian Mathieu2021-08-06 08:30:502026-06-24 09:53:36Material-iter! Auf dem Weg zu Veranstaltungen zur Buchmaterialität zwischen Potsdamer Straße & Unter den Linden
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