Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Bauarbeiten am WLAN im Haus Potsdamer Straße

Bauarbeiten sind ja ein ständiges Thema für die Staatsbibliothek. Dieses Mal bauen wir aber nicht unsere Gebäude, sondern unser WLAN aus! Mit bis zu 30 zusätzlichen Access Points soll künftig unter anderem die Reichweite im Ostfoyer und in der Cafeteria verbessert werden. In den nächsten ein bis zwei Monaten wird  dadurch sukzessive die WLAN-Architektur erweitert. Auch die Stabilität der Verbindungen mitten im großen Lesesaal soll sich durch diese Maßnahme verbessern.

Ein WLAN an sich ist eine sehr flexible und kabellose Angelegenheit. Letztendlich funktioniert allerdings auch die Datenübertragung im Wireless LAN nicht wirklich ohne feste Verkabelung. Tatsächlich sind es nur die letzten Meter, die Ihre Daten kabellos überwinden. Ihr Laptop erhält Daten via Funk von einem dieser Access Points, die ihrerseits mit dem fest installierten Kommunikationsnetz der Staatsbibliothek verkabelt sind. Jeder Access Point ist für die Versorgung eines bestimmten Bereichs im Lesesaal zuständig und hat eine begrenzte Kapazität.

Mit dem Ausbau des Access-Point-Angebots erhoffen wir uns eine signifikante Verbesserung für Ihre stabile WLAN-Verbindung. Wir hoffen auch, dass Sie für im Rahmen der Arbeiten auftretende Verbindungsstörungen Verständnis zeigen.

Raus ins Grüne! Lesegarten wieder eröffnet

Es hat nun doch ein bisschen länger gedauert, als zunächst gedacht, aber in der ersten Zeit benötigt der Rollrasen eine gewisse Schonfrist, bevor er betreten werden darf. Jetzt ist der Lesegarten vor dem Haus Potsdamer Straße wieder der Öffentlichkeit übergeben. Sie können gerne wieder Platz auf den drei in Richtung der Potsdamer Straße ansteigenden Terrassen nehmen und Ihre Pause genießen. Früher wie heute ein Treffpunkt und Ort der Kommunikation.

Vielen Dank auch an das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), das im Zuge der Sanierung die unter Denkmalschutz stehende Grünfläche vor dem Haus Potsdamer Straße originalgetreu wiederhergestellt, die Beschilderung sowie Beleuchtung erneuert und neue Fahrradständer installiert hat.

Wussten Sie schon, dass die Gartenanlage vor dem Haus Potsdamer Straße auch als „Bastion“ bezeichnet wird? Dieser Begriff bezeichnet einen Aussichtspunkt und soll aus der maritimen Vorstellungswelt des Architekten Hans Scharoun stammen. Er hatte die Gestaltung beauftragt, die Planungen übernahm Prof. Günter Nagel. Inmitten dieser Anlage wurde nachträglich im Rahmen eines Wettbewerbs von 1980 eine dreiteilige Stahlskulptur des Bildhauers Ansgar Nierhoff eingefügt, die den gesamten Bereich umfasst und in Verbindung mit der umgebenden Architektur tritt. Wobei jeweils ein Teil der Skulptur auf eines der drei Hauptgebäude des Kulturforums verweist: die Neue Nationalgalerie, die Philharmonie und die Staatsbibliothek.

Wir wünschen viel Spaß und gute Erholung.

Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August: Lesung mit Oliver Hilmes am 18.5.

Im Sommer 1936 fiebert Berlin den Olympischen Spielen entgegen. Die Stadt wirkt plötzlich wieder wie eine weltoffene und pulsierende Metropole. Die »Juden verboten «-Schilder sind kurzzeitig verschwunden, der Verkauf des Hetzblattes »Der Stürmer« für die Dauer der Spiele eingestellt und statt des »Horst-Wessel-Lieds« klingen Swing-Töne durch die Straßen. Die Nationalsozialisten verwandeln die Olympischen Spiele in ein fulminantes Propagandaspektakel für das eigene Regime und inszenieren sich als friedliebende Gastgeber. Zugleich arbeitet das Regime daran, die Unterdrückung zu perfektionieren und das Land in den Krieg zu treiben. Ein Sommer der Widersprüche: Im neu erbauten Olympiastadion jubeln die Massen und vor den Toren der Stadt entsteht das KZ Sachsenhausen. Die ausländischen Gäste werden vom Regime hofiert, die Berlinerinnen und Berliner erleben unerwartete Momente der Freiheit. Sechzehn Tage währte das Spektakel, das Oliver Hilmes in Episoden von prominenten und unbekannten Personen, von Künstlern und Sportlern, von Restaurantbesitzern, Nachtschwärmern und NS-Größen einem Mosaik gleich kunstvoll zu einem Porträt der Stadt zusammensetzt.

Mittwoch, 18. Mai 2016, 18 Uhr

Lesung
BERLIN 1936 – SECHZEHN TAGE IM AUGUST
Oliver Hilmes

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf , Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer KulturbesitzAndré Schmitz, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Eintritt frei

Staatsbibliothek zu Berlin
Simón-Bolívar-Saal
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin


Oliver Hilmes
, geboren 1971, studierte Geschichte, Politik und Psychologie in Marburg,Paris und Potsdam und wurde in Zeitgeschichte promoviert. 2003 veröffentlichte er mit »Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler-Werfel« seine erste erfolgreiche Biographie. Es folgten aufdie Lebensschilderungen von Cosima Wagner (2007), das Komponistenporträt zu Franz Liszt (2011) und im Jahr 2013 erschien seine Biographie des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. Oliver Hilmes’ Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die französische Ausgabe der Cosima-Wagner-Biographie (»La maîtresse de la colline«) wurde mit dem renommierten »Prix des Muses« ausgezeichnet.
Einladungen zu Lesungen und Vorträgen führten Oliver Hilmes in das Berliner Ensemble, in die Berliner Staatsoper und in das Wiener Konzerthaus, in die Villa Aurora und in das Goethe-Institut in Los Angeles sowie in zahlreiche Buchhandlungen, Literaturhäuser und Bibliotheken.

Foto: Maximilian Lautenschläger