(Ra)umgestaltung: Modulare Möblierung und Dialoglandschaften für die Stabi Unter den Linden

Im März waren Innenarchitektur-Studierende der Hochschule Coburg bei uns zu Gast, um erste Eindrücke für ihr Projektseminar zu neuen Raumkonzepten für die Stabi zu sammeln (s. den Blog-Beitrag „Vom Bach-Raum zum Mach-Raum“). In den vergangenen Monaten haben sie unter der Leitung von Prof. Mark Phillips Ideen entwickelt, Konzepte ausgearbeitet, Modelle gebastelt und Stoffmuster zusammengestellt, um ihre Ideen zur Neugestaltung einiger Räume des Hauses Unter den Linden zu veranschaulichen.

Die Bibliothek als flexibler Begegnungs- und Gesprächsort

Erste Zwischenergebnisse wurden nun bei einem Gegenbesuch in Coburg präsentiert und gemeinsam diskutiert. In vielen Entwürfen spielen flexible Möblierungskonzepte eine zentrale Rolle, etwa mit Modulen, die durch unterschiedliche Varianten des Zusammenbauens mal einen Sitzhocker, mal ein Sofa bilden können und sich überdies in abgebautem Zustand leicht verstauen lassen. So bleiben Räume für verschiedene Szenarien nutzbar und können den jeweils aktuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Modelle veranschaulichen die Ideen der Studierenden zur flexiblen Raumgestaltung

Neben diesen praktischen Raumnutzungsaspekten befassen sich die Studierenden aber auch mit der Frage, wie Räume so gestaltet werden können, dass die Stabi als offener Ort wahrgenommen wird, an dem alle willkommen sind. Ein Konzept etwa skizziert die Bibliothek als Dialoglandschaft, die den Gedankenaustausch anregt und fördert, indem an zentralen Stellen und in einladender Umgebung Pinnwände und Zettel bereitgestellt werden. Besucher:innen können eigene Ideen, Zitate oder Feedback notieren, aber auch spontan auf die Beiträge anderer Nutzer:innen reagieren und so miteinander ins Gespräch kommen.

Die Studierenden sollten ihren Ideen in dieser Konzeptphase freien Lauf lassen und sich nicht von vornherein durch Machbarkeits- und Umsetzungsfragen zu sehr einschränken. So sind auch Konzepte entstanden, die zunächst utopisch anmuten mögen, als Anregung aber durchaus charmant sind und zum Weiterdenken einladen – etwa ein Entwurf, der die Stabi durch großflächige Bepflanzung in einen Lesegarten verwandelt und die Idee gemeinschaftlicher Urban Gardening-Aktivitäten vom städtischen Raum gewissermaßen in die Bibliothek hineinwachsen lässt.

Raumgestaltung – ein partizipativer Prozess

Bei all diesen Entwürfen handelt es sich – auch das war den Studierenden wichtig – um Work in progress, um eine kreative Ideensammlung, die im Gespräch mit Bibliotheksnutzenden und -mitarbeitenden weiterentwickelt und deren Praxistauglichkeit in partizipativen Testphasen erprobt werden muss. Bis zum Semesterende werden die Studierenden nun unser Feedback einarbeiten und ihre Ideen präzisieren – wir sind schon sehr gespannt auf die finale Version der Entwürfe. Wenn es dann an erste Pilot-Umsetzungen geht, ist natürlich auch Ihre Meinung gefragt! Vielleicht können Sie ja schon bald im Bach-Raum flexible Sitzmöbel ausprobieren oder hängende Gärten bestaunen.

 

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