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UN iLibrary – Neues Angebot für Veröffentlichungen der Vereinten Nationen

Vom Heft über The new atomic age aus dem Jahre 1956 bis zum jüngst erschienen E-Book über Death Penalty and the Victims: Die Staatsbibliothek zu Berlin ist seit 60 Jahren Depotbibliothek für die Vereinten Nationen und bietet ab sofort einen voll umfänglichen Zugriff auf die neue Publikationsdatenbank UN iLibrary.

Inhalte der UN iLibrary

Die UN iLibrary definiert sich als umfassende digitale Bibliothek für Publikationen der Vereinten Nationen. Sie hält jetzt in der Startphase rund 1.700 Titel zu Themen wie Sicherheit, Menschenrechte, Wirtschaft, internationales Recht oder Klimawandel bereit. Dazu gehören auch Titel wie den Human Development Report, die Yearbooks of the International Law Commission oder den World Investment Report.

Pro Jahr wächst die Datenbank dann um bis zu 500 neue Bücher sowie Zeitschriften und Arbeitspapiere in den offiziellen UN-Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch. Die Inhalte können komplett oder kapitel- bzw. artikelweise recherchiert, angezeigt, heruntergeladen, zitiert (DOI) und in Literaturverwaltungen (EndNote, Ref Manager, ProCite, BibTeX, RefWorks) gespeichert werden. Die UN iLibrary umfasst ausschließlich Publikationen und Daten von United Nations Publications, hier die komplette Liste der enthaltenen Titel, Stand 10/2016.

Weitere UN-Informationsressourcen

Mit der UN iLibrary ergänzen die Vereinten Nationen ihr digitales Publikationsangebot um eine kommerziell vertriebene umfangreiche Datenbank. Es empfiehlt sich, je nach thematischem und zeitlichem Interesse, auch die weiteren UN-Datenbanken zu konsultieren, die von der UN frei zur Verfügung gestellt werden:

Hintergrund: Das Depotbibliothekssystem der Vereinten Nationen

Das System der Depotbibliotheken der Vereinten Nationen existiert seit 1946 und sieht vor, zentrale Dokumente und Publikationen der UN an über 350 Bibliotheken weltweit zu liefern, um deren freie Zugänglichkeit zu garantieren. Das Depotbibliothekssystem basiert auf der UN Administrative Instruction ST/AI/189/Add.11/Rev.2.

Die Situation der UN-Depotbibliotheken hat sich in letzter Zeit tief greifend verändert, da der Versand der Publikationen seit 2012 eingestellt wurde und nun durch die Lizenzierung der UN iLibrary abgelöst wird. Einer Bibliothek pro Land wird der Zugriff auf die UN iLibrary kostenfrei gewährt, – für Deutschland ist dies die Staatsbibliothek zu Berlin. Die neue UN-Veröffentlichungspolitik wird von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren weltweit kritisch gesehen. Deshalb veröffentlichte die American Library Association dazu eine Resolution on the Restoration of the United Nations Depository Library System. Das Geschäftsmodell der UN iLibrary widerspricht angesichts des Lizenzmodells den Sustainable Development Goals, der Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen sollten in ureigenem Interesse ihre Publikationen dem Open-Access- und Open-Government-Gedanken folgend allen Menschen frei zur Verfügung zu stellen, – auch in Übereinstimmung mit dem Prinzip des „free and balanced flow of information“ der UN-Sonderorganisation UNESCO.

Nichtsdestotrotz befürwortet die Staatsbibliothek zu Berlin die UN iLibrary  als eine neue Plattform für die digitale Bereitstellung von Publikationen der Vereinten Nationen, da diese Datenbank das möglichst lückenlose Angebot der UN-Inhalte gewährleistet. Die älteren UN-Publikationen sind im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin in gedruckter Form langfristig archiviert und zugänglich, darunter neben den bekannten einschlägigen Reihen wie das United Nations juridical yearbook auch die eingangs genannte Broschüre The new atomic age von 1956 oder der Report aus dem Jahre 1958 zum Thema Legal Status of married women.

Darüber hinaus setzt sich die Staatsbibliothek zu Berlin zusammen mit den weiteren UN-Depotbibliotheken für die Gewährleistung eines freien und langfristigen Zugangs zu UN-Publikationen ein. Die Staatsbibliothek zu Berlin definiert sich hier als Teil eines aktiven Netzes aus Partnerinnen, Kuratoren, Vermittlerinnen und Fürsprechern für die Vereinten Nationen und deren Veröffentlichungen. Deshalb freuen wir uns über Ihr Feedback sowohl zur neuen Datenbank UN iLibrary, zu den weiteren UN-Datenbanken als auch zu unseren UN-Beständen in gedruckter Form!

Für Forschung und Kultur – Auch während der Open Access Week 2016

Vor dem Hintergrund der Berliner Open Access-Strategie – wir berichteten  – findet anlässlich der heute beginnenden internationalen Open Access Week 2016 an den Bibliotheken der hiesigen drei großen Universitäten die Posterausstellung Open in Action statt. Selbstverständlich sind auch wir mit einer Präsentation unserer Initiativen für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen dabei, wenn es darum geht, die aktuellen Open Access-Aktivitäten in Berlin und Brandenburg vorzustellen.

Begleitend werden die insgesamt 30 Poster auch im Rahmen des Podiumsgesprächs Open in Action – Praxisperspektiven zu sehen sein – also am kommenden Mittwoch, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr, in den Räumen des Wikimedia Deutschland e.V.

Da wir getreu nach Elvis Presley das Motto der diesjährigen Open Access Week sehr ernst nehmen, startet bei uns bereits am morgigen Dienstag die dreiteilige Veranstaltungsreihe Publikationskulturen im Wandel – Open Access in den … Ziel dieser Workshops ist es, den Stand der Transformation des Publikationssystems in jenen Wissenschaftsbereichen auszumessen, in denen die Staatsbibliothek zu Berlin ihre Sammel- und Kompetenzschwerpunkte hat.

Seien Sie uns herzlich willkommen! Unsere Türen stehen offen und ermöglichen Ihnen – klar! – Open Access.

Freikaufen per Sammelbüchse

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist Mitglied im „Library Selection Committee“ des Open-Access-Projektes „Knowledge Unlatched“

Im Juni 2016 beginnt die Auswahl der E-Books, die im Rahmen der nunmehr dritten Auflage des Open-Access-Projektes „Knowledge Unlatched“ ab 2017 als kostenfreie Publikationen für Forschung und Wissenschaft erscheinen werden. Die Staatsbibliothek zu Berlin, die das Projekt seit der ersten Minute unterstützt, wurde nun ins Auswahlkomitee berufen. Wir haben die Ehre aus über 300 Vorschlägen für bis dato noch nicht erschienene Titel diejenigen zu nominieren, die als E-Book im Kontext des Projektes erstmals veröffentlicht werden sollen. Außerdem werden zum ersten Mal auch Titel ausgewählt, die bereits zwischen 2005 und 2015 erschienen sind und nun nachträglich Open Access publiziert werden sollen. Hier gilt es ebenfalls aus 300 Einreichungen die 150 geeignetsten Titel auszuloten.

„Knowledge Unlatched“ wurde im September 2012 von Frances Pinter initiiert, um die Open-Access-Publikation von Monografien zu fördern. Das Crowdfunding-Geschäftsmodell basiert darauf, dass die teilnehmenden Bibliotheken eine bestimmte, im Vorfeld festgelegte Gesamtsumme investieren, die dazu eingesetzt wird, die Titel im Anschluss unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen und sie damit für alle, also auch denjenigen, die am Projekt nicht teilgenommen haben, kostenfrei verfügbar zu machen. Je mehr Bibliotheken sich beteiligen, desto geringer ist die Summe, die pro Einrichtung für das E-Book bzw. das Paket bezahlt werden muss. Die Pilotkollektion 2013 / 2014 umfasste ein Paket aus 28 Titeln der Geistes- und Sozialwissenschaften. In der zweiten Runde 2015 / 2016 konnten bereits 78 Titel verteilt auf 8 verschiedene Pakete durch die Teilnahme von über 300 Bibliotheken im Open Access veröffentlicht werden. Für die dritte Runde ist geplant, nicht nur Neuerscheinungen sondern auch Backlist-Monografien sowie auch wissenschaftliche Zeitschriften einzubeziehen. Die Staatsbibliothek zu Berlin gehörte zu den ersten Bibliotheken in Deutschland, die das Projekt unterstützten, und wir freuen uns umso mehr, unter den drei deutschen Bibliotheken zu sein, die nun ins Auswahlkomitee berufen worden sind.

Liste der Knowledge-Unlatched-E-Books im Stabikat:

Mehr Informationen unter: http://www.knowledgeunlatched.org/