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Superheldencomics als mobiles Archiv

Huch, ein Batman-Heftchen neben Kants ledergebundenen Schriften oder einer Musikhandschrift? Gar nicht so abwegig: Seit 2015 sammelt die Staatsbibliothek zu Berlin erstmals auch systematisch Comics und Graphic Novels für Erwachsene. Dass Comics ein relevanter Forschungsgegenstand sind, zeigen regelmäßige Vorträge von Comicexperten. Anlässlich der Schenkung einer Sammlung amerikanischer Comics sprach Prof. Dr. Daniel Stein von der Universität Siegen über Superheldencomics als mobiles Archiv.

Vitrinenpräsentation ‘SuperheldInnen’ – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC BY-SA-NC 3.0

70.000 Hefte – so groß ist die Sammlung, die Johannes Ruscheinski der Staatsbibliothek zu Berlin überlässt. „Dadurch vervielfacht sich unser Comic-Bestand“, sagt Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung in der Staatsbibliothek. „Die Sammlung, die im Wesentlichen den Zeitraum von Mitte der 1980er Jahre bis 2014 umfasst, ist in ihrer Vollständigkeit so überzeugend, dass wir dieses Geschenk selbstverständlich gerne angenommen haben.“ Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf weiblichen Figuren – Superheldinnen wie Wonder Woman, Ms. Marvel, Batwoman oder Red Sonja.

Daniel Stein zeigte sich im Werkstattgespräch begeistert über das Sammlungsinteresse der Staatsbibliothek im Bereich der Comics. Dies sei keineswegs eine Selbstverständlichkeit: Zwar seien etwa Graphic Novels sehr beliebt und schon länger Gegenstand institutioneller Sammlungsbemühungen, doch würden gerade Superheldencomics oft noch als sammlungsunwürdige „Trivialliteratur“ betrachtet und vernachlässigt. Dabei seien letztere wegen ihrer Präsenz in der Populärkultur, etwa im Blockbusterkino und in Fernsehserien, aber auch als Werbeträger, von gesellschaftlicher Bedeutung. Es sei daher interessant, die Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte dieser breiten Präsenz zu untersuchen, um den Erfolg solcher narrativen Formate zu verstehen.

Prof. Dr. Daniel Stein. – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC BY-SA-NC 3.0

In seinem Vortrag stellte Daniel Stein seinen Ansatz vor, Superheldencomics als mobile Archive zu betrachten. Zwei Fragen standen dabei im Vordergrund: Wie werden sie archiviert? Und wie tragen sie selbst zu ihrer Archivierung bei? Dabei versteht Stein „Archiv“ nicht als statische Struktur, sondern als gesellschaftliche Praxis der Auswahl, Ordnung und Bewahrung von Vergangenem.

Dies hängt erstens damit zusammen, dass Comics in der Regel serielle Erzählungen sind. Bis in die 1950er Jahre hinein kommen Comics als abgeschlossene Episoden vor: Mit jedem Kapitel fängt die Handlung wieder beim Ursprungszustand an, vorausgegangene Geschehnisse sind irrelevant. Doch dann setzt sich eine neue Form des episodenübergreifenden Erzählens durch, mit der eine wachsende Relevanz der Serienvergangenheit einhergeht. Bereits Erzähltes kann nun nicht mehr ignoriert werden. Jede neue Folge baut auf einer Seriengeschichte auf, die schon feststeht und nur noch variiert, nicht aber negiert werden kann. Die Kenntnis der Vergangenheit wird für die Autoren notwendig – im Zweifel muss das Serienarchiv konsultiert werden.

Zweitens spielt bei Comics die Fankultur eine große Rolle. Schon früh bringen sich die Fans mit Leserbriefen und eigenen Fanzines ein. Darüber hinaus sorgen sie mit ihren Serienkollektionen und Tauschbörsen für eine Systematisierung der Seriengeschichten: Comics werden auf diese Weise Teil eines Archivs.

Vortrag von Prof. Dr. Stein “Superheldencomics als mobiles Archiv” – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC BY-SA-NC 3.0

Neben dieser aktiven Leserschaft tragen, so Daniel Stein, aber auch die Comics selbst mit bestimmten Mechanismen zu ihrer eigenen Archivierung bei. Beispiele hierfür sind etwa die bei Marvel vorkommenden Fußnoten, die mit Verweisen auf ältere Hefte der Kontextualisierung laufender Handlungen dienen, und explizite Verweise auf die Serienvergangenheit durch die Figuren selbst. Auch narrative Formate wie Metaerzählungen, Parodien und Metalepsen führen laut Stein zur Selbstarchivierung von Comics, da hier die Kenntnis der Serienvergangenheit vorausgesetzt wird.

Verlage nutzen diese Mechanismen der Selbstarchivierung der Comics kommerziell: Reprints machen die Serienvergangenheit auch für Neulinge verfügbar, die nicht über eine langjährig aufgebaute eigene Sammlung verfügen. Gleichzeitig werden die Verlage durch die unvermeidbare Selektion bei den Reprints (nach kommerziellen Kriterien) zu Akteuren in einem Kanonisierungsprozess, der wiederum ständig neu verhandelbar ist: Was kommt in den Kanon? Was gilt als so wichtig, dass es überliefert werden soll? Und wer hat die Autorität, dies zu entscheiden?

Außer Frage steht, dass Sammler im Archivierungsprozess der Comics eine essentielle Rolle spielen. Comics sind als Teil der Populärkultur a priori nur zum Einmalgebrauch konzipiert, was sich vor allem in der Anfangsphase in der billigen Produktion niederschlägt: Durch die archivarische Aktivität von Amateuren wird zu archivieren versucht, was nicht für die Aufbewahrung bestimmt ist.

Vitrinenpräsentation ‘SuperheldInnen’ – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Lizenz: CC BY-SA-NC 3.0

Abschließend wollte Carola Pohlmann von Daniel Stein noch wissen, was er sich als Comic-Forscher von der Staatsbibliothek wünsche. Seine Antwort: Neben der Sicherung existierender Bestände sei insbesondere ein ständiger Dialog zwischen Forschern, Sammlern und Bibliothekaren wesentlich. Nur so könne in stetem Austausch immer wieder neu gefragt werden: Was ist wichtig? Was brauchen wir?

In der Staatsbibliothek geht es nun erst einmal an die Katalogisierung der neu hinzugekommenen Comics, damit nach und nach die gesamte Sammlung zugänglich gemacht werden kann. Die kostbaren Hefte stecken – verstärkt durch passgenaue Pappen – einzeln in speziellen Magazinhüllen, die wiederum zu jeweils 100–150 Heften in säurefreien Boxen gelagert werden. Interessierten Nutzerinnen und Nutzern wird dieses empfindliche Material nach der Einarbeitung im Lesesaal der Kinder- und Jugendbuchabteilung zur Verfügung gestellt.

 

Ein Beitrag von Jonas Dehn, wissenschaftlicher Assistent (in Fortbildung) in der  Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Reise ins China des frühen 20. Jahrhunderts – mit einer Online-Fotoausstellung zum Nachlass Fritz und Hedwig Weiss

Im Frühjahr 2016 hat die Staatsbibliothek zu Berlin den Nachlass Weiss übernommen, des deutschen Konsuls Fritz Weiss und seiner Frau Hedwig Weiss-Sonnenburg. Die Sammlung, die zahlreiche Dokumente und Fotografien insbesondere aus dem mehrjährigen Aufenthalt des Ehepaares Weiss im Südwesten Chinas zu Beginn des 20. Jahrhunderts enthält, wurde von Tamara Wyss, der Enkelin von Fritz und Hedwig Weiss, an die Staatsbibliothek übergeben.

Tamara Wyss auf den Spuren ihrer Großeltern, Chongqing, 2002. Foto: privat, Fotografin: Lie Mei

Tamara Wyss hat sich viele Jahre intensiv mit der Geschichte ihrer Großeltern befasst. Sie recherchierte in den Archiven nach der diplomatischen Korrespondenz aus dem Konsulat Chengdu, reiste auf den Spuren ihrer Großeltern und versuchte dabei den Ursprung der Fotografien und Aufzeichnungen zu ermitteln. Sie nahm es sich zum Ziel, die Geschichte ihrer Großeltern der Öffentlichkeit bekannt zu machen, beispielsweise mit Fotoausstellungen in China an den Orten, wo ihre Großeltern gelebt haben, einem Bildband mit zahlreichen Fotos aus dem Nachlass (Gestern im Land von Ba und Shu, 2009), sowie Buchpräsentationen.

Tamara Wyss ist im März 2016 verstorben. Wir haben gerne ihren Wunsch aufgegriffen, eine Auswahl der Fotografien aus dem Nachlass gemeinsam mit Erinnerungen aus den Tagebüchern und Aufzeichnungen von Fritz und Hedwig Weiss in einer Online-Ausstellung zu präsentieren. Mit dieser Ausstellung möchten wir an ihr Schaffen erinnern und ihr Bestreben fortsetzen, die Geschichte ihrer Großeltern zu erzählen.

Max Friedrich Weiss (1877-1955) war Orientalist und Diplomat. Bis zum Eintritt Chinas in den Ersten Weltkrieg war er deutscher Konsul in Chengdu, Sichuan, und Kunming, Yunnan. 1899, im Alter von 22 Jahren, reiste Fritz Weiss nach Abschluss seines Studiums in den Fächern Jura und Chinesisch zum ersten Mal nach China. Zunächst war er als Dolmetscher tätig, trat aber schnell in den konsularischen Dienst über. 1904 wurde er an das Konsulat in Chengdu versetzt, 1907 übernahm er bereits die kommissarische Leitung und ab 1912, nach Bestehen der Konsularprüfung, die Leitung des Konsulats. Bei einem Heimaturlaub im Jahr 1911 wurde er mit Hedwig Margarete Sonnenburg (1889-1975) bekanntgemacht, die ihn nach ihrer Heirat noch im selben Jahr nach China und auf den neuen Posten begleitete. Hedwig Weiss war als Reiseschriftstellerin und Kinderbuchautorin zeitlebens durch ihre Erlebnisse in China geprägt und hat diese in ihren Texten verarbeitete. 1914 wurde Fritz Weiss nach Yünnan-fu, dem heutigen Kunming, versetzt, um dort ein neues Konsulat zu errichten. Die zwei Töchter des Ehepaares Weiss, Jutta und Alice, wurden in Yunnan geboren.

Am Wannsee, Fritz und Hedwig während der Verlobungszeit, Frühjahr 1911

Hedwig Sonnenburg war eine sehr abenteuerlustige und neugierige, aber auch romantische junge Frau. In ihren Memoiren schreibt sie: „[…] die Sehnsucht in die Ferne war mächtig in mir. Jede Weite, die ich vor mir sah, liess mich von noch grösseren Weiten träumen, jeder Wald liess den ewigen Wald vor mir entstehen, jeder Ritt, wenn die Luft um meine Ohren brauste, liess mich von wilden Ritten über unbekannte, endlose Steppen träumen.“ (S.3) Und Fritz Weiss erinnert sich in seinen Memoiren: „Mag sein, dass die Aussicht auf eine wilde Reise über den Pamir, ein Projekt, mit dem ich mich damals trug, bis zu einem gewissen Grad bei den Entschließungen von Frl. Sonnenburg für mich gesprochen hat.“ (S.308)

Zwischen Kennenlernen, Verlobung, Heirat und Abreise nach Chengdu, wo Fritz seinen Posten als Konsul antreten sollte, widmeten sie sich aufwendigen Reisevorbereitungen für ihr Leben und die geplanten Expeditionen in China. Sie hatten Kameras zur Dokumentation ihrer Erlebnisse im Reisegepäck und organisierten sogar einen Edison-Phonograph zur Aufnahme von Gesängen auf Wachswalzen, die sie Prof. Hornbostel vom psychologischen Institut in Berlin versprochen hatten (Hedwig Weiss-Sonnenburg, Memoiren, S.9); mit ihm zeichneten sie die Gesänge der Yangzi-Treidler und eines Stammes aus dem Volk der Yi auf. Die Wachswalzen sind heute im Bestand des Ethnologischen Museums in Berlin.

Begleiten Sie Fritz und Hedwig Weiss auf ihren Spuren durch das Südwestchina des frühen 20. Jahrhunderts, einer politischen und gesellschaftlichen Umbruchsphase zwischen den letzten Jahren des Qing-Reiches und dem Eintritt Chinas in den Ersten Weltkrieg im Jahr 1917, in dessen Folge die diplomatischen Beziehungen mit dem deutschen Kaiserreich abgebrochen wurden und die Familie Weiss aus China ausreisen musste. Besuchen Sie mit ihnen die Städte Chongqing, Chengdu und Kunming. Nehmen Sie teil an ihren abenteuerlichen Reisen und Expeditionen per Boot durch die Drei Schluchten des Yangzi ins chinesische Hinterland, in die entlegenen Bergregionen und Flusstäler Sichuans, zu dem unabhängigen Volk der Yi und bei der Ausreise aus China 1917, die mit einem Marsch quer über Land von Kunming in nördlicher Richtung zum Yangzi startete.

Die Fotoausstellung Reisen im Südwesten Chinas, 1899-1917 zum Nachlass Weiss finden Sie unter:
themen.crossasia.org/weiss oder crossasia.org > Ressourcen > Themenportale

Dieser Beitrag erschien zuerst im CrossAsia Blog

Yalong-Schlucht, 1910

Yangzi-Treidler bei der Arbeit, 1911

Gasse in Chongqing mit den Sänften von Fritz und Hedwig, 1912-1914

Familiengruppe vor einem Haus der Yi mit typischer Kleidung und Kopfschmuck, Herbst 1913

 

Drei Briefe im Juni

Drei Briefe im Juni oder Autographen können nicht fahren …

Die Arbeit in der Handschriftenabteilung ist außerordentlich abwechslungsreich. Die Bestände sind einzigartig und vielfältig. Die Besucher und Anfragen kommen aus der ganzen Welt. Wir sind keine Graphologen und die Frage eines Besuchers, was denn Autographen wären,  ob sie fahren könnten wie die deutschen Autos, musste ich verneinen. Das Wort kommt aus dem Griechischen- auto graph – heißt selbst geschrieben, lateinisch manu propria. Eigenhändig  geschrieben sind die im Haus gesammelten Briefe und Aufzeichnungen.

In der Bibliothek entstand über einen Zeitraum von mehr als 350 Jahren ein Besitz von außerordentlicher Tiefe und Verschiedenartigkeit, da durch die Eingliederung von Sonder- und Privatsammlungen vielfältiges detailliertes Wissen ins Haus kam. Das sind mittelalterliche und moderne Handschriften, handschriftliche Nachlässe von Dichtern, Wissenschaftlern und Komponisten, Noten und Karten, Sammlungen und Einzelautographe, bei denen immer der Besitzer mit seinem Wissen den Charakter der Sammlung prägte.

Im 20. Jahrhundert stiftete zum Beispiel der Chemiker Ludwig Darmstaedter (1846-1927) seine Autographen-Sammlung zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik samt einem finanziellen Erwerbungsetat für die Weiterführung der Sammlung in der Staatsbibliothek. Seine Sammlung enthielt auch vollständige Nachlässe von bedeutenden Wissenschaftlern, Typoskripte, Porträts, Karten, Sonderdrucke und Faksimiles.

Unter den über 1000 Nachlässen in der Bibliothek stehen großartige Namen wie Alexander von Humboldt oder Adelbert von Chamisso heute im Mittelpunkt einzelner Projekte der Staatsbibliothek. Ihre Aufzeichnungen können weltweit digital betrachtet werden. Bei der Suche nach Autographen bietet die Verbunddatenbank Kalliope den Sucheinstieg in die Welt der handgeschriebenen Objekte, weist die Namen und Bestände nach.

Es gibt Hunderttausende Autographen in der Staatsbibliothek, ich möchte drei herausgreifen und sie kurz vorstellen. Es geht wie so oft auch bei großen Geistern um profane Fragen- ums Geld und  um die Liebe.

Am 4. Juni 1519 nahm ein Künstler in Rom die Feder zur Hand und sorgte für die Verbesserung seiner finanziellen Situation:

In Übersetzung lautet der Text: „ich Michelangelo Sohn des   Lodovichio Simoni, Florentinischer Bildhauer hier in Rom  habe heute empfangen, an diesem Tage, dem 5. Juni von Lionardo de Bartolini, ebenfalls einem Florentiner, zur Bezahlung eines Gemäldes unserer Frau, das ich zu machen übernommen habe, 100 Dukaten aus der Kammer und zur Beglaubigung, das es wahr sei, habe ich dies mit meiner eigenen Hand – manu propria – geschrieben. 1519.

Michelangelo Buonarroti (1475- 1564), der Maler, Bildhauer und einer der größten Künstler aller Zeiten schrieb also eine Quittung über 100 Dukaten für Lionardo de Bartolini. Dieses Blatt aus der Sammlung Darmstaedter wurde durch das Antiquariat Martin Breslauer in Berlin erworben und kostete 1917 stattliche 1000 Mark.

Ludwig Darmstaedter, der große Sammler und Mäzen der Staatsbibliothek wollte seiner Sammlung unbedingt ein Blatt der Großen der italienischen Renaissance hinzufügen. Aber Autographe der Künstler dieser Zeit sind höchst selten und oftmals gefälscht. Nach längeren Verhandlungen und der Vermittlung Martin Breslauers, zu dem Darmstaedter herzliche Verbindungen unterhielt, und der wie er im Verein der  Freunde der Staatsbibliothek aktiv war, konnte dieses Blatt aus dem Besitz des Kaisers Maximilian von Mexiko erworben werden. Oder war es doch das Werk eines Fälschers? Die Korrespondenz zu dieser Frage wird bis in die Gegenwart geführt.

Ein anderes pekuniäres Thema spricht der schwedischer Chemiker und Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) am 30. Juni 1880 in einem Brief an den deutschen Bergverwalter Bernhard Turley (1831-1908) an. Alfred Nobel hielt sich in Berlin auf und schrieb seinem alten Mitarbeiter, dass ihm seine Erfindung abgesprochen werden soll.

Es taucht plötzlich in Amerika ein H. Dittmar, welcher ehemals auf Krümmel in der Dynamit Fabrik angestellt war, auf und will mir die Dynamit Erfindung abstreiten.“  

Alfred Nobel war der Erfinder des Dynamits, jenem Sprengstoff, der auf der Anwendung von Nitroglycerin beruht. Er ist der Stifter des Nobelpreises, der alljährlich in Stockholm vergeben wird und dessen Stiftungskapital aus dem weltweiten Gewinn des Dynamits stammt. Nobel ließ sich 1867 seine Marke patentieren und übersiedelte mit seiner Fabrik nach Krümmel bei Hamburg. Turley arbeitete von 1866-1868 für Nobel, zur gleichen Zeit wie Carl H. Dittmar.

doch wäre es mir von hohem Interesse zu erfahren was sie sich wohl noch aus dieser nebelumschleierten Zeit erinnern können, Sie waren glaube ich bei den Versuchen sowohl in Clausthal als Königsgrube anwesend…. . Können Sie sich noch erinnern: Oder haben Sie an diese Zeit noch andere, die curiose Geschichte erläuternde Erinnerungen?

Ein Antwortbrief ist uns nicht überliefert, aber Alfred  Nobel gewann den Streit, sonst gäbe es heute keinen Nobelpreis.

Auch im Juni, am 18. 6.1810 schrieb Adelbert von Chamisso aus Paris an seinen Freund, den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué in Berlin: Als Gedicht reimt er

„Kann nicht reden, kann nicht schreiben, kann nicht sagen wie mir ist, …mit der Arbeit wills nicht vorwärts …,kann nicht wissen wie mir ist.

Das Blatt ist Teil des seit den 1930er Jahren  in der Staatsbibliothek verwahrten Nachlasses des Dichters und befindet sich in den digitalen Sammlungen der Bibliothek.

Für eine Stelle in Paris erhielt er eine Absage, mit der Arbeit und in der Liebe wollte nicht so recht gelingen. Doch schon fünf Jahre später schuf er in der Abgeschiedenheit des brandenburgischen Kunersdorf „Peter Schlemihls wundersame Reise“. Dieses Märchen  wurde ein Welterfolg und brachte finanzielle Sicherheit. Auch dies gehört zum Nachlass- ein umfangreiches Werk, kein langer Brief, sondern ein Manuskript.