Unsere Beiträge zu den Wissenschaften und Forschung

Internationale Konferenz DCH 2017 vom 30.8.-1.9.

Interdisziplinäre Konferenz über die digitale Transformation des kulturellen Erbes vom 30. August bis 1. September 2017

Nach 2015 findet die Interdisciplinary Conference on Digital Cultural Heritage wiederum in den Veranstaltungsräumen der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Sie wird in enger Kooperation der Kartenabteilung mit CODATA Germany und weiteren Partnern aus der Kartographie durchgeführt. Die digitale Transformation des kulturellen Erbes wird nicht durch die zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung gescannter Bilder erreicht, sondern durch die konsequente Anwendung neuer Technologien und innovativer Bearbeitungsmethoden. Der interdisziplinäre Ansatz spielt hierbei eine übergeordnete Rolle, was durch die Fokussierung auf die Kartographie verdeutlicht wird: Karten werden von allen Wissenschaften, die räumliche Wirkungen und Muster untersuchen, benötigt. Geoportale, Webmapping, 3D Clouds, Semantik oder Toponomastik sind nur wenige Schlagworte, die auf die breite Anwendungsvielfalt hinweisen.

SBB-PK CC BY-NC-SA

Die materialistischen Vier – Unser Dialog mit der Forschung geht in eine neue Runde

Was wären die drei Musketiere ohne D’Artagnan – oder die drei ??? ohne Alfred Hitchcock?

Insofern ist es wohl auch nur konsequent, unsere beliebte, in Kooperation mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität sowie der Universität Potsdam organisierte Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog ab Oktober 2017 in eine vierte Runde zu schicken. Zu unserer Freude können wir inzwischen sogar noch eine weitere Universität als Mitveranstalterin begrüßen, deren sicherlich berühmtester Angehöriger ein ganz eigentümliches materiales Aufschreibesystem pflegte. Klar, die Rede ist von der Universität Bielefeld bzw. von Niklas Luhmanns legendärem Zettelkasten, der übrigens im Rahmen eines langfristigen Akademievorhabens gegenwärtig digitalisiert wird.

Zwar ließe sich die abermalige Fortsetzung unserer Veranstaltungsreihe mit dem systemtheoretischen Instrumentarium des berühmten Soziologen durchaus als autopoietische Basisoperation analysieren. Aber wir wollen uns hier schließlich nicht verzetteln:

Freuen Sie sich vielmehr auf ein gewohnt vielfältiges Vortragsprogramm, das den Bogen vom mittelalterlichen Codex über Propagandaflugblätter des Zweiten Weltkriegs bis zum zeitgenössischen russischen Künstlerbuch spannt, das schlecht gemachten Büchern ebenso zu ihrem Recht verhelfen will wie dem von den Literaturwissenschaften allzu leichtfertig übersehenen Schreibtisch und das Ihnen Gotthold Ephraim Lessing zur Abwechslung einmal als Verleger vorstellen möchte. Erfahren Sie in dieser Reihe, dass Frakturprobleme nicht zwangsläufig etwas mit komplizierten Knochenbrüchen zu tun haben müssen und Kopieren nicht erst in der Postmodene als Sampling zur Kunst wurde. Werfen Sie einen Blick in die disziplinierenden Regale der chinesischen Sammlung der Kurfürstlichen, Königlichen und Preußischen Staatsbibliothek und lassen Sie sich von der Aura ausgewählter Manuskripte aus dem Walter Benjamin Archiv faszinieren.

Apropos Walter Benjamin: Es versteht sich, dass im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit einige Vorträge der kommenden Veranstaltungsserie auch auf unserem Youtube-Kanal veröffentlicht werden. Dort können Sie sich zudem bereits einen kleinen Eindruck von den ersten drei Folgen unseres Dialogs mit der Forschung verschaffen.

Und vielleicht wollen Sie auch unserer herzlichen Einladung folgen, an den unregelmäßig stattfindenden Begleitveranstaltungen teilzunehmen, in deren Rahmen wir –  so viel sei schon verraten – gemeinsam mit internationalen Forschenden die Perspektiven des Materialitätsparadigmas diskutieren oder mit einem weltbekannten Überraschungsgast die Möglichkeiten des post-digitalen Buchdrucks sowie der Herstellung von Druckbuchstaben im 21. Jahrhundert ausloten möchten.

Bleiben Sie also gespannt. Wir freuen uns derweil auf Sie!

 

Bamberger Autographe online

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Hoffmann digital mit neuen Inhalten und frischem Design

Die virtuelle Galerie Hoffmann digital des E.T.A. Hoffmann Portals präsentiert sich in neuer Optik und mit einem starken Zuwachs an spannenden Inhalten: den Bamberger Autographen. Die Sammlung umfasst 39 Briefe von und vier Briefe an E.T.A. Hoffmann, 16 Originalzeichnungen (davon drei auf Briefen), fünf Werkmanuskripte bzw. Teile davon, eine autographe Partitur, zwei Abschriften von musikalischen Werken Hoffmanns, einen Verlagsvertrag, ein Tagebuchfragment, ein Stellengesuch, drei Todesanzeigen für den Kater Murr, drei Widmungen in Büchern und einen Namenszug im Klavierauszug von Mozarts „Don Giovanni“ – dem einzigen erhaltenen Buch aus Hoffmanns Bibliothek. Hinzu kommen eine Quittung von Hoffmanns Frau Maria Thekla Michaelina und ein Eintrag für E.T.A. Hoffmann in der Sterbematrikel der evangelischen Jerusalemgemeinde in Berlin.

Die Staatsbibliothek Bamberg hat ihre Hoffmann-Autographe im Jahr 2016 im Rahmen des Projekts E.T.A. Hoffmann Portal digitalisiert und in Kalliope, der nationalen Datenbank für Nachlässe und Autographe, katalogisiert und erschlossen. Seit Mai 2017 sind die Werke in den digitalen „Bamberger Schätzen“ der Staatsbibliothek Bamberg sowie im E.T.A. Hoffmann Portal frei zugänglich.

Erstmals haben Nutzerinnen und Nutzer nun weltweit die Möglichkeit, die Autographe zu jeder Zeit und von jedem Ort aus im Detail zu studieren. Hoffmann digital bietet zu diesem Zweck einen stufenlosen Deep Zoom, umfassende Metadaten und verschiedene Download-Optionen an. Zudem sind die illustrierten Werke mit einer Thumbnail-Übersicht über alle enthaltenen Illustrationen ausgestattet. Über die Merkfunktion können temporäre Favoritenlisten erstellt und zur Weiterverarbeitung exportiert werden.

Starke Ausweitung der Inhalte bis 2019

Im Rahmen des ebenfalls an der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelten Folgeprojekts „E.T.A. Hoffmann Portal 2“ werden bis Ende 2019 sukzessive weitere digitalisierte Materialien zu E.T.A. Hoffmann in Hoffmann digital zur Verfügung gestellt. Neben der Integration von einzelnen Werken aus externen Einrichtungen liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Digitalisierung von Hoffmann-Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin, darunter mehr als 800 Hoffmanniana aus der Zeit zwischen 1800 und 1920, vergriffene Werke aus dem Zeitraum 1921 bis 1965, und 33 Brief- und Musikautographe sowie etwa 200 Werke, die E.T.A. Hoffmann beeinflusst haben, und circa 600 Werke zur Rezeption Hoffmanns.