Beethoven-Quartette erworben

Jüngst konnte die Musikabteilung ein sorgsam gepflegtes Kleinod erwerben: Das Stimmenmaterial sämtlicher Streichquartette von Ludwig van Beethoven, vom Vorbesitzer − vermutlich einem Kammermusikliebhaber − liebevoll in vier weinrote mit artifizieller Goldprägung versehene Halbledereinbände eingebunden. Es handelt sich um frühe Pariser Stimmausgaben der Jahre 1825-1830, die anscheinend sehr pfleglich behandelt wurden. Sämtliche Noten im klaren Plattenabzug weisen keinerlei Eintragungen, Abnutzungen und Beschädigungen auf und sind altersgemäß sehr gut erhalten. Die Genese von Beethovens Quartetten ist durch seine zahlreichen Krankheiten, Krisen und nicht zuletzt seine zunehmende Gehörlosigkeit geprägt – diese Werke wirken teilweise noch heute als erschütterndes Zeugnis.
Die erworbenen französischen Quartettausgaben beweisen einmal mehr die verbreitete Rezeption sämtlicher Quartette nicht nur im unmittelbaren Wirkungsumfeld des Komponisten. Das ist gerade für die späteren Opera beachtlich. Während etwa die ersten Quartette op. 18 noch sehr in der Tradition der großen Vorbilder Haydn und Mozart verwurzelt sind, wird auf das Fassungsvermögen der Hörer schon ab op. 59 zunehmend weniger Rücksicht genommen. Seine Werke fanden stets auch im Ausland Verbreitung und aufmerksame, “verständnisvolle” Liebhaber.

[Text von Jean Christophe Gero]

0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.