Bibliotheksräume – real & digital: Unsere Beiträge zum 6. Leipziger Bibliothekskongress

Von heute bis einschließlich Donnerstag veranstaltet Bibliothek und Information Deutschland – also die Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheks- und Informationsverbände – den 6. Leipziger Bibliothekskongress. Es versteht sich, dass auch wir bei dieser im Dreijahresturnus stattfindenden größten bibliothekarischen Fortbildungsveranstaltung in Deutschland mit den folgenden Vorträgen zum Tagungsthema Bibliotheksräume – real und digital mit von der Partie sind:

Unter den angegebenen Links werden Sie schon in Kürze die im Lauf der kommenden Tage vorgestellten Präsentationen finden können. Sollten Sie allerdings bewegte Bilder bevorzugen, so seien Ihnen diese beiden Beiträge aus unserem Hause empfohlen, die bereits im Vorfeld des Leipziger Kongresses im Rahmen der ersten Internet-Konferenz zu Bibliotheksthemen BibCast ausgestrahlt wurden:

Da aber der Mensch bekanntlich nicht vom Brot und schon gar nicht vom biblioteksfachlichen Leipziger Allerlei allein lebt, gilt am Ort der napoleonischen Völkerschlacht – zumindest am traditionellen Festabend – natürlich auch das berühmte Bonmot des Fürsten de Ligne: “Der Kongress tanzt.”

 

Frühling – Zeit für Entdeckungen: Britannica ImageQuest

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

(Er ist’s von Eduard Mörike)

Common frog (Quelle: Britannica ImageQuest © DAVID AUBREY/SCIENCE PHOTO LIBRARY / Universal Images Group)

Common frog
(Quelle: Britannica ImageQuest © DAVID AUBREY/SCIENCE PHOTO LIBRARY / Universal Images Group)

Sie sind auf der Suche nach stimmungsvollen Blumenbildern? Wollten Sie schon immer mal wissen, wie ein Grasfrosch aussieht? Oder suchen Sie Detailaufnahmen von Botticellis Primavera aus einer zuverlässigen Quelle? Mit Britannica ImageQuest – unserer neuesten Erwerbung in der Familie der Bilddatenbanken – können Sie sich nicht nur schon jetzt auf den bevorstehenden Frühling einstimmen, sondern Sie kommen mit nur wenigen Klicks durch alle Jahreszeiten und Wissensgebiete. Versprochen.

Inhalt der Bilddatenbank

Die Bilddatenbank Britannica ImageQuest bietet Ihnen Zugang zu einer einzigartigen Bildersammlung bestehend aus fast 3 Millionen Bildern, Grafiken und Illustrationen von mehr als 50 vertrauenswürdigen Quellen. Dazu zählen beispielsweise Getty Images, National Geographic Society, The Times Picture Archive, Natural History Museum, Bridgeman Art Library und National Portrait Gallery of London.

Sie haben die Möglichkeit, die Bilder nach Themenbereichen, Stichwörtern und Bildquelle zu durchsuchen. Jedes Bild kann heruntergeladen, ausgedruckt oder per E-Mail verschickt werden. Alle Bilder haben eine gute Auflösung, detaillierte Metadaten und eine genaue Zitierangabe. Wenn Sie sich einen eigenen Account erstellen, können Sie außerdem eigene Alben kreieren und Notizen zu den Bildern anlegen.

Verwendungsmöglichkeiten der Bilder

Die Nutzung der Bilder ist nur für persönliche bzw. nicht kommerzielle Bildungszwecke zulässig. Bei dieser Verwendung ist stets der volle Rechteinhaber- und Quellennachweis anzugeben. Mehr Informationen zur Verwendungsmöglichkeit der Bilder finden Sie in der Beschreibung der Datenbank im Datenbank-Infosystems (DBIS) oder direkt bei Britannica ImageQuest.

Recherchemöglichkeiten

Sie haben die Wahl: Sie können durch die Eingabe von Begriffen in den Suchschlitz auf der Startseite sofort mit Ihrer Suche beginnen. Die Filtereinstellung lässt die Auswahl von einzelnen Sammlungen oder von Bildformaten (horizontal, vertikal, quadratisch) zu.

Oder Sie nutzen eine der unterschiedlichen Einstiegsvarianten und browsen in spannenden Themengebieten oder Quellen. Über den Schnellstart Get a jump start gelangen Sie direkt in eine Auswahl beliebter Themengebiete. Eine andere Möglichkeit bietet die Option Browse our albums. Hier können Sie in vorangelegten Alben blättern. Im Bereich Our Collections finden Sie Einstiege in komplette Sammlungen und gelangen auf eine alphabetische Liste aller Sammlungen mit Kurzbeschreibung. Die Quick Tour See what’s new enthält eine kurze Einführung in die praktische Nutzung der Bilddatenbank.

Noch ein Tipp zum Schluss: Da es sich bei der Britannica ImageQuest um ein englischsprachiges Angebot handelt, sollten man bei der Suche darauf achten, dass englische Begriffe gewählt werden.

Haben Sie Lust bekommen, sich gleich auf die Suche nach interessanten Bildern zu machen? Als registrierte Benutzerin und registrierter Benutzer der SBB können Sie hier gleich die Recherche im StabiKat starten – und das bequem auch außerhalb der SBB.

Wir hoffen, Sie finden spannende Bilder und Ihre Suche endet nicht so:

Man asleep at a desk in the Berlin state library.-Photo 1930 (Quelle: Britannica ImageQuest © AKG Images / Universal Images Group)

Man asleep at a desk in the Berlin state library.-Photo 1930
(Quelle: Britannica ImageQuest © AKG Images / Universal Images Group)

Text: Heike Krems und Indra Heinrich

Armenian Manuscripts: Vortrag von Dickran Kouymjian am 14.3.

Vortrag am Montag, 14. März um 18.30 Uhr

Armenian Manuscripts: History, Structure and Scholarship

Dickran Kouymjian, California State University, Emeritus

Präsentation armenischer Handschriften

Anmeldung erbeten unter: orientabt@sbb.spk-berlin.de

Eintritt frei

Staatsbibliothek zu Berlin
Achtung Raumänderung: Simón-Bolívar-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Der Simón-Bolívar-Saal ist nicht barrierefrei zugänglich. Bitte informieren Sie uns vorab, falls Sie Unterstützung benötigen: pr@sbb.spk-berlin.de

Anlässlich des Workshops „Scriptorium. Armenian Manuscript Studies“ vom 14. – 18.3.2016

Wieder Kuben in Guben

Die „Urvilla der Moderne“ des großen Architekten Mies van der Rohe in Guben/Gubin soll wiederauferstehen. Eine Tagung und eine Ausstellung in der Staatsbibliothek geben am 11. März 2016 den Startschuss für das Rekonstruktionsvorhaben.

Mies, Mies, immer nur Mies. Direkt neben der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum wird bei einer Tagung am 11. März 2016 eine weitere Ikone des Baukünstlers verhandelt. Im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek geht es um ein Haus aus Backstein, das der große Architekt der Moderne rund vierzig Jahre zuvor in einen Hang in Guben staffelte. Die Villa Wolf von 1926 gilt mit ihrem offenen Grundriss als die Mies’sche „Urvilla der Moderne“. Gelegen im heute polnischen Teil der Stadt, wurde sie im Zweiten Weltkrieg zerstört, ist darum weitestgehend unbekannt und soll nun als weltweit erstes Mies-Museum wiederaufgebaut werden. Mit der Auftaktveranstaltung, die von einer Ausstellung begleitet wird, stellt Florian Mausbach, Initiator des Projekts und ehemaliger Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, sein Rekonstruktionsvorhaben der Öffentlichkeit vor. Dazu hat er ein Programm zusammengestellt, das mit einer Reihe interessanter Namen aufwartet: Neben den internationalen Mitstreitern kommen renommierte Mies-Experten wie Wita Noack (Haus Lemke) oder Wolf Tegethoff und der ehemalige Finanzminister und „verhinderte Architekt“ Hans Eichel zu Wort. Außerdem spricht Fernando Ramos Galino. Der spanische Architekt hatte in den Achtzigerjahren Mies‘ berühmten Pavillon des Deutschen Reichs für die Weltausstellung von 1929 in Barcelona wiederaufbauen lassen und berichtet nun von dieser Erfahrung.

Aber was war eigentlich das Besondere am Haus Wolf? Die Villa war so etwas wie der erste revolutionäre Schritt Mies van der Rohes hin zum freien Raum. Aus den kleinen „Urkuben“, den Backsteinen, entwickelt er einen großen Kubus. Das Flachdach ermöglichte es dem dritten und letzten Bauhausdirektor, den Grundriss frei zu gestalten. So entstand seine erste radikal modern gestaltete Villa. Die nun der Vergessenheit entzogen werden soll, sagt Florian Mausbach, der das Vorhaben mit dem Satz „Wir wollen einen Schatz ausgraben und wieder bekannt machen“ begründet. Haus Wolf soll das erste und wichtigste Ausstellungsstück des neuen Mies-van-der-Rohe-Museums werden. Damit erledigen sich für den Projektinitiator auch alle Fragen der Rekonstruktionsdebatte.

Studierende der Fachhochschule Potsdam haben auf Basis von Scans der Originalentwürfe aus dem Mies-Archiv des New Yorker MoMA Pläne für den möglichst originalen Wiederaufbau der „Urvilla der Moderne“ angefertigt. Diese sind nun in einer Ausstellung zu sehen, die vom 11. März bis 9. April 2016 im Foyer der Staatsbibliothek gezeigt wird. Bis das fertige 1:1 Modell der Villa Wolf dann steht, sind aber noch einige Schritte nötig. Es gilt, den noch komplett vorhandenen Keller – in dem übrigens ein Großteil der Porzellansammlung des damaligen Bauherren, des Textilfabrikanten Erich Wolfs, in Scherben liegt – archäologisch zu sondieren. Gemeinsam mit polnischen Studierenden der TU Posen werden Studenten der HTW Berlin Ausgrabungen vornehmen. Diese Arbeit ist auch notwendig, um die Daten der Originalpläne zu verifizieren. Vor allem aber gilt es, die Finanzierung zu sichern und die Baukosten von grob geschätzt 2 Millionen Euro zusammenzubringen. Wenn alles gut läuft, könnte 2019 – dem Jahr des 100. Bauhausjubiläums und des 50. Todestags Mies van der Rohes – Baustart sein.

Dieser Text wurde auf der Grundlage eines Interviews mit Florian Mausbach erstellt von unserer Gastautorin Gesine Bahr-Reisinger, Wissenschaftliche Redakteurin der Abteilung Medien und Kommunikation der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Über 14.000 preußische Drucke des 17. Jahrhunderts online verfügbar

Vor kurzem konnte ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt der Abteilung Historische Drucke abgeschlossen werden, das sich die Digitalisierung aller im historischen Raum Preußen- Nordostdeutschland erschienenen Drucke im Bestand der Staatsbibliothek zur Aufgabe machte, die im „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts“ (VD 17) erfasst sind und bisher nicht als digitale Ausgaben verfügbar waren. Weiterlesen

Restaurierung einer Rechtsinkunabel finanziert von der International Association of Law Libraries

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist als Archivbibliothek gehalten, ihren seit 1661 aufgebauten Bestand zu bewahren und – dem Erhaltungszustand entsprechend – zu konservieren. Allerdings haben mangelhafte Papierqualitäten, Kriegsschäden, Tintenfraß und nicht zuletzt auch ihre teilweise sehr intensive Nutzung Spuren an so manchen Werken hinterlassen. Das von dem Verein der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin organisierte Buchpatenschaftsprogramm eröffnet bibliothekarischen und nichtbibliothekarischen Institutionen sowie der allgemeinen Öffentlichkeit die Möglichkeit, den Erhalt dieses einzigartigen kulturellen und wissenschaftlichen Erbes durch Finanzierung dringender Reparatur- und Restaurierungsarbeiten zu unterstützen.

In Anerkennung und als Dank für die Organisation ihrer im Herbst 2015 an der Staatsbibliothek zu Berlin durchgeführten Jahreskonferenz übernahm die International Association of Law Libraries (IALL) die Buchpatenschaft für die Restaurierung einer wertvollen Rechtsinkunabel. Es handelt sich dabei um den venezianischen Wiegendruck Corpus iuris civilis. Novellae etc . aus dem Jahre 1487 (Bibliothekssignatur 2° Inc 4218 (Sav 318), (GW07760), der aus der Bibliothek des berühmten Rechtsgelehrten Friedrich Carl von Savigny (1779 – 1861) stammt. Das so genannte „Volumen parvum“ bildete den letzten Teil der auf Anweisung Kaiser Justinians zusammengestellten Quellensammlung des Römischen Rechts, des „Corpus iuris civilis“. Es enthält eine Auswahl der „Novellen“ (kaiserliche Gesetze, die nach der Zusammenstellung des „Corpus Iuris Civilis“ erlassen wurden), einen Teil des „Codex Iustinianus“ (eine Sammlung der Kaisergesetze des 2. bis 6. Jahrhunderts) sowie einige weitere, z. T. erst aus dem Mittelalter stammende, Rechtstexte. Die vorliegende Ausgabe beinhaltet zudem den im Mittelalter maßgeblichen Kommentar des Accursius Florentinus (1182/85 – 1260/63), der aufgrund seines Umfangs üblicherweise als Klammerglosse um den eigentlichen Text gesetzt wurde.

Bei diesem Werk mussten der Halbledereinband mit Papierbezug erneuert, die erste und letzte Lage ausgebessert, wieder verheftet und auch Schäden im Buchblock ergänzt werden. Das dem restaurierten Band beigefügte „Exlibris“ auf der Innenseite des Buchdeckels lautet: „Restauriert mit einer Spende von der International Association of Law Libraries anlässlich der Jahreskonferenz in Berlin 2015“. Die Staatsbibliothek zu Berlin – namentlich ihre Handschriftenabteilung – sowie der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung danken der IALL für die großzügige Spende und geben das Werk wieder für die Benutzung frei.

 

Text: Ivo Vogel

Fokus Kirchenbibliotheken: St. Marien in Barth

Die evangelische St. Marienkirche in Barth (Mecklenburg-Vorpommern) beherbergt eine der ältesten Kirchenbibliotheken Deutschlands, bereits im Jahr 1398 wurde eine Büchersammlung in St. Marien im Testament eines Geistlichen erstmals erwähnt. Weiterlesen

Flucht und Neuanfang: Bruno-Cassirer-Ausstellung vom 16.3. – 2.4.

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Im Rahmen der Reihe “Literatur im Foyer” zeigt die Staatsbibliothek

Flucht und Neuanfang
Flight and New Start
Bruno-Cassirer-Publishers Ltd.
Oxford 1940 – 1990

Bücher, Dokumente, Fotos und Briefe zu 50 Jahren Verlagsgeschichte von Bruno Cassirer Publishers Ltd. Oxford.

Ausstellung aus Anlass der Schenkung des Verlagsarchivs
an die Staatsbibliothek zu Berlin

16. März – 2. April 2016

Mo–Fr 9–21 Uhr, Sa 10–19 Uhr,
an Sonn- und Feiertagen sowie am 26.3. (Karsamstag) geschlossen

Eintritt frei

Staatsbibliothek zu Berlin
Foyer im Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Zeitgleich präsentiert die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum Kunst- und Fotobücher von Bruno Cassirer Publishers Ltd. Oxford.


 

Es gehört zu den großen Glücksfällen für die Staatsbibliothek zu Berlin, wenn es ihr gelingt, ihre Bestände durch das Mitwirken kluger und engagierter Fachleute zu vermehren. Dies trifft auf eine Erwerbung im Jahr 2012 zu, das Archiv des Verlages Bruno Cassirer Publishers Ltd. Oxford. Zum Inhalt dieses Archivs gehören neben wenigen Geschäftspapieren der Jahre 1939–1979 (darunter mit dem „Memorandum of Association“ die Gründungsurkunde des Verlages in Oxford vom 22. Mai 1939, Bilanzen der Jahre 1940–1979, die Ausgabenbücher 1939–1965) nur die Korrespondenz des Jahres 1950 (2 Kästen) sowie Werbematerial und Rezensionen aus der Zeit nach 1939.

Bruno Cassirer, geboren am 12. Dezember 1872 in Breslau, eröffnete zusammen mit seinem Cousin, Paul Cassirer, 1898 in Berlin Galerie und Verlagsbuchhandlung B. und P. Cassirer. Nach der Auflösung des gemeinsamen Unternehmens 1901 führte Bruno Cassirer den Verlag allein weiter, während Paul Cassirer als Kunsthändler agierte. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich Cassirers Leben und Arbeit grundlegend: Die Zeitschrift „Kunst und Künstler“ stellte im Juni 1933 ihr Erscheinen ein, Cassirer trat von öffentlichen Ämtern zurück, die Geschäfte gingen mühsam, einige seiner Autoren waren „unerwünscht“. 1935 musste Cassirer sein Gestüt verkaufen, 1936 wurde ihm die Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer entzogen, es erschien das letzte Buch seines Verlages. Im Dezember 1938 emigrierte Cassirer mit seiner Familie nach Oxford. Dort bereitete er die Neugründung seines Verlages vor. Am 29. Oktober 1941 starb Bruno Cassirer an Herzversagen. Sein Schwiegersohn Günther Hell (George Hill) führte den Verlag in Oxford weiter.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf dieses besondere und durch das in ihnen dokumentierte Schicksal zutiefst berührende Verlagsarchive zu lenken.

Mit der Publikation „Bruno Cassirer Publishers Ltd. Oxford 1940–1990. An Annotated Bibliography with Essays on the History oft he Publishing House. Hrsg. von Rahel Feilchenfeldt und Jutta Weber, Göttingen 2016 dankt die Staatsbibliothek zu Berlin den Erben Bruno Cassirers dafür, dass sie das kleine, aber in seiner Dichte ungemein aussagekräftige Archiv seiner verlegerischen Tätigkeit übernehmen durfte. Der Forschung wurde damit ein großes Geschenk gemacht.

Die Beseitigung von Lesehindernissen – Friedrich Forssman zur Frage: “Was ist gute Buchgestaltung?”

Totgesagte leben bekanntlich länger – zumal im digitalen Zeitalter. Denn ebenso wie sich die Lesesäle von Bibliotheken auch und gerade bei Digital Natives immer größerer Beliebtheit erfreuen, erlebt das ambitioniert gestaltete gedruckte Buch gegenwärtig eine Phase der Hochkonjunktur. Hiervon zeugen etwa der Erfolg der von einer unserer prominenten Stammgäste herausgegebenen bibliophilen Bände zur Naturkunde – die Leserinnen und Leser unseres Hausmagazins sind einmal mehr im Vorteil – und nicht zuletzt auch der jüngste Abend in unserer gemeinsam mit den Berliner und Potsdamer Universitäten organisierten Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog. Denn mehr als 100 Personen interessierten sich am vergangenen Dienstag für die apodiktische Frage: Was ist gute Buchgestaltung?.

Da zu deren Beantwortung naturgemäß ein umfassender Überblick über das angesprochene Feld erforderlich oder zumindest wünschenswert ist, konnte zu unserer großen Freude kein Geringerer als der so bezeichnete Schriftgott aus Kassel für diese Aufgabe gewonnen werden – na klar, die Rede ist von Friedrich Forssman. Im Rahmen seines Vortrags präsentierte der renommierte Buchgestalter und Typograf, der selbst zur Theorie der Schwarzen Kunst publiziert und neuerdings auch lehrt, seine Ästhetik als ein changierendes Spiel mit den seit Johannes Gutenberg etablierten Konventionen. So solle eine gelungene Buchgestaltung zwar einerseits den an sie gerichteten Erwartungen entsprechen – wir alle rufen vermutlich recht ähnliche Vorstellungen von den Buchtypen „Reiseführer“ oder „Mathematik-Schulbuch“ auf – und sich durch die Beseitigung von Lesehindernissen gleichsam selbst unsichtbar machen, andererseits aber auch die Sinne reizen und Vergnügen schenken. Letzteres vermag Friedrich Forssman, wie schnell deutlich wurde, freilich nicht nur als Buchgestalter, sondern auch als Redner, begeisterte er doch sein Publikum mit einigen ebenso pointierten wie scharfzüngig vorgetragenen Beobachtungen.

Sollten Sie den Auftritt des Meistertypografen verpasst haben oder gar nicht genug von seinen Ausführungen bekommen können, so dürfen Sie bereits auf die im Herbst 2016 startende dritte Runde der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog vorfreudig gespannt sein. Denn Friedrich Forssman – für seine heroische Leistung, Zettel‘s Traum erstmals als gesetztes Buch erstehen zu lassen, wird der Wahl-Kasseler geradezu als Herkules gefeiert – hat fest versprochen: „I’ll be back!“ Über die genaue – ähm! – Terminierung seines Vortrags werden wir Sie natürlich frühzeitig an dieser Stelle informieren.

P.S. Und für eine Vorschau auf diesen Vortrag in der Rückschau empfehlen wir übrigens das Gespräch von Friedrich Forssman mit dem Kulturradio des RBB.

Was wollen Sie im WLAN?

Genau diese Frage stellen wir Ihnen in unserer aktuellen Umfrage zur WLAN-Nutzung. Nutzen Sie das WLAN in unseren Lesesälen bereits? In der Umfrage können Sie uns mitteilen, welche Zugänge Sie im WLAN vermissen oder ob Ihnen das bestehende Angebot genügt.

Aber auch wenn Sie sich bisher nicht in unser WLAN eingeloggt haben, haben wir ein paar Fragen an Sie. Vielleicht war Ihnen die Anmeldeprozedur zu kompliziert? Oder nutzen Sie die Bibliothek als Rückzugsort vom allgegenwärtigen Internetzugang?

Wir wollen – wann immer möglich – unseren Service so gut es geht an Ihren Bedürfnissen anpassen. Ihre Kritik, Ihre Meinung und Ihre Vorschläge können uns dabei helfen. Selbstverständlich werden Ihre Daten gut geschützt, es werden keinerlei persönliche Daten gespeichert und Sie bleiben anonym.

Über Ihre Teilnahme an der Umfrage, die nur wenige Minuten dauert, würden wir uns freuen!

Hier geht es direkt zur Umfrage. (Die Umfrage wurde am 31.3.2016 abgeschlossen.)