Plastiktüten mehrfach nutzen!

Ab Juli 2016 wird in vielen Geschäften des Einzelhandels eine Abgabe auf Plastiktüten fällig. Der Abschied von der Gratis-Plastiktüte ist dort endgültig beschlossen. Fast 300 Geschäfte und Handelsketten wollen künftig keine Kunststofftüten mehr kostenlos an ihre Kunden abgeben. Wer shoppen geht, muss demnach eine Tasche mitbringen oder mit einer kleinen Abgabe rechnen. Hintergrund ist eine Verordnung der EU-Kommission, die vorsieht, dass alle Mitgliedstaaten den Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten reduzieren müssen.

Für die Staatsbibliothek besteht keine spezielle Verpflichtung zur Reduktion von Plastiktüten. Ihr Einsatz ist bei uns durch die Anforderungen zum Bestandsschutz gerechtfertigt. Da Sie keine Taschen mit in den Lesesaal mitnehmen dürfen, möchten wir Ihnen auch weiterhin mit den transparenten Tüten eine Alternative bieten – zudem sie es der Eingangskontrolle einfach machen, den Inhalt zu sehen. Die Einführung einer kostenpflichtigen Abgabe zum Erwerb der Tüten ist für uns aus diesem Grund auch keine Option. Dennoch ist die aktuelle Diskussion ein Anstoß für uns, grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir als Bibliothek es fördern können, dass die Tüten etwas nachhaltiger genutzt werden.

Die aus Polyethylen (PE) bestehenden Tüten enthalten weder Weichmacher noch Stabilisatoren, sind physiologisch unbedenklich und recycelbar. Sie sind robust, mehrfach verwendbar und trotz der einen oder anderen Falte langlebig. Und „langlebig“ ist das Stichwort: Eine Vielzahl von Ihnen benutzt die Tüten mehrmals oder gibt sie am Ende des Tages zurück. Bitte unterstützen Sie dies weiterhin. Haben Sie noch andere Ideen, wie wir den Mehrfachgebrauch der Tüten fördern könnten? Dann schreiben Sie uns – wir sehen, was wir tun können.

Comics – Kinderkram, für Nerds oder Hochkultur?

Am 25. und 26. Juni findet in Stuttgart die erste „Comic Con Germany“ statt. In nur wenigen Stunden stürmen zahlreiche Comic-Fans das Gelände der Messe und unzählige Cosplayer werden um die Gunst des Publikums buhlen. Schon lange nicht mehr auf Kinder und Jugendliche oder eine kleine Gruppe eingeweihter Liebhaber beschränkt, haben sich Comics längst die großen Bühnen und Kinoleinwände weltweit erobert. Wir wollen erzählen, warum die Staatsbibliothek auch in ihren Sammlungen dem Ende des Labels „Kinderkram“ Rechnung trägt. Weiterlesen

EU-Kommissar Oettinger zum Gespräch über EU-Urheberrecht begrüßt

Am 20. Juni kam der EU-Kommissar für die Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, in die Staatsbibliothek zu Berlin und beriet mit Rechtsexperten des Deutschen Bibliotheksverbandes dbv e. V. und aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz die praktischen Auswirkungen von bestimmten Rechtslagen des EU-Urheberrechts. Derzeit werden die Regelungen dazu neu gefasst.

Informationen zur EU-Urheberrechtsreform

Stellungnahme des dbv zur EU-Urheberrechtsreform vom 15.12.2015

Michael Ende – Zeitgeist und Phantasie

Werkstattgespräch am 16. Juni 2016

Viele seiner Figuren sind weltberühmt. „Jim Knopf“, für den Michael Ende 1961, also vor genau 55 Jahren, den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, dürfte inzwischen bereits in dritter Generation gelesen werden. Das Wissen über das Leben des Autors dagegen, der 1995 einem Krebsleiden erlag, verblasst zusehends. Insbesondere der Verquickung seiner Vita und seines Werks wurde bislang kaum je intensive Aufmerksamkeit geschenkt. Weiterlesen

Wissenswerkstatt-Workshops zum Portal CrossAsia 12.-14.7.

In den Einführungen wird das Portal CrossAsia näher vorgestellt. Zunächst erfolgt ein Überblick über die einzelnen Module, wie die CrossAsia Suche, den Online Guide East Asia (OGEA), die Digitalen Sammlungen und das Themenportal. Ebenso wird auf das Diskussionsforum und den CrossAsia Campus eingegangen. Anschließend werden die Inhalte und die Recherchemöglichkeiten von bibliographischen und Volltextdatenbanken jeweils für Japan, Korea und China erklärt.

Schwerpunkt Japan
Di, 12. Juli 2016, 18.30-20.00 Uhr

Schwerpunkt Korea
Mi, 13. Juli 2016, 18.30-20.00 Uhr

Schwerpunkt China
Do, 14. Juli 2016, 18.30-20.00 Uhr

 

Die Veranstaltungen finden im Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Str. 33 statt. Treffpunkt ist der I-Punkt in der Eingangshalle.

Zur Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

384 Bücher an Potsdamer Freimaurerloge restituiert

Heute übergab Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, dem Mitglied des Vorstandes der Johannisloge „Teutonia zur Weisheit“ in Potsdam, Matthias Bohn, 384 Bände aus der ehemaligen Bibliothek der Freimaurerloge. Die Bücher konnten in der Staatsbibliothek zu Berlin als NS-verfolgungsbedingter Verlust der Loge identifiziert werden. Sie beinhalten allgemeine Literatur zum Freimaurertum, Instruktionen, Statuten, naturwissenschaftliche Texte, Lieder, Zeitschriften und zahlreiche Monographien aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert. Die Loge wird die Bände weiterhin der Forschung zur Verfügung stellen.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hob anlässlich der Restitution hervor: „Nicht nur Juden wurden im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und enteignet. Zahlreiche weitere Bevölkerungsgruppen gehörten ebenfalls zu den Verfolgten, so auch die Freimaurer. Auch ihre Geschichte gilt es aufzuarbeiten und ihnen ihr rechtmäßiges Eigentum zurückzugeben.“

Matthias Bohn erläuterte: „Als sich im Jahr 1935 unter dem Druck der Nationalsozialisten alle Freimaurerlogen auflösten, wurde ihr jeweiliges Eigentum verschleppt, zerstreut oder unwiederbringlich zerstört. Umso glücklicher sind wir Brüder der vor 25 Jahren wieder begründeten Johannisloge Teutonia zur Weisheit, dass wir nun knapp 400 von einst über 2.000 Büchern wieder bei uns wissen. Wir können uns auf eine Geschichte von über 200 Jahren berufen, diese Entwicklung unserer Loge ist vor allem auch an unseren Büchern ablesbar, an den Inhalten ebenso wie an den Stempeln und Spuren der Vorbesitzer.“

Barbara Schneider-Kempf erklärte, „dass es der Staatsbibliothek zu Berlin als Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein selbstverständliches Anliegen ist, das damalige Unrecht in Bezug auf geraubte Bücher, Autographe, Handschriften, Musikdrucke und andere Materialien mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aufzuklären und als NS-Raubgut identifizierten Bestände stets so rasch wie möglich den rechtmäßigen Eigentümern zu übergeben.“

Die Bücher der Johannisloge „Teutonia zur Weisheit“

Die Johannisloge „Teutonia zur Weisheit“ wurde 1809 in Potsdam als Tochterloge der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ gegründet. In der Folgezeit entstand eine der größten Logenbibliotheken Deutschlands, die auf dem Höhepunkt ihres Bestehens über 2.000 Bände umfasste. Unter dem Druck des NS-Regimes stellte die Loge ihre Tätigkeit ab 1934 schrittweise ein – erst 1991 wurde sie wiedergegründet. Im Februar 1935, im unmittelbaren Zusammenhang mit der erzwungenen Selbstauflösung, schickte der Liquidator die maurerische Literatur aus der Bibliothek als Geschenk an die Preußische Staatsbibliothek (heute Staatsbibliothek zu Berlin). Fortan teilten diese Bücher das Schicksal der Bestände der Preußischen Staatsbibliothek: Ab 1941 wurden diese zum Schutz vor Kriegseinwirkungen nahezu vollständig ausgelagert, dabei wurden Sammlungen getrennt oder gingen verloren. Nach 1945 befanden sich ein Teil der Bestände in der Bundesrepublik Deutschland oder in West-Berlin, ein anderer Teil in Ost-Berlin. Auch die Bücher der Johannisloge blieben zwischen West und Ost geteilt. In der West-Berliner Staatsbibliothek befanden sich 640 Bände der einstigen Potsdamer Loge, die im Jahr 1965 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz an die Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ restituiert wurden. Seit 1992 sind die beiden Nachfolgeeinrichtungen der Preußischen Staatsbibliothek in West und Ost vereint in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Im Rahmen der systematischen Erforschung der Bestände nach NS-Raubgut wurden schließlich auch die heute restituierten 384 Bände der Johannisloge identifiziert.

Provenienzforschung in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Die Klärung der Herkunft ihrer Bestände ist eine zentrale Aufgabe für alle Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Im Zuge ihrer systematischen Forschung konnte die Staatsbibliothek zu Berlin mittlerweile mehr als 1.000 Objekte an die Berechtigten zurückgeben. Hinweise auf solche Bestände finden sich einerseits in den überlieferten Erwerbungsakten und Zugangsbüchern der Bibliothek, andererseits in den Büchern selbst. Besitzeinträge wie Stempel und handschriftliche Vermerke liefern wichtige Anhaltspunkte für die Suche nach geraubten Büchern und deren Eigentümern. Sämtliche Rechercheergebnisse zu bereits geklärten wie auch zu noch ungeklärten Fällen können in der Datenbank www.lostart.de und im Online-Katalog der Staatsbibliothek www.stabikat.de eingesehen werden. Letzterer dokumentiert zugleich die Provenienzgeschichte aller bisher restituierten Objekte. Alle Informationen zu den Teutonia-Beständen finden Sie unter http://sbb.berlin/goa2bl.

Honorarfreie Pressebilder

Geräuschbelästigung im Lesesaal durch Festveranstaltung

Im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, findet am Donnerstag, den 23. Juni 2016 ab 20 Uhr eine Festveranstaltung des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) statt.

Wir bitten um Ihr Verständnis dafür, dass in Verbindung mit dieser Veranstaltung ab 19 Uhr mit einem erhöhten Geräuschpegel auch im Lesesaal der Staatsbibliothek zu rechnen ist.

Benutzungsrelevante Informationen per WhatsApp-Newsletter

Nutzen Sie ab sofort zusätzlich zu den gewohnten Informationsquellen (Aushänge, Webseiten, Blog oder Social-Media-Kanäle) das neue Service-Angebot der Staatsbibliothek, den „WhatsApp-Newsletter“. Lassen Sie sich benutzungsrelevante Informationen (z.B. geänderte Öffnungszeiten aufgrund einer Personalversammlung oder Verzögerung bei der Bereitstellung bestellter Medien) direkt auf Ihr Smartphone schicken.

Was müssen Sie dafür tun?

Vorausgesetzt, Sie haben WhatsApp bereits auf Ihrem Smartphone installiert, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter in zwei einfachen Schritten:

  1. Sie speichern die Mobilnummer des WhatsApp-Newsletters (s.u.) in Ihrem Telefonbuch als „Service Staatsbibliothek“ ab.
  2. Danach senden Sie uns eine Nachricht mit dem Hinweis: Newsletter-Anmeldung. Bitte nennen Sie uns nicht Ihren Namen oder Ihre Bibliotheksausweisnummer, wir speichern lediglich Ihre Telefonnummer.

Datenschutz- Hinweis:
Die von Ihnen mitgeteilte Telefonnummer wird von der Staatsbibliothek Berlin – PK dazu verwendet, über den „Broadcast“ – Service von Whatsapp kurzfristige allgemeine Nachrichten zur Nutzung  zu senden. Die Nummern werden nicht für andere Zwecke verwendet und nicht mit Nutzerdaten verknüpft.  Im „Broadcast“ – Service sind die Nummern für andere Nutzer nicht sichtbar. Der Dienst kann durch das Löschen der Staatsbibliothek aus der eigenen Kontaktliste beendet werden. Bitte beachten Sie, dass wir für unser Service-Angebot die Dienste der Firma WhatsApp Inc. nutzen und keinerlei Einfluss auf die Beachtung von Datenschutzrichtlinien durch den Betreiber haben. Mit der Sendung Ihrer Nachricht an den „Service Staatsbibliothek“ willigen Sie in die Aufnahme Ihrer Mobil-Nummer in die Kontaktliste der Staatsbibliothek und ihre Verwendung für den Whatsapp-Newsletter ein.

Die Telefonnummer des SBB-Newsletters lautet: +4915152751609

Welche Benachrichtigungen erhalten Sie über den Whatsapp-Newsletter?

Sie erhalten Nachrichten über kurzfristige, benutzungsrelevante Informationen (z.B. geänderte Öffnungszeiten unserer Häuser aufgrund einer Personalversammlung oder Verzögerungen bei der Bereitstellung bestellter Medien).

Was müssen Sie tun, wenn Sie keine Benachrichtigungen mehr erhalten wollen?

  • entweder löschen Sie den Kontakt in Ihrem Telefonbuch,
  • oder Sie blockieren uns in Ihrer Whatsapp-Kontaktliste,
  • oder Sie senden uns eine Nachricht mit dem Hinweis: Abmeldung.

Wenn Sie Ihr Smartphone wechseln, müssen Sie bitte erneut die Mobilnummer des Newsletters unter Ihren Kontakten abspeichern, um weiterhin Nachrichten von uns erhalten zu können.

WhatsApp gibt es für Android-Smartphones, iPhones, Windows Phone, Blackberry und Symbian.

Weitere Informationen zum WhatsApp-Newsletter finden Sie auch auf unseren Webseiten.

 

Vom »Zeitschriftenunwesen« zur Buchkunst im DDR-Untergrund: Werkstattgespräch am 5.7.

Wissenswerkstatt
ENTWERTER/ODER und die Folgen – vom »Zeitschriftenunwesen« zur Buchkunst im DDR-Untergrund
Werkstattgespräch mit Uwe Warnke (Uwe Warnke Verlag)

Dienstag, 5. Juli
18.15 Uhr
Konferenzraum 4, Haus Unter den Linden (Eingang über Dorotheenstraße 27)
Treffpunkt in der Eingangshalle (Rotunde)

Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Der Publikationswille des literarischen und künstlerischen Untergrunds (besser: der Zweiten Kultur) der 1980er Jahre in der DDR zeichnete sich durch eine große Vielfalt an Ausdrucksmitteln aus: Künstlerzeitschriften, original-grafische Editionen, Mappenwerke, Bücher. Die Künstlerzeitschriften waren das Experimentierfeld. Die Künstlerbücher folgten. Darüber spricht der Herausgeber des ENTWERTER/ODER.

Eine Veranstaltung aus der Reihe “Die Materialität von Schriftlichkeit

Drei Briefe im Juni

Drei Briefe im Juni oder Autographen können nicht fahren …

Die Arbeit in der Handschriftenabteilung ist außerordentlich abwechslungsreich. Die Bestände sind einzigartig und vielfältig. Die Besucher und Anfragen kommen aus der ganzen Welt. Wir sind keine Graphologen und die Frage eines Besuchers, was denn Autographen wären,  ob sie fahren könnten wie die deutschen Autos, musste ich verneinen. Das Wort kommt aus dem Griechischen- auto graph – heißt selbst geschrieben, lateinisch manu propria. Eigenhändig  geschrieben sind die im Haus gesammelten Briefe und Aufzeichnungen.

In der Bibliothek entstand über einen Zeitraum von mehr als 350 Jahren ein Besitz von außerordentlicher Tiefe und Verschiedenartigkeit, da durch die Eingliederung von Sonder- und Privatsammlungen vielfältiges detailliertes Wissen ins Haus kam. Das sind mittelalterliche und moderne Handschriften, handschriftliche Nachlässe von Dichtern, Wissenschaftlern und Komponisten, Noten und Karten, Sammlungen und Einzelautographe, bei denen immer der Besitzer mit seinem Wissen den Charakter der Sammlung prägte.

Im 20. Jahrhundert stiftete zum Beispiel der Chemiker Ludwig Darmstaedter (1846-1927) seine Autographen-Sammlung zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik samt einem finanziellen Erwerbungsetat für die Weiterführung der Sammlung in der Staatsbibliothek. Seine Sammlung enthielt auch vollständige Nachlässe von bedeutenden Wissenschaftlern, Typoskripte, Porträts, Karten, Sonderdrucke und Faksimiles.

Unter den über 1000 Nachlässen in der Bibliothek stehen großartige Namen wie Alexander von Humboldt oder Adelbert von Chamisso heute im Mittelpunkt einzelner Projekte der Staatsbibliothek. Ihre Aufzeichnungen können weltweit digital betrachtet werden. Bei der Suche nach Autographen bietet die Verbunddatenbank Kalliope den Sucheinstieg in die Welt der handgeschriebenen Objekte, weist die Namen und Bestände nach.

Es gibt Hunderttausende Autographen in der Staatsbibliothek, ich möchte drei herausgreifen und sie kurz vorstellen. Es geht wie so oft auch bei großen Geistern um profane Fragen- ums Geld und  um die Liebe.

Am 4. Juni 1519 nahm ein Künstler in Rom die Feder zur Hand und sorgte für die Verbesserung seiner finanziellen Situation:

In Übersetzung lautet der Text: „ich Michelangelo Sohn des   Lodovichio Simoni, Florentinischer Bildhauer hier in Rom  habe heute empfangen, an diesem Tage, dem 5. Juni von Lionardo de Bartolini, ebenfalls einem Florentiner, zur Bezahlung eines Gemäldes unserer Frau, das ich zu machen übernommen habe, 100 Dukaten aus der Kammer und zur Beglaubigung, das es wahr sei, habe ich dies mit meiner eigenen Hand – manu propria – geschrieben. 1519.

Michelangelo Buonarroti (1475- 1564), der Maler, Bildhauer und einer der größten Künstler aller Zeiten schrieb also eine Quittung über 100 Dukaten für Lionardo de Bartolini. Dieses Blatt aus der Sammlung Darmstaedter wurde durch das Antiquariat Martin Breslauer in Berlin erworben und kostete 1917 stattliche 1000 Mark.

Ludwig Darmstaedter, der große Sammler und Mäzen der Staatsbibliothek wollte seiner Sammlung unbedingt ein Blatt der Großen der italienischen Renaissance hinzufügen. Aber Autographe der Künstler dieser Zeit sind höchst selten und oftmals gefälscht. Nach längeren Verhandlungen und der Vermittlung Martin Breslauers, zu dem Darmstaedter herzliche Verbindungen unterhielt, und der wie er im Verein der  Freunde der Staatsbibliothek aktiv war, konnte dieses Blatt aus dem Besitz des Kaisers Maximilian von Mexiko erworben werden. Oder war es doch das Werk eines Fälschers? Die Korrespondenz zu dieser Frage wird bis in die Gegenwart geführt.

Ein anderes pekuniäres Thema spricht der schwedischer Chemiker und Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) am 30. Juni 1880 in einem Brief an den deutschen Bergverwalter Bernhard Turley (1831-1908) an. Alfred Nobel hielt sich in Berlin auf und schrieb seinem alten Mitarbeiter, dass ihm seine Erfindung abgesprochen werden soll.

Es taucht plötzlich in Amerika ein H. Dittmar, welcher ehemals auf Krümmel in der Dynamit Fabrik angestellt war, auf und will mir die Dynamit Erfindung abstreiten.“  

Alfred Nobel war der Erfinder des Dynamits, jenem Sprengstoff, der auf der Anwendung von Nitroglycerin beruht. Er ist der Stifter des Nobelpreises, der alljährlich in Stockholm vergeben wird und dessen Stiftungskapital aus dem weltweiten Gewinn des Dynamits stammt. Nobel ließ sich 1867 seine Marke patentieren und übersiedelte mit seiner Fabrik nach Krümmel bei Hamburg. Turley arbeitete von 1866-1868 für Nobel, zur gleichen Zeit wie Carl H. Dittmar.

doch wäre es mir von hohem Interesse zu erfahren was sie sich wohl noch aus dieser nebelumschleierten Zeit erinnern können, Sie waren glaube ich bei den Versuchen sowohl in Clausthal als Königsgrube anwesend…. . Können Sie sich noch erinnern: Oder haben Sie an diese Zeit noch andere, die curiose Geschichte erläuternde Erinnerungen?

Ein Antwortbrief ist uns nicht überliefert, aber Alfred  Nobel gewann den Streit, sonst gäbe es heute keinen Nobelpreis.

Auch im Juni, am 18. 6.1810 schrieb Adelbert von Chamisso aus Paris an seinen Freund, den Dichter Friedrich de la Motte Fouqué in Berlin: Als Gedicht reimt er

„Kann nicht reden, kann nicht schreiben, kann nicht sagen wie mir ist, …mit der Arbeit wills nicht vorwärts …,kann nicht wissen wie mir ist.

Das Blatt ist Teil des seit den 1930er Jahren  in der Staatsbibliothek verwahrten Nachlasses des Dichters und befindet sich in den digitalen Sammlungen der Bibliothek.

Für eine Stelle in Paris erhielt er eine Absage, mit der Arbeit und in der Liebe wollte nicht so recht gelingen. Doch schon fünf Jahre später schuf er in der Abgeschiedenheit des brandenburgischen Kunersdorf „Peter Schlemihls wundersame Reise“. Dieses Märchen  wurde ein Welterfolg und brachte finanzielle Sicherheit. Auch dies gehört zum Nachlass- ein umfangreiches Werk, kein langer Brief, sondern ein Manuskript.