Nochmal Bibel – Thesen – Propaganda: Ihre Spenden retten Kulturgut

Viele Besucherinnen und Besucher unserer Reformationsausstellung haben Geld in die dort aufgestellte Spendenbox gesteckt: Was ist daraus geworden?

Ein Beitrag von Friederike Willasch.

Beschädigter Buchrücken aus Leder. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Unsere erfolgreiche Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda. Die Reformation erzählt in 95 Objekten“ hat noch eine sehr positive Nachwirkung: Dank Ihrer Unterstützung können nun dringliche Restaurierungsfälle in der Abteilung Historische Drucke und in der Handschriftenabteilung beauftragt werden: eine Flugschrift des Reformators Martin Bucer aus dem Jahr 1540 und einige Einblattdrucke.

Neben Luther und Melanchthon der bedeutendste der deutschen Reformatoren: Martin Bucer (1491-1551)

In ärmlichen Verhältnissen in Schlettstadt aufgewachsen, sah Martin Bucer im Eintritt in den Dominikanerorden seine Chance zu Studieren. Tatsächlich wurde er von seinem Orden zum Studium nach Heidelberg geschickt. Martin Luthers Auftritt am Tag der Heidelberger Disputation im Jahr 1518 wurde zum Wendepunkt in seinem Leben. Der Dominikanermönch Bucer wandte sich nun dem reformatorischen Gedankengut zu, wurde aber erst 1521 aus dem Orden entlassen. Nachdem er wegen seines Einsatzes für die reformatorische Theologie exkommuniziert worden war, nahm ihn Ende 1523 die Reichsstadt Straßburg auf. Dort wirkte er an dem Aufbau eines evangelischen Kirchenwesens mit und erlangte weit über die Grenzen Straßburgs hinaus Bedeutung. In den Folgejahren leistete er anderen Reichsstädten und  -territorien Unterstützung bei der Durchsetzung der Reformation und beim Entwurf von Kirchenordnungen. Dabei  setzte er sich immer zum Ziel, zwischen den einzelnen  protestantischen Strömungen zu vermitteln, damit die Protestanten als Einheit für evangelische Freiheit und Reformation auftraten.

Lose Seiten im Bucer-Druck von 1540. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

„Von Kirchengütern“ (1540): eine deutsche Flugschrift der Reformation

Defekte Fadenheftung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Martin Bucer fehlte zwischen 1529 und 1546 bei keinem der zahlreichen Religionsgespräche zur Verständigung zwischen den Konfessionsparteien. Er war auch intensiv an den Religionsgesprächen in Leipzig, Hagenau, Worms und Regensburg beteiligt, die in den Jahren 1539 bis 1541 von Kaiser Karl V. initiiert wurden, um zu einer Verständigung zwischen Protestanten und Katholiken zu gelangen. Bucer entwickelte sich durch seine unermüdliche Dialog- und Kompromissbereitschaft zum herausragenden Vermittlungstheologen, auch wenn er die zunehmende Konfessionalisierung letztlich nicht verhindern konnte.

Martin Bucers „Von Kirchengütern“  ist ein Zeugnis seiner Vorbereitung und Verarbeitung dieser Religionsgespräche. Denn bei der Entwicklung neuer Kirchenordnungen im Zuge der Reformation stellte sich die Frage, wie mit Kirchengütern (Eigentum, Nutzungsrechte bzw. Einkünfte aus Abgaben) zu verfahren sei. Konnten sie einfach in den Besitz der sich entwickelnden Evangelischen Kirche übergehen oder sollten sie säkularisiert werden? Es drohte ein Rechtsstreit zwischen Kaiser Karl V. und den Protestanten. Bucer argumentiert unter anderem mit dem richtigen Gebrauch von Kirchengütern, die dem Kirchendienst zugute kommen sollten, aber keinesfalls als Privatbesitz von Klerikern behandelt werden dürften. Zu diesem Zweck setzt er sich für eine Trennung der geistlichen und weltlichen Aufgaben ein  und befürwortet eine Einziehung des Kirchengutes durch die protestantische Obrigkeit.

Der Druck von 1540 gehört trotz seines beachtlichen Umfangs von 139 Blatt zur Sammlung der Flugschriften der Reformation, eine Sammlung von ca. 1.800 alphabetisch geordneten Drucken, die gerade nicht von Martin Luther stammen. Die Luther-Drucke wurden in der weltberühmten, nach 1945 leider verschollenen Luther-Sammlung aufgestellt. Flugschriften waren eine bewährte Form zur Austragung von religiösen Diskussionen und Streitfragen ­­­­– und zwar für alle protestantischen Bewegungen. Über Flugschriften ließ sich reformatorisches Gedankengut bestens verbreiten, da sie in deutscher Sprache und zudem verständlich geschrieben wurden. Da vielerorts die Herstellung und sogar der Besitz von reformatorischen Schriften unter Strafe stand, wurde die Herkunft dieses Werkes verschleiert. Bucer verwendete das Pseudonym Konrad Trewe von Friedensleben, der Straßburger Drucker Johann Prüss tarnte sich im Kolophon als “Johan Gutman” aus “Freiberg”.

Ein Ausschnitt des rot eingefärbten Buchdeckels. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Bucers Werk im Kurfürstlichen Einband

Die rotbraune Farbe und der Firnis auf den Buchdeckeln lässt eindeutig erkennen: Unser Exemplar war bereits in der Bibliothek des Großen Kurfürsten vorhanden. Noch im  16. und 17. Jahrhundert galten Bücher als Luxusgegenstände und Sammelobjekte, sodass an vielen europäischen Fürstenhöfen Bibliotheken entstanden, die diesen Besitz zur Schau stellten. Der Hohenzoller Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640-1688) begründete mit seiner Privatbibliothek die spätere Königliche Bibliothek. Im Vordergrund stand nicht nur der Ausbau und die Pflege der Kurfürstlichen Bibliothek, sondern auch deren angemessene Repräsentation. Dazu zählte der Plan eines formvollendeten Bibliotheksbaus und auch die Bücher selbst sollten Teil der Architektur sein, im einheitlichen roten Rindsledereinband. Der Tod des Großen Kurfürsten im Jahr 1688 verhinderte den Bibliotheksbau, doch die Einbände sind noch heute im Historischen Bestand der Staatsbibliothek sichtbar. Fehlende finanzielle Mittel waren ein Grund dafür, dass in vielen Fällen lediglich der Rücken erneuert und die vorhandenen Buchdeckel rot eingefärbt wurden.

Die Mittel aus der Spendenbox ermöglichen uns nun, diesem Druck aus der Reformationszeit die dringend notwendige Restaurierung des Einbandes und der Heftung zukommen zu lassen und so den Band für die Benutzung wieder zugänglich zu machen. Mit den übrigen Mitteln können noch einige stark angegriffene Einblattdrucke restauriert werden.

Allen Spenderinnen und Spendern sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

 

Partielle Absperrung im Abholbereich außer Haus – Haus Potsdamer Straße

Es war nicht der Regen! Bei Arbeiten an den sanitären Anlagen im 1. OG kam es zu einem Wasserschaden, der Teile des Abholbereichs (außer-Haus-Ausleihe) in der Potsdamer Straße betroffen hat. Seitdem sind diese Bereiche für die Benutzung gesperrt.

Bis zur Behebung der Störung werden vorübergehend die Bestellungen und Vormerkungen der Ausweis-Endnummern 80 und 83 links neben den Regalen auf Holzwagen an der Wand bereitgestellt.

An der Behebung des Problems wird gearbeitet. Bis zum Abschluss der Arbeiten bitten wir um Ihr Verständnis für entstehende Umstände.

Logo des Deutschen Esperanto-Bundes e.V.

Esperanto – eine Sprache, die begeistert. Werkstattgespräch am 21.9.

Wissenswerkstatt

Esperanto – eine Sprache, die begeistert. Zur Kultur und Geschichte einer unterschätzten Weltsprache

Werkstattgespräch mit Fritz Wollenberg, Esperanto-Liga Berlin
Donnerstag, 21. September 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Die Esperanto-Sprachgemeinschaft hat in 130 Jahren nicht nur die Sprache selbst weiterentwickelt, auch eine vielfältige Esperanto-Kultur ist entstanden. Längst hat sie dabei unter Beweis gestellt, dass Esperanto eine Sprache ist, die sich für die internationale Kommunikation eignet.

Welche Besonderheiten hat diese internationale Plansprache? Was sind ihre sprachlichen und kulturellen Wurzeln? Wer lernt Esperanto, und wie wird es verwendet? Welche kulturellen Leistungen hat die Esperanto-Sprachgemeinschaft hervorgebracht?

Für eine Kultur, deren Existenz in der Öffentlichkeit immer wieder bestritten oder unterschätzt wird, hat die Esperanto-Kultur erstaunlich viel zu bieten:

den Esperanto-Weltbund (Rotterdam) mit 72 Landesverbänden, die Sammlung für Plansprachen der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, das Deutsche Esperanto-Institut mit der Deutschen Esperanto-Bibliothek Aalen, die jährlichen Esperanto-Weltkongresse in verschiedenen Ländern, Kulturfestivals wie ARKONES in Poznań, die Esperanto-Akademie, die Literarische Esperanto-Akademie, das Esperanto-PEN-Zentrum, die Esperanto-Wikipedia, Web-Seiten wie Lernu!net, Apps wie Amikumu, die Esperanto-Redaktion von Radio China International, das Polnische Internet-Radio in Esperanto,  Verlage wie Edistudio in Pisa und Sezonoj in Kaliningrad und so weiter, und so weiter.

Fritz Wollenberg, Pädagoge und Kenner der Sprache und ihrer Kultur, wird sich in seinem Vortrag auf  eine Auswahl von Esperanto-Publikationen aus dem reichhaltigen Bestand,  darunter der Esperanto-Sondersammlung, der Staatsbibliothek zu Berlin beziehen, und natürlich auf die von ihm zusammengestellten zweisprachigen (Esperanto und Deutsch) Jubiläumsbücher der Esperanto-Liga Berlin (2006) und des Esperanto-Verbands Berlin-Brandenburg (2017):

„Esperanto – Sprache und Kultur in Berlin und Brandenburg“, Mondial-Verlag, New York, Berlin.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Internationale Konferenz DCH 2017 vom 30.8.-1.9.

Interdisziplinäre Konferenz über die digitale Transformation des kulturellen Erbes vom 30. August bis 1. September 2017

Nach 2015 findet die Interdisciplinary Conference on Digital Cultural Heritage wiederum in den Veranstaltungsräumen der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Sie wird in enger Kooperation der Kartenabteilung mit CODATA Germany und weiteren Partnern aus der Kartographie durchgeführt. Die digitale Transformation des kulturellen Erbes wird nicht durch die zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung gescannter Bilder erreicht, sondern durch die konsequente Anwendung neuer Technologien und innovativer Bearbeitungsmethoden. Der interdisziplinäre Ansatz spielt hierbei eine übergeordnete Rolle, was durch die Fokussierung auf die Kartographie verdeutlicht wird: Karten werden von allen Wissenschaften, die räumliche Wirkungen und Muster untersuchen, benötigt. Geoportale, Webmapping, 3D Clouds, Semantik oder Toponomastik sind nur wenige Schlagworte, die auf die breite Anwendungsvielfalt hinweisen.

Magazinregale

Update: Bis auf weiteres sonnabends keine Lieferung aus dem Magazin im Haus Potsdamer Straße

Leider ist es aus betriebstechnischen Gründen bis auf weiteres nicht möglich, im Haus Potsdamer Straße sonnabends neu bestellte Medien bereitzustellen.
Bestellungen, die ab Freitag, 16.00 Uhr eingehen, werden am darauf folgenden Montagmorgen abgearbeitet. Dabei kann es zu Verzögerungen in der Bereitstellung kommen. Die Abholung bereits für Sie bereitgestellter Medien ist am Sonnabend wie gewohnt möglich. Bitte prüfen Sie die Bereitstellung in Ihrem Bibliothekskonto.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

Benutzungsabteilung, 11.8.2017

Die materialistischen Vier – Unser Dialog mit der Forschung geht in eine neue Runde

Was wären die drei Musketiere ohne D’Artagnan – oder die drei ??? ohne Alfred Hitchcock?

Insofern ist es wohl auch nur konsequent, unsere beliebte, in Kooperation mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität sowie der Universität Potsdam organisierte Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog ab Oktober 2017 in eine vierte Runde zu schicken. Zu unserer Freude können wir inzwischen sogar noch eine weitere Universität als Mitveranstalterin begrüßen, deren sicherlich berühmtester Angehöriger ein ganz eigentümliches materiales Aufschreibesystem pflegte. Klar, die Rede ist von der Universität Bielefeld bzw. von Niklas Luhmanns legendärem Zettelkasten, der übrigens im Rahmen eines langfristigen Akademievorhabens gegenwärtig digitalisiert wird.

Zwar ließe sich die abermalige Fortsetzung unserer Veranstaltungsreihe mit dem systemtheoretischen Instrumentarium des berühmten Soziologen durchaus als autopoietische Basisoperation analysieren. Aber wir wollen uns hier schließlich nicht verzetteln:

Freuen Sie sich vielmehr auf ein gewohnt vielfältiges Vortragsprogramm, das den Bogen vom mittelalterlichen Codex über Propagandaflugblätter des Zweiten Weltkriegs bis zum zeitgenössischen russischen Künstlerbuch spannt, das schlecht gemachten Büchern ebenso zu ihrem Recht verhelfen will wie dem von den Literaturwissenschaften allzu leichtfertig übersehenen Schreibtisch und das Ihnen Gotthold Ephraim Lessing zur Abwechslung einmal als Verleger vorstellen möchte. Erfahren Sie in dieser Reihe, dass Frakturprobleme nicht zwangsläufig etwas mit komplizierten Knochenbrüchen zu tun haben müssen und Kopieren nicht erst in der Postmodene als Sampling zur Kunst wurde. Werfen Sie einen Blick in die disziplinierenden Regale der chinesischen Sammlung der Kurfürstlichen, Königlichen und Preußischen Staatsbibliothek und lassen Sie sich von der Aura ausgewählter Manuskripte aus dem Walter Benjamin Archiv faszinieren.

Apropos Walter Benjamin: Es versteht sich, dass im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit einige Vorträge der kommenden Veranstaltungsserie auch auf unserem Youtube-Kanal veröffentlicht werden. Dort können Sie sich zudem bereits einen kleinen Eindruck von den ersten drei Folgen unseres Dialogs mit der Forschung verschaffen.

Und vielleicht wollen Sie auch unserer herzlichen Einladung folgen, an den unregelmäßig stattfindenden Begleitveranstaltungen teilzunehmen, in deren Rahmen wir –  so viel sei schon verraten – gemeinsam mit internationalen Forschenden die Perspektiven des Materialitätsparadigmas diskutieren oder mit einem weltbekannten Überraschungsgast die Möglichkeiten des post-digitalen Buchdrucks sowie der Herstellung von Druckbuchstaben im 21. Jahrhundert ausloten möchten.

Bleiben Sie also gespannt. Wir freuen uns derweil auf Sie!

 

Magazinregale

Keine Bereitstellung neu bestellter Medien am 5.8. im Haus Potsdamer Straße

Aus betriebstechnischen Gründen kann am Sonnabend, dem 05.8.2017 im Haus Potsdamer Straße keine Bereitstellung neu bestellter Medien erfolgen.
Bestellungen, die ab Freitag, 16.00 Uhr eingehen, werden am Montagmorgen (7.8.) abgearbeitet. Dabei kann es zu Verzögerungen in der Bereitstellung kommen. Die Abholung bereits für Sie bereitgestellter Medien ist am Sonnabend wie gewohnt möglich. Bitte prüfen Sie die Bereitstellung in Ihrem Bibliothekskonto.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

Benutzungsabteilung, 4.8.2017

Internationales Symposium zu Heinrich Friedrich von Diez am 7. und 8. September 2017

Im Jahr 2017 gedenken wir des 200. Todestages von Heinrich Friedrich von Diez (2.9.1751-7.4.1817), der als Orientkenner und Schriftsteller einen bedeutenden Einfluss auf das geistige Leben seiner Zeit hatte. Seine frühen Schriften standen ganz im Zeichen des Sturm und Drang. 1784 schickte ihn Friedrich der Große als Gesandten nach Konstantinopel, wo er bis 1790 blieb. Anschließend lebte er als Privatgelehrter in Philippsthal bei Potsdam, Kolberg und Stralau/Berlin. Goethe würdigte den streitbaren Gelehrten als eine Inspirationsquelle für seinen West-östlichen Divan. Der leidenschaftliche Büchersammler Diez vermachte seine herausragende Privatbibliothek mit ca. 17.000 Druckschriften und mehr als 850 orientalischen und abendländischen Handschriften der damaligen Königlichen Bibliothek in Berlin. Sie gehört bis heute zu den kostbarsten Sammlungen der Staatsbibliothek.

Das wissenschaftliche Symposium “Heinrich Friedrich von Diez (1751-1817) – Freigeist, Diplomat, Orientalist und Sammler” verfolgt das Ziel einer Annäherung an die verschiedenen Phasen in Diez’ Leben und Wirken vor dem Hintergrund der politischen und geistigen Entwicklungen seiner Zeit und der Anfänge der Orientalistik in Deutschland.

Öffentlicher Abendvortrag am 7. September 18 Uhr:

Prof. Dr. Hendrik Birus (München/Bremen): “Goethes Hochschätzung des ‚Liebhabers‘ und ‚Polemikers‘ Diez”

Das vollständige Programm, einen Flyer sowie Anmeldeinformationen finden Sie hier.

Das Symposium wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung.

Bamberger Autographe online

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Hoffmann digital mit neuen Inhalten und frischem Design

Die virtuelle Galerie Hoffmann digital des E.T.A. Hoffmann Portals präsentiert sich in neuer Optik und mit einem starken Zuwachs an spannenden Inhalten: den Bamberger Autographen. Die Sammlung umfasst 39 Briefe von und vier Briefe an E.T.A. Hoffmann, 16 Originalzeichnungen (davon drei auf Briefen), fünf Werkmanuskripte bzw. Teile davon, eine autographe Partitur, zwei Abschriften von musikalischen Werken Hoffmanns, einen Verlagsvertrag, ein Tagebuchfragment, ein Stellengesuch, drei Todesanzeigen für den Kater Murr, drei Widmungen in Büchern und einen Namenszug im Klavierauszug von Mozarts „Don Giovanni“ – dem einzigen erhaltenen Buch aus Hoffmanns Bibliothek. Hinzu kommen eine Quittung von Hoffmanns Frau Maria Thekla Michaelina und ein Eintrag für E.T.A. Hoffmann in der Sterbematrikel der evangelischen Jerusalemgemeinde in Berlin.

Die Staatsbibliothek Bamberg hat ihre Hoffmann-Autographe im Jahr 2016 im Rahmen des Projekts E.T.A. Hoffmann Portal digitalisiert und in Kalliope, der nationalen Datenbank für Nachlässe und Autographe, katalogisiert und erschlossen. Seit Mai 2017 sind die Werke in den digitalen „Bamberger Schätzen“ der Staatsbibliothek Bamberg sowie im E.T.A. Hoffmann Portal frei zugänglich.

Erstmals haben Nutzerinnen und Nutzer nun weltweit die Möglichkeit, die Autographe zu jeder Zeit und von jedem Ort aus im Detail zu studieren. Hoffmann digital bietet zu diesem Zweck einen stufenlosen Deep Zoom, umfassende Metadaten und verschiedene Download-Optionen an. Zudem sind die illustrierten Werke mit einer Thumbnail-Übersicht über alle enthaltenen Illustrationen ausgestattet. Über die Merkfunktion können temporäre Favoritenlisten erstellt und zur Weiterverarbeitung exportiert werden.

Starke Ausweitung der Inhalte bis 2019

Im Rahmen des ebenfalls an der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelten Folgeprojekts „E.T.A. Hoffmann Portal 2“ werden bis Ende 2019 sukzessive weitere digitalisierte Materialien zu E.T.A. Hoffmann in Hoffmann digital zur Verfügung gestellt. Neben der Integration von einzelnen Werken aus externen Einrichtungen liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Digitalisierung von Hoffmann-Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin, darunter mehr als 800 Hoffmanniana aus der Zeit zwischen 1800 und 1920, vergriffene Werke aus dem Zeitraum 1921 bis 1965, und 33 Brief- und Musikautographe sowie etwa 200 Werke, die E.T.A. Hoffmann beeinflusst haben, und circa 600 Werke zur Rezeption Hoffmanns.

Buchpatenschaft für den Monat August

Das große Reformationsjubiläum erinnert in diesem Jahr 2017 an den Thesenanschlag von Martin Luther vor 500 Jahren. Es gibt aber auch Jubiläen, die im Zusammenhang mit der Reformation stehen und jährlich begangen werden. Ein Beispiel hierfür ist das Augsburger Friedensfest, das seit 1650 bis heute am 8. August gefeiert wird. Es ist sogar ein auf gesetzlicher Feiertag in der Stadt Augsburg. Schon seit 1651 entwickelte sich der Brauch, den Schulkindern zum Fest so genannte Friedensgemälde zu überreichen. Eines davon, den Kupferstich für das Jahr 1734, haben wir als Patenschaft für August ausgewählt.

 

Friedens=Gemähld / auf das / den 8. Augusti Anno 1734 / wiederhohlte Danck= und Frieden=Fest / der Evangelischen Schul=Jugend in Augpurg., Augsburg 1734. Bibliothekssignatur: Einbl. 1734, 1 gr. Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 Staatsbibliothek zu Berlin-PK.

 

 

Friedens=Gemähld / auf das / den 8. Augusti Anno 1734 / wiederhohlte Danck= und Frieden=Fest / der Evangelischen Schul=Jugend in Augpurg. Augsburg, 1734. Kupferstich von Johann Gottfried Thelott (1711 – 1775, Maler) und Johann Gottfried Pfautz (1687 – 1760, Stecher).

Während des Dreißigjährigen Krieges hatte Kaiser Ferdinand II. 1629 das Restitutionsedikt erlassen, das nach der Reformation säkularisiertes Kirchengut zurückführen sollte. Am 8. August 1629 begannen die Zwangsmaßnahmen gegen die evangelische Religionsausübung in Augsburg. Die evangelischen Kirchen wurden geschlossen und den Pfarrern alle Amtshandlungen untersagt. Erst im Westfälischen Frieden 1648 wurde die Gleichberechtigung der Religionsparteien für Augsburg festgeschrieben.
Zwei Jahre danach nahmen die Augsburger Protestanten den Jahrestag des kaiserlichen Eingriffs von 1629 zum Anlass, mit dem ersten Friedensfest für die Erhaltung ihres Glaubens zu danken.

 

 

 

Das Friedensgemälde für das Jahr 1734, die Buchpatenschaft für  August, zeigt eine Darstellung der Bibelstelle aus dem 4. Buch Moses (Numeri), Kapitel  21,  V. 6-9:

Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viel Volks in Israel starb. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider dich geredet haben; bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme. Mose bat für das Volk. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie auf zum Zeichen; und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

 Darunter folgen  zwei Spalten Verse, die die Bibelstelle in Bezug zum Reformationsjubiläum setzen.

Notwendige Reparaturen: Alte Verklebungen lösen, wässern, nachleimen, glätten, Einblattdruck mit Japanpapier auf ein Trägerpapier montieren und in die Mappe kleben, Herstellen einer Mappe aus säurefreiem Archivkarton.
Kalkulierte Kosten: 115 €

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieser Einblattdruck restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de
  • Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.