Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Fahrradstaender- Staatsbibliothek zu Berlin - PK - Lizenz CC BY-SA-NC

Keine leeren Fahrradständer nach dem Bibliotheksbesuch

***NEUER TERMIN***: SBB und Polizei Berlin – gemeinsam gegen Fahrraddiebstahl

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,

die zunehmenden Fahrraddiebstähle im Stadtgebiet veranlassten uns im vergangenen Jahr,
eine gebührenfreie Fahrradcodieraktion in Kooperation mit der Polizei Berlin durchzuführen.

Da diese Aktion sehr erfolgreich war, folgte nun im März eine Neuauflage.
Die Berliner Polizei musste zwar noch einmal umdisponieren, aber nun steht der Ersatztermin fest:

am 24. April zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr
vor dem Haupteingang Haus Potsdamer Straße

Es besteht die Möglichkeit, sich zuvor am I-Punkt in der Eingangshalle anzumelden, um eine eventuell längere Wartezeit zu vermeiden. Bitte denken Sie auch an ein amtliches Ausweisdokument und die Kaufquittung o.Ä.

Verbinden Sie Ihren Bibliotheksbesuch mit dieser kleinen aber wirkungsvollen Sicherungsmaßnahme.

Wir freuen uns auf Sie!

Projektstart: Erschließung, Restaurierung und Digitalisierung hebräischer Handschriften

Manchmal schlummern in einer Bibliothek bemerkenswerte Schätze, die zwar sicher verwahrt und betreut werden, jedoch aufgrund ihres desolaten Zustandes nicht benutzbar sind. Die Freunde der Staatsbibliothek helfen aktiv dabei mit, die Restaurierung bedeutender Werke zu ermöglichen. Im aktuellen Fall war es eine engagierte und langjährige Nutzerin der Staatsbibliothek, welche die Erschließung, Restaurierung und Digitalisierung wichtiger hebräischer Handschriften der Orientabteilung ermöglichte.

Gleich in mehrerer Hinsicht bemerkenswert ist die Hebräische Bibel „Erfurt 1“ (Signaturen Ms. or. fol. 1210 und Ms. or. fol. 1211). Diese zweibändige Pergamenthandschrift, welche im Jahr 1343 fertiggestellt wurde, ist mit ihren Maßen von 63 x 47 cm die weltweit größte überlieferte Bibelhandschrift. Um sich eine bildlichere Vorstellung ihrer Dimensionen machen zu können, sei erwähnt, dass für die Herstellung des Pergaments der beiden je etwa 50 kg schweren Bände ungefähr 1100 Tiere benötigt wurden. Doch nicht nur ihr hohes Alter und ihre einzigartige Größe machen die Handschrift für Wissenschaftler aller möglichen Länder und Disziplinen interessant, auch die kunstvollen Mikrographien waren und sind von besonderem Interesse: so wurde in dieser Handschrift die Masora, also die textkritischen Anmerkungen zum eigentlich Bibeltext, vielfach in Tierform, als Phantasiewesen oder als ornamentale Dekoration gestaltet.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser kostbaren Handschrift wurde jedoch jahrzehntelang dadurch behindert, dass die Erfurter Bibel 1 im Zweiten Weltkrieg durch Löschwasser nach einem Bombeneinschlag einen solch enormen Schaden erlitten hatte, dass die beiden Bände schlichtweg unbenutzbar waren. 1999 begann die aufwändige Restaurierung des 2. Bandes der Bibelhandschrift, bei der die einzelnen, stark verklebten Pergament­blätter gelöst, gesäubert und in mehrstufigen Trocknungsverfahren wieder geglättet und in Form gebracht wurden. Dabei stellte auch hier die außergewöhnliche Größe der Handschrift eine besondere Herausforderung dar: so mussten beispielsweise eigens Geräte installiert werden, welche das Bewegen der zahlreichen Gewichte zum Spannen und Beschweren der Blätter ermöglichten. Mit dem Abschluss der umfassenden Restaurierung im Jahr 2007 konnte zumindest dieser zweite Teil der Handschrift wieder zugänglich gemacht werden. Und durch die anschließende Digitalisierung kann nun jeder die kunstvoll gefertigte Handschrift online bewundern.

Aufgrund der großzügigen finanziellen Unterstützung durch Frau Prof. Bettina Schwarz DHL über die Wissenschaftsförderungs GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist es der Staatsbibliothek zu Berlin nun möglich, auch den bislang noch ausstehenden ersten Band der Erfurter Bibel 1 sorgfältig zu restaurieren und anschließend zu digitalisieren. Dies bietet selbstverständlich ganz neue Forschungs­möglichkeiten und könnte die Beantwortungen einiger Frage, die bezüglich der sogenannten „Riesenbibel“ noch nicht abschließend geklärt sind, vorantreiben.

Des Weiteren wurden Mittel bereitgestellt, um rund 280 weitere hebräische Handschriften zu digitalisieren und in der Datenbank Orient-Digital  zu erschließen, wodurch (größtenteils auch originalsprachliche) Suchabfragen beispielsweise nach Titel, Herkunftsregion oder Entstehungszeit möglich sind. Damit werden nach Abschluss des Projektes sämtliche 580 Handschriften in hebräischer Schrift der Staatsbibliothek zu Berlin digital zur Verfügung stehen – eine großartige Möglichkeit, die herausragende Hebraica-Sammlung der Orientabteilung zu präsentieren, vor allem aber eine enorme Erleichterung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit, die sich mit den wertvollen Beständen beschäftigen.

Der erste Band der Bibel “Erfurt 1“ (Ms. or. fol. 1210) in noch unrestauriertem Zustand

Digital Humanities CC BY-NC-SA

Wappen und Semantic Web. Neue Methoden für alte Quellen. Werkstattgespräch am 26.4.

Wappen und Semantic Web. Neue Methoden für alte Quellen

  • Termin

    Do, 26. April 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)



Digital Humanities CC BY-NC-SA


Jun.-Prof. Dr. Torsten Hiltmann, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fachliche Betreuung: Dr. Nicole Eichenberger, Dr. Jana Madlen Schütte (Mail
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Wappen waren in der mittelalterlichen Gesellschaft allgegenwärtig und zentraler Bestandteil deren Kultur und Kommunikation. Die bisherige Auseinandersetzung mit den Wappen als Quellengruppe wird dieser Bedeutung jedoch nicht gerecht. Dies gilt sowohl für deren Nutzung im Rahmen hilfswissenschaftlicher Fragestellungen als auch im Bereich der kulturhistorischen Forschung oder der politischen Geschichte. Mit der Digitalisierung bieten sich hier jedoch ganz neue Möglichkeiten, und dies gleich auf mehreren Ebenen.
Der Beitrag wird zunächst die Ursachen für die bisherige Zurückhaltung im Umgang mit den Wappen identifizieren, um daraufhin danach zu fragen, wie sich diese durch den Einsatz neuer digitaler Methoden überwinden lassen. Nach einem Überblick über die bisherigen Ansätze soll dabei insbesondere auf die Methoden und Techniken des Semantic Web eingegangen und deren Nutzen am Beispiel der mittelalterlichen Wappen demonstriert werden – sowohl für die klassischen hilfswissenschaftlichen Aufgaben der Heraldik wie für neue kulturhistorische Perspektiven in der Auseinandersetzung mit dieser besonderen Quellengruppe.

Eine Veranstaltung der Reihe “Digital Humanities in der Mediävistik”

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

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