• BLOG-NETZWERK FÜR FORSCHUNG UND KULTUR
SBB aktuell
  • FOYER
  • SERVICE
  • IT-INNOVATION
  • WISSEN
  • FEUILLETON
  • Menü Menü
Verdi, Aida, Poster, 1908. Photo. Britannica ImageQuest, Encyclopædia Britannica © akg Images / Universal Images Group / Rights ManagedVerdi, Aida, Poster, 1908. Photo. Britannica ImageQuest, Encyclopædia Britannica © akg Images / Universal Images Group / Rights Managed

Digitale Lektüretipps 55: Als virtuelle Kreuzfahrende rund um den Stiefel – mit AIDA zu Italiens Wissenschaft

26.06.2020/0 Kommentare/in Foyer, SBB-Startseite, Wissen/von Ulrike Reuter

Ein Beitrag aus unserer Reihe Sie fehlen uns – wir emp-fehlen Ihnen: Digitale Lektüretipps aus den Fachreferaten der SBB

Schritt für Schritt öffnen die Lesesäle wieder ihre Türen und verstärken die Zugangsmöglichkeiten zu unseren Ressourcen. Gerne versorgen wir Sie aber weiterhin mit unseren digitalen Lektüretipps – jetzt nicht mehr als kleiner Ersatz für die fehlenden Recherchemöglichkeiten vor Ort, sondern in etwas gemächlicherem Turnus als gleichsam unterhaltsame wir informative Ergänzung. Heute geht es virtuell auf hohe See:

Man könnte jetzt lange über die missliche Lage von Kreuzfahrschiffpassagieren und -besatzung zum Ausbruch der Pandemie schreiben, aber irgendwann ist es auch einmal gut mit den ganzen Analogien. Vielleicht stellen wir uns lieber vor, auf einem luxuriösen Schiff zu den italienischen Gefilden der Geistes- und Sozialwissenschaft zu segeln. Der Name Aida taucht – möglicherweise inspiriert vom arabischen Frauennamen Ayda – erstmals in einer Erzählung des französischen Ägyptologen Auguste-Édouard Mariette auf und wurde durch Giuseppe Verdis gleichnamige Oper, die auf dieser Erzählung fußte, populär. Offenbar fake news ist, dass Verdi die Oper anlässlich der Eröffnung des Sueskanals komponiert habe, doch damit war die Verbindung zur Seefahrt geschaffen und diese inspirierte ein bekanntes Kreuzfahrtunternehmen, seine Flotte nach Aida zu benennen.

In unserem heutigen Beitrag geht es aber um eine andere AIDA, ein zauberhaftes Akronym einer eher nüchternen, aber natürlich umwerfend nützlichen Datenbank, die auf den vollen Namen Articoli Italiani di Periodici Accademici hört (AIPA hätte tatsächlich nicht ganz so gut geklungen). Der deutsche Titel dieses Dampfers der Literaturrecherche heißt Bibliographie der italienischen Zeitschriftenliteratur und sie kann mit einem Bibliotheksausweis der Staatsbibliothek auch von zuhause (oder vom Sonnendeck) aus im remote access benutzt werden.

AIDA, ein Produkt des Verlages De Gruyter-Saur, enthält fast 287.000 Zeitschriftenaufsatztitel aus rund 1.400 italienischen geistes- und sozialwissenschaftlichen Zeitschriften. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Es handelt sich also nicht nur um Zeitschriften, die sich mit der italienischen Kultur oder Gesellschaft oder Geschichte beschäftigen, sondern Organe zu sämtlichen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachgebieten, die in Italien erforscht und herausgegeben werden. Zugegeben: es ist viel Italianistik, italienische Geschichte und Geistesgeschichte darunter, aber auch Germanistik und klassische Philologie, Geografie, Soziologie, Kunstgeschichte und Architektur, Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie, Ethnologie, sogar Stadtplanung und Tourismusforschung, um nur einige zu nennen. Sollte Ihr Fachgebiet darunter sein, werden Sie nicht im Trüben fischen. Oder paddeln. Whatever. Hier finden Sie die Liste aller ausgewerteten Zeitschriften. 10.000 neue Einträge kommen pro Jahr hinzu. Angeblich sind nur Daten ab 1997 enthalten, tatsächlich kann man aber auch (mithilfe der Suchmöglichkeit nach Jahreszahlen) Zeitschriftenaufsätze aus dem Archivio storico italiano ab 1849 finden. Im Klappentext heißt es: „Veröffentlichungen aus allen Gebieten der Geisteswissenschaften, auch aus Randbereichen, werden einbezogen. Zusammen mit italienischen Bibliothekaren wird ein möglichst repräsentativer Querschnitt der aktuellen geisteswissenschaftlichen Literatur erstellt. Die Aufsatztitel werden von einem italienischsprachigen Redakteur ausgewertet und zusammengestellt. AIDA ist daher eine ideale Ergänzung zur IBZ.“

IBZ ist, falls Sie diese Datenbank noch nicht kennen, die Internationale Bibliographie der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zeitschriftenliteratur mit 3,2 Millionen Zeitschriftenaufsätzen aus 11.500 Zeitschriften der Jahre 1983ff. Jährlich kommen über 120.000 Eintragungen hinzu. Auch hier sind italienische Fachzeitschriften ausgewertet (z.B., um im Thema zu bleiben: Aegyptus. Rivista italiana di egittologia e di papirologia oder Africa. Rivista trimestrale di studi e documentazione dell’Istituto Italiano per l’Africa e l’Oriente oder auch das Archivio Storico Italiano). Alle diese Zeitschriften sind auch in AIDA ausgewertet. Dafür finden sich in AIDA noch mehr Spezialorgane, z.B. Afriche e orienti. Rivista di studi ai confini fra Africa e Mediterraneo e Medio Oriente oder auch Archeologia africana, außerdem Terra d‘ Africa ebenso wie die Studi di Egittologia e papirologia). Und so könnte man immer weiter aufzählen. Da capo al fine.

Hinweise zur Eingabe Ihrer Suchanfragen in die Datenbank finden Sie hier. Voreingestellt ist die Suche in den „Volltexten“. Dies sind allerdings „nur“ die Volltexte der Literaturangaben, nicht die Volltexte der Zeitschriftenaufsätze. Letztere sind in dieser rein bibliographischen Datenbank leider nicht enthalten, sondern müssen in einem zweiten Schritt recherchiert und aufgerufen oder bestellt werden. Angegeben sind zwar italienische Bibliotheken, die die jeweiligen Zeitschriften in ihrem Bestand haben. Das nützt Ihnen wahrscheinlich leider wenig.

Die Datenbank ist aber mit einem SFX-Button ausgestattet, den Sie finden, wenn Sie die Vollanzeige des Treffers aufrufen. SFX steht in der Filmindustrie für „special effects“. Der special effect dieses Buttons, der in unseren Datenbanken „SBB link“ heißt, ist, dass Sie Unterstützung bei der Recherche nach den Zeitschriften, in denen Ihr Wunschartikel veröffentlicht wurde, erhalten. Das kleine Programm sucht automatisch, ob es eine elektronische Version des Aufsatzes im Bestand der Staatsbibliothek gibt, also ein e-Journal oder eine retrodigitalisierte Druckausgabe der Zeitschrift. Manchmal funktioniert es, dass Sie sich dann direkt in diese Onlineausgabe weiterklicken, manchmal muss man sich auch neu identifizieren. Das Archivio storico italiano ist beispielsweise in der Datenbank JSTOR enthalten. Für diese müssen Sie sich noch einmal neu als Benutzer_in der SBB ausweisen. Sollte es keine elektronische Fassung geben, verrät Ihnen „SBB link“, ob eine gedruckte Zeitschrift des gesuchten Jahrgangs in der Staatsbibliothek vorrätig ist. Und wenn das alles nicht der Fall ist, kommt nicht ganz „subito“, also sofort / sogleich, aber de facto nach ein paar Tagen Ihre kostenpflichtige Bestellung über den Lieferdienst Subito zu Ihnen in den Briefkasten. Oder Sie nutzen unseren Fernleihservice, der auch wieder angelaufen ist. Allora – auf zu neuen Ufern der Recherche! Viel Erfolg dabei und ahoi!

Schlagworte: digitale Lektüretipps, Romanistik, sbb online offen
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Auf WhatsApp teilen
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/Lektuere_Aida2.jpg 475 845 Ulrike Reuter https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/stabi-logo-kante.png Ulrike Reuter2020-06-26 13:42:102026-06-24 09:55:12Digitale Lektüretipps 55: Als virtuelle Kreuzfahrende rund um den Stiefel – mit AIDA zu Italiens Wissenschaft
Das könnte Sie auch interessieren
Firmensitz des Bibliotheksdienstleisters „Casalini Libri“ im toskanischen Fiesole, mit freundlicher Genehmigung von Casalini Libri ©//K:\ZWR\Bildrechte\Murawski\Digitale Lektuere\Lektuere Torrossa\Fwd Torrossa.msg Digitale Lektüretipps 56: Die Tour zum Turm – die Volltextplattform „Torrossa Digital Library“ für geistes- und sozialwissenschaftliche E-Publikationen aus Italien
Bild: Gesellschaft / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/menschenmenge-menschen-silhouetten-2718833/ Digitale Lektüretipps 17 – Die Rolle der politischen Philosophie und der Sozialphilosophie in der gegenwärtigen Gesellschaft
Digitale Lektüretipps Digitale Lektüretipps 14: CoROnA – Rechtswissenschaft im Open Access
Piazza Mercatello durante la peste del 1656 - Spadaro (Public Domain Wikimedia Commons)K:\ZWR\Bildrechte\Murawski\Digitale Lektuere\Bildrecht_Lektuere_Corona_und_Philosophie.png Digitale Lektüretipps 37: Corona-Maßnahmen und die Philosophie
Süddeutsche Zeitung, Montag 25.01.2021, Nr. 19, Seite 9 | Foto: SBB PKSZ: K:\ZWR\Bildrechte\Murawski\Digitale Lektuere\Zeitungen Yesterdays News Digitale Lektüretipps 61: Yesterday’s news
SBB-PK Public DomainCollage erstellt N. Eichenberger Verzicht auf Namensnennung, Einzelbilder Public Domain http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0002131A00000000 Digitale Lektüretipps 25: Kuratierte Datensets aus den Digitalisierten Sammlungen: Coding Gender – Binary / Non-binary
Der heilige Hieronymus im Studierzimmer. Vincenzo Catena, 1514 (Städel Museum). - Wikimedia Commons. Public DomainPublic Domain Wiki Commons K:\ZWR\Bildrechte\Murawski\Digitale Lektuere\Bildrecht_Lektuere_Hieronymus.png Digitale Lektüretipps 57: Im Zeichen des Hieronymus
Bild: TheAndrasBarta auf Pixabay (https://pixabay.com/photos/world-europe-map-connections-1264062)K:\ZWR\Bildrechte\Murawski\Digitale Lektuere\Bildrecht_Lektuere_Globale_Perspetiven.png Digitale Lektüretipps 36: Globale Perspektiven
0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Search Search

Kommentare:

  • Hassan Warraich bei Wissenshunger stillen ohne Krümel | Feed Your Hunger for Knowledge — Without the Crumbs
  • Bianca Henn-Hoffmann bei Fair bleiben – Pausenscheibe nutzen – Plätze teilen | Stay fair – Use the Study Break Disc – Share Your Desks
  • Lütkemeier bei Fair bleiben – Pausenscheibe nutzen – Plätze teilen | Stay fair – Use the Study Break Disc – Share Your Desks
  • H. Dembowski bei Reden über Rodrian
  • Ulrike Rodrian bei Reden über Rodrian

Schlagwörter

Ausbildung Ausleihe Ausstellung Benutzung Benutzungseinschränkung Bilderbuch Buchpatenschaft CrossAsia Datenbank digitale Lektüretipps Digitalisierung E.T.A. Hoffmann Fachinformation Freunde der Staatsbibliothek Geschichte Hinweis Import Jugendbuch Kinderbuch Kulturelles Erbe Lesesaal Martin Luther Materialität Musik Osteuropa Presse Promovierende Provenienzforschung Recherche Recht Rechtsforschung Rechtswissenschaften Reformation Restaurierung sbb online offen Service Servicezeiten Slawistik Stipendienprogramm Werkstattgespräch Wissenswerkstatt Workshop Zeitschriftendatenbank Zeitungen Öffnungszeiten

Unsere Blogs

  • E. T. A. HOFFMANN PORTAL
  • FEUILLETON
  • FOYER
  • FREUNDE DER BIBLIOTHEK
  • HISTORISCHE DRUCKE
  • INKUNABELN
  • IT-INNOVATION
  • KARTEN
  • MUSIK
  • ORIENT
  • PODCAST
  • PRESSE
  • SERVICE
  • TERMINE
  • WISSEN

Suche über alle Beiträge:

Search Search

Folgen Sie uns auf Instagram

Folgen Sie uns auf Bluesky

Folgen Sie uns auf Mastodon

Besuchen Sie uns auf Youtube

ARCHIV ALLER BLOGBEITRÄGE

Zum Kalender
© Copyright - Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • RSS-Feeds abonnieren
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Erklärung zur Barrierefreiheit
  • Barriere melden
Link to: Noch bis 24. Juli: Beethoven pur in Ausstellung „Diesen Kuß der ganzen Welt“ Link to: Noch bis 24. Juli: Beethoven pur in Ausstellung „Diesen Kuß der ganzen Welt“ Noch bis 24. Juli: Beethoven pur in Ausstellung „Diesen Kuß der ganzen... Link to: Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet: neue Angebote Link to: Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet: neue Angebote Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet: neue Angebote
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen