Digitale Lektüretipps 60: Vom Recht der Natur zur Natur des Rechts. Die Online-Datenbank „Natural Law 1625-1850“.

Ein Beitrag aus unserer Reihe Sie fehlen uns – wir emp-fehlen Ihnen: Digitale Lektüretipps

Die Staatsbibliothek zu Berlin verfügt über einen reichen – insbesondere historischen – Bestand an Literatur zum Naturrecht, welche über den Online-Altbestandskatalog der Bibliothek unter „Rechtswissenschaft“ hervorragend erschlossen und recherchierbar ist.

Auch wenn die Wurzeln des Naturrechts bis ins 6./5. Jahrhundert vor Christus zurückreichen, erfuhr die moderne Naturrechtslehre insbesondere zwischen den 15. und 19. Jahrhundert einen enormen Aufschwung und prägte insbesondere moderne Rechtsordnungen in Europa sowie Nordamerika und die Inhalte vieler Kodifikationen jener Zeit, die bis heute nachwirken. Wer aber waren die Wissenschaftler oder Schulen jener Periode, die zum frühneuzeitlichen Naturrecht gearbeitet und dessen Lehre geprägt haben?

Zur Beantwortung dieser Frage wurde ein kollaboratives Projekt zwischen der Universität Erfurt, der University of St Andrews und dem Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) ins Leben gerufen, dessen erste Ergebnisse in der frei zugänglichen Datenbank Natural Law 1625-1850 angeboten werden. Dabei handelt es sich um eine bio-bibliographische Datenbank von frühneuzeitlichen Naturrechtsgelehrten. Der Hauptzweck der Datenbank ist die Etablierung einer wissenschaftlichen Plattform, in der Forscherinnen und Forscher zum Naturrecht leicht biographische und bibliographische Daten finden und durchsuchen können. Kommentare führender Experten auf diesem Gebiet gewähren einen vertiefenden Einstieg zum Auffinden biographischer Daten oder historiographische Informationen zu bestimmten Gelehrten, insbesondere deren Wirkungsstätten oder denjenigen „Schulen“, zu denen sich diese Gelehrten zugehörig fühlten.

Das Projekt ist noch längst nicht abgeschlossen und die weitere Befüllung der Datenbank stellt sich als internationales Gemeinschaftsprojekt dar, das Expertinnen und Experten zum frühneuzeitlichen Naturrecht dazu ermutigt, eigenes Material oder Sachkenntnis zu dem Projekt beizutragen. Dabei können sowohl die bio-bibliographischen Informationen bereits erstellter Gelehrtenprofile ergänzt und korrigiert oder aber auch neue Profile angelegt werden. Darüber hinaus sollen durch das Projekt gezielt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen werden, sich mit kurzen Aufsätzen über das Leben, das Werk und das allgemeine Verständnis des Naturrechts zu beteiligen. Hierfür steht ein webbasiertes „Contributor System“ zur Verfügung.

Die Staatsbibliothek zu Berlin und der dort angesiedelte Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung möchten ihre Nutzerinnen und Nutzer ermutigen, sich an diesem Projekt zu beteiligen und dafür die Bestände der Bibliothek eingehend zu nutzen, um selbst und kollaborativ eine einzigartige Ressource zum frühneuzeitlichen Naturrecht zu schaffen.

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