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– entfällt – Buchvorstellung mit Marianna Tax Choldin “Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland”

Veranstaltung fällt leider aus! Buchvorstellung Marianna Tax Choldin: Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland

  • Termin

    Di, 20. März 2018
    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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Marianna Tax Choldin. Alle Rechte liegen bei Academic Studies Press




Hinweis!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde und Unterstützer der Staatsbibliothek zu Berlin,

leider müssen wir die Buchvorstellung am 20. März 2018 „Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland“ absagen, da die Autorin Marianna Tax Choldin erkrankt ist und nicht nach Deutschland kommen kann. Dies ist umso bedauerlicher, als das Thema Zensur hochaktuell ist. Daher hoffen wir auf eine baldige Genesung von Frau Tax Choldin, so dass wir die Veranstaltung recht bald nachholen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Barbara Schneider-Kempf

Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Was führte eine Amerikanerin über 50 Mal in 50 Jahren nach Moskau?

Diese und weitere Fragen an ihr Leben als Slavistin, Bibliothekarin und Kämpferin für eine offene, demokratische Gesellschaft wird Frau Schneider-Kempf, ihrem Interview-Gast aus Chicago stellen. Frau Tax Choldin wird begleitend dazu Passagen aus ihrem Buch lesen.

Mit ihrem Vater, dem Ethnologen Sol Tax, fuhr sie 1960 zum ersten Mal in die osteuropäischen Länder und nach Moskau. Frau Tax Choldin wird über die Entdeckung ihrer Liebe zur russischen Sprache und Literatur sprechen. Dabei wird sie thematisieren, wie sie als Amerikanerin das Leben in der Sowjetunion empfand und wie sie sich emotional und gleichzeitig akribisch-wissenschaftlich ihrem Lebensthema, der „Zensur in Russland“ näherte. Höhepunkt der Beschäftigung mit diesem Thema war in den Jelzin-Jahren die Ausstellung zur Zensur in der Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau. Die Ausstellung gestaltete sie mit der Leiterin dieser Bibliothek, mit ihrer Freundin Katja Genieva. Gemeinsam setzten sie sich für die Demokratisierung der russischen Bibliothekslandschaft ein. So fand die Ausstellung auch in vielen weiteren Bibliotheken Russlands Nachahmer. Zusammen organisierten die beiden in dieser Umbruchszeit einen Runden Tisch zur Zensur in der Sowjetzeit, bei dem Täter, Opfer und Verwalter von „Giftschränken“ in den Bibliotheken zu Wort kamen. Die Metapher, die das Buch durchzieht: „Der Garten der zerbrochenen Statuen“ steht für den Umgang mit dem kulturellen Erbe eines Landes.

Katja Genieva war bis zu ihrem Tod 2015 das russische Gesicht im „Deutsch-Russischen Bibliotheksdialog“, dem Frau Schneider-Kempf auf deutscher Seite vorsteht.

Die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße an der früheren Grenze zwischen Ost und West ist der geeignete Ort, um über Bibliothekspolitik zur Zeit des Eisernen Vorhangs zu sprechen. Marianna Tax Choldin wird von ihrer Arbeit im Dienst eines großen westlichen Bibliotheks-Netzwerks erzählen: Es wurden gemeinsam Bücher und Zeitschriften aus den osteuropäischen Ländern und der Sowjetunion erworben und mit dem „Anderen Planeten“ getauscht. Sie war an den Bibliotheken der Universitäten von Michigan und Urbana-Champaign in Illinois tätig. Unter anderem hat sie den „Auskunftsdienst Slavistik“ ins Leben gerufen, der es ermöglichte, weltweit Material in diesem Bereich zu lokalisieren und es der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Frau Tax Choldin hat auch einen besonderen Bezug zu Deutschland. Sie wird darüber berichten, wie ihre jüdische Familie sie ermunterte, 1958 mit einer der ersten amerikanischen Schulklassen nach Deutschland zu fahren, um damit für ihre Generation eine Brücke nach dem Zweiten Weltkrieg zu schlagen. In den vielen Jahren ihrer Reisetätigkeit führte sie der Weg auch oft in die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße, wohin sie jetzt zurückkehrt, um ihr Buch mit ihren Lebenserinnerungen vorzustellen.

Weitere Informationen zum Buch auf der Verlags-Website:

Marianna Tax Choldin: Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland. ©Simon Verlag für Bibliothekswissen. Buchcover

 

Ausschnitt des Kartenblattes aus dem Großen deutschen Kolonialatlas: Karte von Kamerun 1:1.000.000, Blatt 2 Tschad. (links von 1901, rechts von 1909). CC BY-NC-SA 3.0

Namen auf Karten: Werkstattgespräch zur Vergleichenden Kolonialtoponomastik am 20.2.

Werkstattgespräch: Namen auf Karten – einige Einblicke in Forschungsfragen der Vergleichenden Kolonialtoponomastik

  • Termin

    Di 20. Februar 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Schulungsraum K3 im Lesesaal
    (Treffpunkt I-Punkt im Foyer)
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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Ausschnitt des Kartenblattes aus dem Großen deutschen Kolonialatlas: Karte von Kamerun 1:1.000.000, Blatt 2 Tschad. (links von 1901, rechts von 1909). CC BY-NC-SA 3.0


Prof. Dr. Thomas Stolz & Prof. Dr. Ingo H. Warnke, Universität Bremen
Fachliche Betreuung: Wolfgang Crom, Kartenabteilung Staatsbibliothek zu Berlin

Dass die materielle Fixierung von Ortsnamen auf Karten einen linguistischen Forschungsgegenstand eigener Art darstellt, darf bereits in der Toponomastik als innovativer Gedanke gelten. Während man sich in der Namenkunde selbstverständlich ausführlich mit Ortsnamen befasst hat und eine solche Beschäftigung gerade für koloniales Place-Making jüngst mit Arbeiten im Projektzusammenhang der Vergleichenden Kolonialtoponomastik geschieht (vgl. u.a. Stolz & Warnke 2017; Stolz, Warnke & Levkovych 2016), neigt eine medial eher wenig interessierte Linguistik dazu, Fragen der materiellen Vorkommen von Ortsnamen bei ihren Analysen unberücksichtigt zu lassen, das Toponym also zu entkontextualisieren. Demgegenüber möchten wir dafür plädieren, Toponyme nicht nur als eine Namenklasse zu verstehen, sondern auch in Bindung an Kontextualisierungen im sogenannten Umfeld. Karl Bühler unterscheidet in seiner Sprachtheorie (Bühler 1934/1999: 154–168) drei Typen des so genannten Umfelds: Vorkommen von Zeichen in Bindung an praktische Handlungen, an materielle Kontexte und an textuelle Umgebungen. Wir halten diese Differenzierung auch im Rahmen einer toponomastischen Neukonzeption für sinnvoll und wollen uns zu diesem Zweck insbesondere mit der materiellen Vertextung von Toponymen auf Karten befassen. Dazu etablieren wir die toponomastische Teilkategorie von ‚Namen auf Karten’, die wir als ‚Epichartika’ bezeichnen. Wir werden im Vortrag diese Namenklasse einführen und am Beispiel kolonialtoponomastischer Daten die empirische Bedeutung damit anknüpfender Fragestellungen aufzuzeigen versuchen. Der Vortrag dient insofern auch der Vorstellung bisheriger Arbeitsweisen im Bremer Forschungszusammenhang der Vergleichenden Kolonialtoponomastik.


Bühler, Karl. 1934/1999. Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache. Stuttgart: Lucius und Lucius.

Stolz, Thomas & Ingo H. Warnke. 2017. Anoikonyme und Oikonyme im Kontext der vergleichenden Kolonialtoponomastik. In A. Dunker, Th. Stolz & I. H. Warnke (eds.), Benennungspraktiken in Prozessen kolonialer Raumaneignung. Berlin/Boston: de Gruyter, 205–229.

Stolz, Thomas, Ingo H. Warnke & Nataliya Levkovych. 2016. Colonial Place Names in a Comparative Perspective. Beiträge zur Namenforschung 51, 3/4. 279–355.

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BKM-Förderprogramm zur Bestandserhaltung geht weiter

Um national wertvolles schriftliches Kulturgut zu erhalten, schreibt Kulturstaatsministerin Grütters auch in diesem Jahr zusätzliche Fördermittel aus. Der Bund unterstützt Projekte etwa von Bibliotheken und Archiven mit bis zu 50 Prozent der Kosten.

Mehr finden Sie auf der entsprechenden Website der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien