Unsere Beiträge zu den Wissenschaften und Forschung

Leselandschaft Haus Potsdamer Straße. SBB-PK / C. Kösser

Der Bibliothekslesesaal als Coworking Space – ein Podiumsgespräch zum kreativen Schreiben in Gemeinschaft

„Inzwischen halte ich öffentliche Bibliotheken für den perfekten, den logischen und naturgemäßen Arbeitsplatz für Schriftsteller.“ (Eva Menasse)

„Verena sagt, es gibt viele von uns hier, Schriftstellerinnen.“ (Stefanie de Velasco)

Die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens sind im Zeitalter des Digitalen einem tiefgreifenden Strukturwandel unterworfen, in dessen Gefolge tradierte Konzepte von Autorschaft zu Gunsten webbasierter Kollaboration brüchig werden und sich neue Formen des Social Reading herausbilden. Zugleich und gerade in Berlin vervielfachen sich so genannte Coworking Spaces, die sowohl dem individuellen Arbeiten in Gemeinschaft Raum geben als auch einen Ort für die Anbahnung von Projektkooperationen schaffen.

Vor diesem Hintergrund und angeregt von Arlette Farges bekanntem Essay Der Geschmack des Archivs (zuerst Paris 1989) lädt die Staatsbibliothek zu Berlin ein zu einem Podiumsgespräch, das den spezifischen Bedingungen literarischen wie wissenschaftlichen Schreibens in Bibliotheken in Form eines gemeinsamen öffentlichen Nachdenkens nachspüren möchte. Dabei soll die Frage im Zentrum stehen, ob Lesesäle als Coworking Spaces avant la lettre gelten können. Mit Blick auf die häufig mit kulturellen Bedeutungsgehalten aufgeladenen Lesesäle besonders exponierter Bibliotheken wird zudem zu diskutieren sein, inwieweit diese zu jenen von Michel Foucault als Heterotopien bezeichneten inspirierenden Gegenräumen zu zählen sind, in denen lokalisierte Utopien – etwa das Indianerzelt spielender Kinder – physisch betretbar werden. Um das hier nur angedeutete Themenfeld möglichst umfassend auszumessen, sollen u.a. architektursoziologische, texttheoretische und wissenschaftshistorische Zugänge mit den Praxisperspektiven von einzeln sowie im Kollektiv Schreibenden konfrontiert werden.

Es diskutieren:

  • Anke te Heesen
    (Professorin für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Martina Löw
    (Professorin für Planungs- und Architektursoziologie an der Technischen Universität Berlin)
  • Judith Schalansky
    (Freie Schriftstellerin und Buchgestalterin)
  • Lea Schneider
    (Lyrikerin, Übersetzerin und Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13)
  • Ansgar Oberholz
    (Autor und Gründer des Berliner Coworking Space St. Oberholz)
  • Stephan Porombka
    (Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der Universität der Künste Berlin)

Moderation:

Barbara Schneider-Kempf
(Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin)

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 21. November 2017

18:15 Uhr bis 19:45 Uhr (mit anschließendem Umtrunk)

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Otto-Braun-Saal

Potsdamer Straße 33

10785 Berlin

 

Save the date: Festveranstaltung zum Launch des E.T.A. Hoffmann Portals

 

Seit Dezember 2016 ist das E.T.A. Hoffmann Portal in einer Betaversion online – Zeit, es endlich in die Vollversion umzuwandeln! Dieses Ereignis feiern wir am 12. Dezember 2017 um 17.30 Uhr in einer Festveranstaltung im Haus Potsdamer Straße der Staatsbibliothek zu Berlin – merken Sie sich den Termin schon jetzt vor. In den nächsten Wochen veröffentlichen wir die Einladung mit ausführlichem Programm. Hier vorab schon mal die Highlights:

 

  • Lesung und Gespräch mit dem Schriftsteller Ingo Schulze
  • Kurzvortrag von Prof. Dr. Claudia Liebrand, Herausgeberin des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs (Universität Köln)
  • Kurzvortrag von Sibylle Söring (Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin)
  • Präsentation des E.T.A. Hoffmann Portals: Neue Inhalte und Funktionselemente, optimierte Usability

 

Zur Anmeldung

 

Seien Sie gespannt auf das vollständige Programm der Veranstaltung und verkürzen Sie sich doch die Wartezeit, indem Sie noch einmal durch die Betaversion stöbern – auch gibt es immer wieder Neues zu entdecken: Ganz aktuell haben wir zwei neue Forschungbeiträge online gestellt. So ordnet Prof. Dr. Markus Bernauer E.T.A. Hoffmann in die Zeit der Berliner Romantik ein, und Dr. Elke Riemer-Buddecke schreibt in ihrem sechsteiligen Essay zur Illustrationsgeschichte ihr Standardwerk zu den Illustratoren Hoffmanns bis in die Gegenwart fort.

 

May the FORCE2017 be with you! Unser Beitrag zur diesjährigen Open Access Week

Berlin zählt zu den wenigen Bundesländern, die den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen sowie dessen freie Nachnutzbarkeit mit einer eigenen Open Access-Strategie befördern wollen. Kein Wunder, denn Hauptstadt und Bundesland sind schließlich namensgebend für einen der konstitutiven Texte der internationalen Open Access-Bewegung – die Rede ist natürlich von der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen.

Wie bereits im vergangenen Jahr organisiert das an der Freien Universität angesiedelte Berliner Open Access-Büro – die zentrale Beratungseinrichtung für alle Wissenschafts- und Kultureinrichtungen an der Spree – mit einer Posterausstellung zur Open Access Week eine publikumswirksame Plattform, um den zahlreichen Initiativen in der Region, die sich der Transformation des wissenschaftlichen Publikationssystem verschrieben haben, mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Selbstverständlich sind auch wir mit von der Partie. Dieses Ziel dürfte heuer umso leichter zu erreichen sein, als doch die Posterausstellung am 26. Oktober – los geht’s um 17 Uhr in der Kalkscheune in Mitte – in Kooperation mit der internationalen eScience-Konferenz FORCE2017 stattfindet.

Sie sehen, die Konkurrenz um die wenigen noch verfügbaren Plätze ist hart. Jedi-Meister Yoda rät daher: “Schnell anmelden Du Dich musst!”

 

P.S. Im Rahmen unserer modularen Workshopreihe Publish or Perish!? Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende informieren wir regelmäßig zum Veröffentlichen im Open Access – nicht nur zur Open Access Week.