Beiträge

Max-Herrmann-Preis 2018 an die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken

In diesem Jahr, am 30. November 2018, erhält die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) den Max-HerrmannPreis, die wichtigste Auszeichnung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird. Die Laudatio hält die Schauspielerin Iris Berben. Die Preisverleihung wird musikalisch von dem Diplomatischen Streichquartett umrahmt.

Die Preisträger 2018

Die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) wurde 1998 gegründet als offener Zusammenschluss von Bibliotheken an authentischen oder symbolischen Orten sowie von Bibliotheken von Dokumentationszentren, Forschungseinrichtungen und Geschichtsvereinen mit dem Ziel, sich fachlich auszutauschen und in einem Online-Verbundkatalog die Bestände zu vernetzen.

Gedenkstättenbibliotheken sammeln Dokumente, Berichte, wissenschaftliche Texte und Erzählungen in größtmöglichem Umfang. Sie erschließen die Bestände systematisch und stehen allen Interessierten ebenso wie Wissenschaftler*innen offen. Auf diese Weise sind sie wichtige Akteure der Erinnerungskultur.

Die Mitarbeitenden verstehen die Bibliothek als Begegnungsort und als Konfrontationsort mit der Vergangenheit; sie engagieren sich, um Opfern, Überlebenden und deren Nachkommen, aber auch Angehörigen aus Täterfamilien mit ihren Fragen zu helfen.

Den Blick in die Zukunft zu richten, heißt einen bedeutenden bildungspolitischen Auftrag wahrzunehmen. Hier, in den Gedenkstättenbibliotheken, werden neue Methoden der Aufklärung, der Information über das NS-Regime und andere Diktaturen entwickelt. „Gedenkstättenbibliotheken sind also keineswegs Orte des Büchersammelns allein. Sie sind in ihrem Selbstverständnis wichtiger Bestandteil der Aufarbeitung und der Information für alle und wahrlich nicht zuletzt für die nächste Generation, die keine Zeitzeugen mehr kennenlernen kann.“, begründet der Juryvorsitzende und Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. André Schmitz, die Entscheidung.

Max-Herrmann-Preis

Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. mindestens alle zwei Jahre den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat. Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen der langjährige Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, Dr. Ekaterina Genieva, Generaldirektorin der Gesamtrussischen Staat­lichen Rudomino-Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau, der Schriftsteller Günter de Bruyn, der israelische Künstler Micha Ullman sowie der Filmregisseur Wim Wenders.

 

Max Herrrmann, Photographie, entstanden im Atelier Hülsen, Datum der Aufnahme unbekannt. Staatsbibliothek zu Berlin – PK

Zur Biografie von Max Herrmann

Der Preis ist nach dem bedeutenden Literaturwissenschaftler Max Hermann (1865 – 1942) benannt, der 1923 an der Humboldt-Universität zu Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gründete. 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und hatte unter den weiteren Schikanen des nationalsozialistischen Regimes zu leiden. So durfte er in der Staatsbibliothek keine Bücher mehr ausleihen, durfte diese lediglich – über siebzigjährig – am Stehpult einsehen. Im Jahr 1942 wurde er nach KZ Theresienstadt deportiert und starb dort nach wenigen Wochen.

Buchpatenschaft für den Monat November 2018

Für jede einzelne Patenschaft aus unserem breitgefächerten Angebot ließen sich gute Gründe finden, warum gerade diese im Blog vorgestellt werden soll. Für November haben wir uns Musik entschieden, für Mozart, für Wolfgang Amadeus Mozart – aber nicht den, den alle kennen, sondern den Sohn. Geboren 1791 und getauft auf den Namen Franz Xaver Wolfgang hatte seine Mutter, Constanze Mozart, den jüngeren Sohn bereits im Kindesalter für den Musikerberuf vorgesehen und ihm den Künstlernamen „Wolfgang Amadeus Mozart, Sohn“ verpasst und ihn als Fünfjährigen das Papageno-Lied öffentlich singen lassen. Unterrichtet wurde er von prominenten Lehrern und seine erste Komposition erschien 1802 im Druck. 1808 nahm er eine Stelle als Hausmusiklehrer der Kinden der Grafen Baworowski in Podkamien (bei Lemberg) in Galizien an. Auch nachdem er diese Stelle aufgegeben hatte, blieb Franz Xaver Wolfgang in Lemberg. Zwischen 1819 und 1821 unternahm er eine Kunstreise, die ihn unter anderem nach Warschau, Kopenhagen, Berlin, Prag, Venedig, Zürich und Salzburg führte. 1838 kehrte er nach Wien zurück und lebte dort als Komponist und Pianist. 1844 starb Franz Xaver Wolfgang Mozart während eines Kuraufenthalts in Karlsbad.

Titelblatt von: Mozart, Franz Xaver Wolfgang (1791-1844): Grand Concerto pour le Pianoforte avec grand Orchestre compose et dédié A Son Altesse Jmperiale Madame la Grande Duchesse Marie Paulowne Princesse héréditaire de Saxe-Weimar : Oeuv. 25. Es-Dur – Leipzig: Peters, ca. 1819. Bibliothekssignatur: DMS O. 72870.

 

Mozart, Franz Xaver Wolfgang (1791-1844): Grand Concerto pour le Pianoforte avec grand Orchestre compose et dédié A Son Altesse Jmperiale Madame la Grande Duchesse Marie Paulowne Princesse héréditaire de Saxe-Weimar : Oeuv. 25. Es-Dur – Leipzig: Peters, ca. 1819

Das virtuose Es-Dur-Klavierkonzert entstand 1818 im Hinblick auf eine große Konzertreise, die ihn durch ganz Europa führte. Gewidmet ist es der Großherzogin von Sachsen-Weimar Marie Paulowna (1786 – 1859). Diese an Kunst und Wissenschaft interssierte, russische Prinzessin wurde 1804 mit dem Erbprinzen Carl-Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet. Mit ihrer Zeit in Weimar verbinden sich Namen wie J. W. von Goethe und Franz Liszt.

 

Exlibris von Werner Wolffheim aus: Mozart, Franz Xaver Wolfgang (1791-1844): Grand Concerto pour le Pianoforte avec grand Orchestre […]: Oeuv. 25. Es-Dur – Leipzig: Peters, ca. 1819. Bibliothekssignatur: DMS O. 72870.

 

 

 

Das vorliegende Exemplar trägt das Exlibris der Sammlung Werner Wolffheim (1877-1930). Der promovierte Jurist studierte im Anschluss von 1906 bis 1909 Musikgeschichte in Berlin und arbeite danach als Musikwissenschaftler und Kritiker. Seine Sammlung gehörte zu den weltweit bedeutendsten privaten Musikbibliotheken, musste von ihrem Besitzer 1927 jedoch aufgelöst und versteigert werden.

 

 

 

 

 

 

Nötige Reparaturen: Buchblock trocken reinigen, Risse hinterlegen, neue Vorsätze, heftenb und in Einband wieder einfügen, Stimmen: trocken reinigen, Blätter am Kopf glätten, Tasche weiten und in die Buchdecke wieder einkleben, Einband stabilisieren.

Kalkulierte Kosten: 575 €

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft
bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieser Musikdruck restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Buchpatenschaft für den Monat Oktober 2018

Für die Buchpatenschaft des Monats Oktober schauen wir nach England – gut ein halbes Jahr vor dem Brexit stellen wir hier ein Werk über die frühe Geschichte Englands vor.

 

Titelblatt aus Beda: Historia ecclesiastica gentis Anglorum. [Strassburg: Heinrich Eggestein, um 1475/78] [vielmehr nicht nach 1475].Bibliothekssignatur 4° Inc 2143a (GW03756).

Beda: Historia ecclesiastica gentis Anglorum. [Strassburg: Heinrich Eggestein, um 1475/78] [vielmehr nicht nach 1475].

Bibliothekssignatur 4° Inc 2143a (GW03756)

Die durch den angelsächsischen Benediktinermönch Beda Venerabilis (um 672 in Monkton bei Wearmouth in England geboren – 735 gestorben im Kloster Jarrow in Sunderland, England) verfasste „Kirchengeschichte der Angelsachsen“ gilt als eine der wichtigsten Quellen zur englischen Frühgeschichte. Sie stellt die Geschichte des vorchristlichen Britannien seit den ersten römischen Eroberungsversuchen durch Julius Caesar (55 v. Chr.) über die Invasion der Angelsachsen im 5. Jh. sowie der Christianisierung der angelsächsischen Stämme im 6. Jh. dar. Das zentrale Thema seiner Kirchengeschichte ist die Kirche als Kraft, die inmitten von Gewalt und Barbarei eine spirituelle, autoritative und kulturelle Einheit bildet. Das Werk enthält eine Vielzahl sorgfältig zusammen getragener Informationen. Seine geistige und künstlerische Qualität setzten für das europäische Mittelalter einen neuen Standard der Geschichtsschreibung. Der hier vorliegende Erstdruck der „Historia“ bietet eine gekürzte Fassung des Textes.

 

Nötige Reparaturen: Blätter der ersten und letzten Lagen ausbessern, hervorstehende Nagelspitzen der Schließenbefestigung im Inneren der Deckel versenken, Trennblatt zwischen Vorsatz und Buchblock (Reibung) einfügen, einen fehlenden Schließenhaken neu anfertigen.

Kalkulierte Kosten: 555 €

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft
bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Inkunabel restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.