Von Fannys Jugend und Moses’ Weisheit – Neuer Band der Mendelssohn-Studien erschienen
Ende 2025 ist im Wehrhahn-Verlag Hannover Band 24 der Schriftenreihe Mendelssohn-Studien erschienen, die im Auftrag der Mendelssohn-Gesellschaft e.V. von Christoph Schulte (em. Professor der Universität Potsdam) und Roland Schmidt-Hensel (Leiter des Mendelssohn-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin) herausgegeben wird. Wie die vorherigen Bände, so spannt auch der neueste Band einen weiten Bogen vom Stammvater Moses Mendelssohn und seinen philosophischen Schriften bis ins frühe 20. Jahrhundert, und wie in den vorherigen Bänden schöpfen etliche Beiträge ganz wesentlich aus den reichen Quellenbeständen der Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin.
Einen Schwerpunkt des aktuellen Bandes bilden neben Moses Mendelssohn und seinem geistigen Umfeld Beiträge zur Biographie Fanny Mendelssohn Bartholdy in den 1820er Jahren. Nicht weniger als fünf Beiträge widmen sich der Verlobungszeit zwischen Fanny und ihrem späteren Ehemann, dem Maler Wilhelm Hensel, im Frühjahr und Sommer 1829; sie gingen aus einem Seminar hervor, das im Sommersemester 2024 an der UdK Berlin in Kooperation mit dem Leiter des Mendelssohn-Archivs durchgeführt wurde und das bislang unbekannte Quellen aus dem Jahr 1829 auswertete. Auch weitere Aufsätze zur Kennenlernphase zwischen Fanny und Wilhelm in den Jahren 1822/23, zu Fannys Aufenthalt im Seebad in Bad Doberan, zu dem sie im Sommer 1825 ihren Vater begleitete, sowie zu Orientalismus-Anklängen in der „Gartenzeitung“ des Freundeskreises um Felix und Fanny aus dem Herbst 1826 beleuchten bislang unerforschte biographische Aspekte anhand von im Mendelssohn-Archiv verwahrten Quellen.
Abgerundet wird der Band durch Beiträge zur Freundschaft zwischen Felix Mendelssohn Bartholdy und dem Maler Johann Wilhelm Schirmer, einer Miszelle zu Fannys und Felix‘ Schwester Rebecka Dirichlet und einer ausführlichen Darstellung der Wertschätzung und Verehrung, die der 1838 geborene Komponist Max Bruch zeitlebens für den eine Generation älteren Felix Mendelssohn Bartholdy hegte.



© Stabi Berlin, 2026, Lizenz CC BY-NC-SA 4.0
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