Nur in Berlin: Die einzige Luther-Ausstellung mit allen drei Thesen-Drucken von 1517

„BIBEL – THESEN – PROPAGANDA.
Die Reformation erzählt in 95 Objekten“

Daten zur Ausstellung
3. Februar – 2. April 2017
+ zum Evangelischen Kirchentag 24. – 28. Mai 2017
dienstags-samstags 11-19 Uhr, sonntags 13-18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin
freier Eintritt
Katalog + original gefaltetes Faksimile des Thesen-Drucks, dazu eine deutsche Übersetzung der Thesen

Honorarfreie Abbildung des Nürnberger Drucks der 95 Thesen
http://sbb.berlin/ferztk
seit 2015 ist dieses Exemplar aufgenommen in das Weltdokumentenerbe der UNESCO / „Memory of the World“

**********
Einer der wesentlichen Auslöser der Reformationsbewegung ab dem Ende des Jahres 1517 war die Verbreitung der 95 Thesen Martin Luthers, in denen er seine fundamentale Kritik zum Ablasshandel niedergeschrieben hatte. Seine Thesen sandte er am 31. Oktober 1517 dem Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg, zugleich kursierten in Luthers Umfeld einige Abschriften. Gleichzeitig wurden drei Ausgaben der in Latein abgefassten Thesen gedruckt: zwei Plakatdrucke entstanden in Nürnberg und in Leipzig, eine kleinere Ausgabe auf vier Blättern im Quartformat in Basel.

Heute  sind nur noch sieben Exemplare der Thesendrucke aus Nürnberg und Leipzig bekannt, zwei davon werden in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt: Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt einen Druck aus Nürnberg, das Geheime Staatsarchiv einen aus Leipzig. In den ersten beiden Wochen der Ausstellung, im Februar 2017, werden diese beiden Plakatdrucke zusammen mit dem Baseler Druck nebeneinander gezeigt.

Der Nürnberger Plakatdruck der Staatsbibliothek zu Berlin wurde 2015 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen und damit zum Weltdokumentenerbe erklärt. Zur Ausstellung erscheint von diesem Exemplar ein Faksimile, das auf praktische Handgröße gefaltet ist, ebenso wie es die Faltspuren des Originals aus dem Jahr 1517 zeigen.

Im Jahr 1518 ließ Luther den „Sermon von dem Ablass und Gnade“ drucken, diesen Text verfasste er in Deutsch und erreichte so ein allgemeines Verständnis seiner Kritik an der kirchlichen Praxis. Auch mit diesem Text löste er die Reformationsbewegung wesentlich mit aus – selbstverständlich ist von diesem Text in der Ausstellung ein Druck zu sehen.

Eine der Pretiosen ist auch der eigenhändige Briefentwurf Luthers für den Rektor und die Professoren der Universität Wittenberg an Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, in dem um Schutz für ebendiesen Martin Luther gebeten wird. Zu sehen ist auch ein Druck der päpstlichen Bulle, mit der Papst Leo X. im Jahr 1520 Luther den Bann androhte. Es folgen Hauptschriften Luthers und anderer Reformatoren, Flugblätter und prachtvolle, u. a. von Lucas Cranach d.J. ausgestaltete Pergamentbibeln.

Neben der ersten Übersetzung der Luther-Bibel in das Sorbische sind auch Übersetzungen in eine Variante der Hindustani-Sprache oder ins Chinesische zu sehen. Zur lutherischen Kirchenmusik sind Autographe Bachs, Telemanns und Mendelssohns zu bewundern, ebenso ein sofort wieder verworfener Kompositionsversuch Martin Luthers selbst.

Die Ausstellung „BIBEL – THESEN – PRROPAGANDA“ stellt die Quellen der Reformationsbewegung, die vor 500 Jahren ihren Anfang nahm, wie auch deren weiteren Verlauf bis hin zur Manifestation der lutherischen Kirche zunächst in Europa, später auf anderen Kontinenten, in großer formaler Breite und inhaltlicher Tiefe vor.  Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, in zahlreichen Führungen werden die einzelnen Objekte erläutert.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.