Beiträge für Forschung und Kultur

5.12. Unter den Linden: Wir zeigen die Originale! Bach und Luther – UNESCO-Dokumentenerbe in Berlin

Am Sonnabend, den 5. Dezember – und nur an diesem Tag! – präsentieren wir Ihnen zwischen 11 und 19 Uhr unsere UNESCO-Weltdokumentenerbe-Stücke im Haus Unter den Linden (Eingang: Dorotheenstraße 27):

• die Originalhandschrift der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach
• der Druck der 95 Thesen Martin Luthers
• die hebräische Bibel Martin Luthers, die er – versehen mit seinen  handschriftlichen Anmerkungen – für seine Bibelübersetzung ins Deutsche verwendete

Wir freuen uns, Sie am 5.12. bei uns zu sehen.
Unser Programm an diesem Tag:

10.30 Uhr: Führung durch das Haus Unter den Linden, Treffpunkt Rotunde

11 – 19 Uhr: Besichtigung der Memory of the World-Schätze (letzter Einlass: 18.30 Uhr)

12, 14, 16 und 18 Uhr: Kurzführungen in den 2013 eröffneten Allgemeinen Lesesaal

Der Eintritt ist frei

Mehr Informationen über unsere drei Memory of the World-Schätze

Begleitprogramm zur Ausstellung “Im fremden Land”

Montagskino im November und Dezember

Begleitend zur Kabinettausstellung »Im fremden Land. Publikationen aus den Lagern für Displaced Persons«, die Einblicke in die Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt, zeigt das Jüdische Museum Berlin Filme zur Situation der Überlebenden der Konzentrationslager – unmittelbar nach der Befreiung der Lager, auf dem illegalen Weg nach Palästina, sowie zu den  Nachwirkungen der Traumatisierung in der israelischen Nachkriegsgesellschaft.

Das Filmprogramm finden Sie hier auch als PDF zum Download.

Weitere Informationen zu Ausstellung und Begleitprogramm im Jüdischen Museum finden Sie unter www.jmberlin.de/displaced-persons

 

23. November 2015, 19.30 Uhr

German Concentration Camps Factual Survey

UK 1945/2014, 88 min., Dokumentarfilm, englische Originalversion

Im Jahr 1945 dokumentierten Soldaten und Kameramänner im Auftrag des Hauptquartiers der alliierten Streitkräfte die deutschen Gräueltaten und Konzentrationslager. Der daraus entstandene Film sollte nach dem Ende der NS-Herrschaft deutschen Zivilisten und Kriegsgefangenen vorgeführt werden.

Produzent Sidney Bernstein versammelte im Britischen Informationsministerium ein Team von bekannten Filmemachern, darunter Stewart McAllister und Peter Tanner, Colin Wills und Richard Crossman sowie Alfred Hitchcock als Drehbuchberater. Es stellte sich als schwierig heraus, einen Film über ein solch komplexes und schwieriges Thema zu machen, sodass der Film nicht rechtzeitig fertig gestellt wurde. Im September 1945 hatten sich die Prioritäten der Briten von der Entnazifizierung zum Wiederaufbau verschoben und das Filmprojekt verschwand in der Schublade.

Das Imperial War Museum hat das Filmmaterial über fünf Jahre aufwendig digital restauriert und um die sechste und letzte Filmrolle ergänzt. Der Film konnte 2014 nach den Aufzeichnungen des ursprünglichen Produktionsteams von 1945 abgeschlossen werden und ist nun erstmals in voller Länge zu sehen.

Toby Haggith, Senior Curator (Imperial War Museum) und Leiter der Restaurierung von »German Concentration Camps Factual Survey«, ist zu Gast und spricht im Anschluss mit der Programmdirektorin Cilly Kugelmann über seine Arbeit an dem Film.

 

30. November 2015, 19.30 Uhr

The Illegals

USA/Israel (Palästina) 1947/48, 72 min., Regie: Meyer Levin, Doku-Drama, englische Originalversion

Die Jahre zwischen der Befreiung der Vernichtungslager und der Staatsgründung Israels sind die Zeit der organisierten Fluchtbewegung Richtung Palästina, der »Bricha«. Auf illegalen Schiffen wie der »Exodus 47« hoffen die »Displaced Persons«, Überlebende der Konzentrationslager, ihr Ziel zu erreichen. In dieses Spannungsfeld begeben sich im September 1947 der amerikanische Journalist Meyer Levin und Tereska Torres. Als Regisseur und Schauspielerin begleiten sie auf Routen der Bricha Gruppen von Flüchtlingen. Der Film »The Illegals« hält die Bilder und Hoffnungen dieser Reise fest.

Mit freundlicher Genehmigung des Steven Spielberg Jewish Film Archive

Im Anschluss:

Displaced Persons

»Displaced Persons«, Israel 1979, ca. 48 Min., Regie: Igal Bursztyn. Dokumentarfilm, englische Originalversion

Gegen Ende des Jahres 1947 macht sich das Schiff »SS Unafraid« mit mehreren hundert jüdischen Flüchtlingen an Bord von Italien aus auf den Weg nach Palästina. Der Dokumentarfilm zeigt die bewegende Reise.

Mit freundlicher Genehmigung des Israel Film Service

Mit einer Einführung von Tamar Lewinsky, Kuratorin für Zeitgeschichte

 

7. Dezember 2015, 19.30 Uhr

Aviyas Sommer / Ha-Kayitz Shel Aviya

Israel 1988, ca. 95. Min., Regie: Eli Cohen, Drama, Hebräisch mit deutschen Untertiteln

In den Sommerferien 1951, kurz nach der Gründung Israels, besucht die zehnjährige Aviya ihre depressive Mutter Henya in einem kleinen Dorf bei Tel Aviv. Henya hat im Zweiten Weltkrieg in einem KZ die Schoa überlebt und ist nach der Befreiung nach Israel emigriert. Ihre Vergangenheit kann sie, gerade erst aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen, noch immer nicht verarbeiten. Mutter und Tochter stoßen in dem kleinen Dorf auf das Unverständnis der Einheimischen, werden verspottet.

Im Anschluss Gespräch mit Cilly Kugelmann, Programmdirektorin

 

WO Jüdisches Museum Berlin, Altbau EG, Auditorium

EINTRITT frei

ANMELDUNG   erbeten unter Tel. 030 259 93 488 oder per E-Mail an reservierung@jmberlin.de

Unsere Blog-Nachricht zur Ausstellung:
http://blog.sbb.berlin/ausstellung-im-juedischen-museum-sammlung-der-staatsbibliothek-displaced-persons-3-9-15-12-2015/

 

Annette von Droste-Hülshoff und die Staatsbibliothek

Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Universität Münster und der Droste-Stiftung haben am 19. November auf Burg Hülshoff bei Havixbeck (Kreis Coesfeld) die Ergänzungsvereinbarung zum Dauerleihvertrag über den „Meersburger Nachlass“ der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff unterzeichnet. Damit geben die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Eigentümerin und die Universität als langjährige Verwahrerin des Nachlasses der 2012 gegründeten Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung die Möglichkeit, Bestandteile des Konvolutes für Forschungs- und Ausstellungszwecke auf Burg Hülshoff auszuleihen. “Für die Droste-Stiftung ist dies ein weiterer wichtiger Schritt auf ihrem Weg, Burg Hülshoff als bedeutenden Literaturort in der Region zu etablieren”, so die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorstandsvorsitzende der Droste-Stiftung, Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Darüber hinaus haben die Unterzeichner den dauerhaften Verbleib des „Meersburger Nachlasses“ in Münster bekräftigt. Prof. Dr. Ursula Nelles, Rektorin der Universität Münster: “Ich freue mich, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erneut ein Zeichen gesetzt hat, den Nachlass dauerhaft in der Obhut der Universität Münster und hiermit in der Heimatregion der Droste zu belassen.” Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: “Westfalen ist der richtige, da authentische Ort für die Bewahrung des Droste-Nachlasses. Es ist daher ein konsequenter Schritt, die im Eigentum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befindlichen Schriften künftig nicht nur an der Universitätsbibliothek, sondern auch an dem Geburts- und Wohnort der Autorin für die Forschung und die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.”

Der „Meersburger Nachlass“ enthält Dokumente, die sich beim Tode der Annette von Droste-Hülshoff am 24. Mai 1848 in Meersburg befanden. Bis 1905 wurde der Nachlass von der Familie von Laßberg in Meersburg und anschließend bis 1967 von der Familie von Droste-Hülshoff in Haus Stapel bei Havixbeck verwahrt. 1967 wurde der Bestand unter der Federführung der Fritz-Thyssen-Stiftung für die öffentliche Hand erworben und für den symbolischen Kaufpreis von 1 Mark an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. Die Schenkung war ein politischer Akt, um die Kulturbedeutung West-Berlins zu stärken. Das Konvolut sollte jedoch dauerhaft in Westfalen verwahrt bleiben. Der 1967 unterzeichnete Dauerleihvertrag mit der Westfälischen Wilhelms-Universität sicherte den Verbleib des Nachlasses in Münster. Er befindet sich seitdem als Dauerleihgabe der Berliner Staatsbibliothek – Stiftung Preußischer Kulturbesitz in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, wo er u.a. von der Droste-Forschungsstelle für die Herausgabe der Historisch-Kritischen Ausgabe der Werke der Droste genutzt wurde.

Die 2012 gegründete Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung hat den Auftrag, die mit dem Namen von Droste-Hülshoff verbundenen kultur- und literaturhistorischen Werte zu bewahren, zu fördern und zu vermitteln. Neben dem Erhalt der beiden authentischen Lebensorte der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff – Burg Hülshoff bei Havixbeck und Haus Rüschhaus in Münster-Nienberge – ist es ein wesentliches Ziel der Stiftung, diese beiden Anwesen weiter zu entwickeln, stärker zu verbinden und als neuen Literaturort mit Strahlkraft zu etablieren. Die Ausbaupläne der Stiftung sehen u.a. den Umbau der Vorburg Hülshoff zu einem Kulturzentrum und die Umgestaltung des bestehenden Familienmuseums in der Hauptburg zu einem Droste-Literaturmuseum vor.