Unsere Beiträge zu den Wissenschaften und Forschung

Gesprächsabend mit Paul Nolte über seine neue Studie zu Thomas Nipperdey am 15.5.

Lebens Werk: Thomas Nipperdeys Deutsche Geschichte – Biographie eines Buches

  • Termin

    Di, 15. Mai 2018
    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

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Gesprächsabend mit Paul Nolte über seine neue Studie zu Thomas Nipperdey am 15.5.2018

In den Abend führt ein: Christoph Markschies, Inhaber des Lehrstuhls für Antikes Christentum an der Humboldt‑Universität zu Berlin

Mit Paul Nolte, Professor für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte am Friedrich‑Meinecke‑Institut der Freien Universität Berlin, unterhält sich Barbara Schneider‑Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin



Paul Nolte: Lebens Werk. Thomas Nipperdeys Deutsche Geschichte – Biographie eines Buches.
©Verlag C.H.BECK. Buchcover

Am 15. März erschien bei C.H. Beck das neue Werk von Paul Nolte: „Lebens Werk: Thomas Nipperdeys Deutsche Geschichte – Biographie eines Buches“. Aus dem von ihm erschlossenen Nachlass des Münchner Historikers, aus Unterlagen des Verlags u.a.m. hat er die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieser bedeutenden dreibändigen Deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts rekonstruiert und dabei zugleich allgemein über das Werden und Vergehen von „großen Büchern“ reflektiert, über die enge Verflechtung von Leben und Werk und die soziale Einbettung der wissenschaftlichen und literarischen Arbeit. Herausgekommen ist eine spannende Archäologie der Geisteswissenschaften und eine leidenschaftliche Verteidigung des Buches.

Projektstart: Erschließung, Restaurierung und Digitalisierung hebräischer Handschriften

Manchmal schlummern in einer Bibliothek bemerkenswerte Schätze, die zwar sicher verwahrt und betreut werden, jedoch aufgrund ihres desolaten Zustandes nicht benutzbar sind. Die Freunde der Staatsbibliothek helfen aktiv dabei mit, die Restaurierung bedeutender Werke zu ermöglichen. Im aktuellen Fall war es eine engagierte und langjährige Nutzerin der Staatsbibliothek, welche die Erschließung, Restaurierung und Digitalisierung wichtiger hebräischer Handschriften der Orientabteilung ermöglichte.

Gleich in mehrerer Hinsicht bemerkenswert ist die Hebräische Bibel „Erfurt 1“ (Signaturen Ms. or. fol. 1210 und Ms. or. fol. 1211). Diese zweibändige Pergamenthandschrift, welche im Jahr 1343 fertiggestellt wurde, ist mit ihren Maßen von 63 x 47 cm die weltweit größte überlieferte Bibelhandschrift. Um sich eine bildlichere Vorstellung ihrer Dimensionen machen zu können, sei erwähnt, dass für die Herstellung des Pergaments der beiden je etwa 50 kg schweren Bände ungefähr 1100 Tiere benötigt wurden. Doch nicht nur ihr hohes Alter und ihre einzigartige Größe machen die Handschrift für Wissenschaftler aller möglichen Länder und Disziplinen interessant, auch die kunstvollen Mikrographien waren und sind von besonderem Interesse: so wurde in dieser Handschrift die Masora, also die textkritischen Anmerkungen zum eigentlich Bibeltext, vielfach in Tierform, als Phantasiewesen oder als ornamentale Dekoration gestaltet.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser kostbaren Handschrift wurde jedoch jahrzehntelang dadurch behindert, dass die Erfurter Bibel 1 im Zweiten Weltkrieg durch Löschwasser nach einem Bombeneinschlag einen solch enormen Schaden erlitten hatte, dass die beiden Bände schlichtweg unbenutzbar waren. 1999 begann die aufwändige Restaurierung des 2. Bandes der Bibelhandschrift, bei der die einzelnen, stark verklebten Pergament­blätter gelöst, gesäubert und in mehrstufigen Trocknungsverfahren wieder geglättet und in Form gebracht wurden. Dabei stellte auch hier die außergewöhnliche Größe der Handschrift eine besondere Herausforderung dar: so mussten beispielsweise eigens Geräte installiert werden, welche das Bewegen der zahlreichen Gewichte zum Spannen und Beschweren der Blätter ermöglichten. Mit dem Abschluss der umfassenden Restaurierung im Jahr 2007 konnte zumindest dieser zweite Teil der Handschrift wieder zugänglich gemacht werden. Und durch die anschließende Digitalisierung kann nun jeder die kunstvoll gefertigte Handschrift online bewundern.

Aufgrund der großzügigen finanziellen Unterstützung durch Frau Prof. Bettina Schwarz DHL über die Wissenschaftsförderungs GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist es der Staatsbibliothek zu Berlin nun möglich, auch den bislang noch ausstehenden ersten Band der Erfurter Bibel 1 sorgfältig zu restaurieren und anschließend zu digitalisieren. Dies bietet selbstverständlich ganz neue Forschungs­möglichkeiten und könnte die Beantwortungen einiger Frage, die bezüglich der sogenannten „Riesenbibel“ noch nicht abschließend geklärt sind, vorantreiben.

Des Weiteren wurden Mittel bereitgestellt, um rund 280 weitere hebräische Handschriften zu digitalisieren und in der Datenbank Orient-Digital  zu erschließen, wodurch (größtenteils auch originalsprachliche) Suchabfragen beispielsweise nach Titel, Herkunftsregion oder Entstehungszeit möglich sind. Damit werden nach Abschluss des Projektes sämtliche 580 Handschriften in hebräischer Schrift der Staatsbibliothek zu Berlin digital zur Verfügung stehen – eine großartige Möglichkeit, die herausragende Hebraica-Sammlung der Orientabteilung zu präsentieren, vor allem aber eine enorme Erleichterung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit, die sich mit den wertvollen Beständen beschäftigen.

Der erste Band der Bibel “Erfurt 1“ (Ms. or. fol. 1210) in noch unrestauriertem Zustand

SBB-PK CC NC-BY-SA

Publish or Perish?! Publikationsberatung für Promovierende ab 22.5.

Wissenswerkstatt

Publish or Perish?! Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende

Erst die fristgerechte Veröffentlichung der Dissertationsschrift schließt das Promotionsverfahren formal ab. Denn zur Erlangung dieses akademischen Ritterschlags ist nicht nur der eigene Forschungsbeitrag gegen die Kritik einer universitätsinternen Fachöffentlichkeit zu verteidigen, sondern darüber hinaus auch das Säurebad des internationalen Wissenschaftsdiskurses zu überstehen. Doch die Entscheidung, wie tief Sie überhaupt darin eintauchen wollen, liegt nicht zuletzt auch bei Ihnen. Denn Sie treffen die Wahl des für Ihre individuellen Interessen idealen – also mehr oder eben weniger sichtbaren – Publikationsorts.

Mit Blick auf Vielzahl und Vielfalt der in diesem Zusammenhang zu prüfenden Möglichkeiten sowie vor dem Hintergrund des aktuellen Strukturwandels der Wissenschaftskommunikation unter dem Paradigma der Open Science soll im Rahmen dieser vierteiligen modularen Veranstaltung das unübersichtliche Feld des rasant expandierenden akademischen Publikationsmarkts in groben Linien kartiert werden – als kleine Orientierungshilfe bei Ihrer Suche nach dem für Sie perfekten Publikationsort. Dabei werden so unterschiedliche Aspekte angesprochen wie die Gestaltung von Verlagsverträgen oder die Akquise von Druckkostenzuschüssen und Book Processing Charges.
Während der erste Termin übergreifenden Fragen sowie dem konventionellen Publizieren in Wissenschaftsverlagen gewidmet sein wird, sollen im Rahmen des zweiten Teils die verschiedenen Varianten des Open Access im Vordergrund stehen. Effektive Strategien sowohl zur Klärung von Bildrechten als auch zu Management und Publikation von Forschungsdaten sind Gegenstand der abschließenden beiden Veranstaltungsmodule.

Teil 1: Konventionelles Publizieren in Wissenschaftsverlagen
Dienstag, 22. Mai, 16.30 Uhr

Teil 2: Wissenschaftliches Publizieren im Open Access
Donnerstag, 24. Mai, 16.30 Uhr

Teil 3: Klärung von Bildrechten
Dienstag, 29. Mai, 16.30 Uhr

Teil 4: Management und Veröffentlichung von Forschungsdaten
Donnerstag, 31. Mai, 16.30 Uhr

Unsere Veranstaltungen für Promovierende:
http://sbb.berlin/promovierende


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