Unsere Beiträge zu den Wissenschaften und Forschung

E.T.A. Hoffmann (links) und Ludwig Devrient im Weinkeller von Lutter & Wegner in Berlin (um 1900) © bpk | Ingo Schulze © Gaby Gerster

Festveranstaltung zum Launch des E.T.A. Hoffmann Portals am 12.12.

Festveranstaltung zum Launch des E.T.A. Hoffmann Portals am 12.12.

  • Veranstaltung

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  • Termin

    Di, 12. Dezember 2017
    17.30 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)



E.T.A. Hoffmann (links) und Ludwig Devrient im Weinkeller von Lutter & Wegner in Berlin (um 1900) © bpk | Ingo Schulze © Gaby Gerster


Seit Dezember 2016 ist das E.T.A. Hoffmann Portal in einer Betaversion online – Zeit, es endlich in die Vollversion umzuwandeln! Dieses Ereignis feiern wir am 12. Dezember 2017 um 17.30 Uhr in einer Festveranstaltung.

Sie sind herzlich eingeladen!

Zur Anmeldung (Frist: 3. Dezember)

12. Dezember 2017
Beginn: 17.30 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Programm

Grußworte
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin
Bettina Wagner, Direktorin der Staatsbibliothek Bamberg
Jörg Petzel, Vizepräsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

Das E.T.A. Hoffmann Portal - Ein Angebot für Forschung, Lehre und Kultur

Das neue Webportal zur Künstlerpersönlichkeit E.T.A. Hoffmann ist ein facettenreiches Angebot für Forschung, Lehre und Bildung. Hierin werden die Sammlungen der Staatsbibliotheken Berlin und Bamberg sowie weiterer Einrichtungen virtuell zusammengeführt – dazu gehören beispielsweise illustrierte Buchausgaben, Autographe und juristische Akten, aber auch Buchobjekte und Gemälde. Mit der datenbankübergreifenden Suche können Fachliteratur und Quellenmaterialien von und zu Hoffmann ortsunabhängig recherchiert werden. Zudem ist das Portal eine zentrale Plattform für Fakten und Informationen rund um den Künstler und sein Umfeld, die durch interaktive Elemente und Datenvisualisierungen neue Zusammenhänge sichtbar macht.

In einer Kurzpräsentation stellen Ursula Jäcker und Christina Schmitz die wesentlichen Funktionen des Portals vor, weisen auf besondere Highlights hin und berichten über den aktuellen Stand des Projekts und Planungen für die weitere Entwicklung.


Ursula Jäcker und Christina Schmitz, Projektleitung

Zwischen Theorie und Philologie. Aktuelle Tendenzen der E.T.A. Hoffmann-Forschung

In ihrem Kurzvortrag unternimmt Prof. Dr. Claudia Liebrand einen kleinen Streifzug durch die relevantesten Publikationen der letzten Jahre zu E.T.A. Hoffmann. Claudia Liebrand ist Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Medientheorie an der Universität zu Köln. Gemeinsam mit Hartmut Steinecke, Harald Neumeyer und Kaltërina Latifi gibt sie das E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch heraus.


Claudia Liebrand, Herausgeberin des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs (Universität Köln)

Literarische Quellen online: Ein kleiner Rundgang durch die Welt der Digitalen Edition

Das Edieren von Texten – historischer, aber auch literatur- und sprachwissenschaftlicher Quellen und Dokumente – zählt zum “Kerngeschäft” verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Im Zuge der Digitalen Transformation hat es einen grundlegenden Wandel erfahren: Quellen – Faksimiles, aber auch Lesefassungen und verschiedene Textstufen – können heute digital erschlossen, online verfügbar und interaktiv nutzbar gemacht werden. Dabei werden wir Rezipienten zunehmend von “LeserInnen” zu “NutzerInnen”. Der Kurzvortrag erläutert an verschiedenen ausgewählten Beispielen, Portalen und Funktionen das Potential solcher digitalen Editionen und wirft einen Blick auf die Herausforderungen und Perspektiven, die uns die vielberufenen “Digital Humanities” heute eröffnen.

Sibylle Söring studierte Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Als Projektmitarbeiterin und Koordinatorin im Forschungsverbund TextGrid war sie an der Schaffung einer virtuellen Forschungsumgebung für Geistes- und Kulturwissenschaften beteiligt. Zudem betreute sie digitale Editionsprojekte zu Theodor Fontanes Notizheften und zu Johann Friedrich Blumenbach. Derzeit arbeitet sie am Center für Digitale Systeme der FU Berlin am Aufbau einer Digital-Humanities-Infrastruktur.

Sibylle Söring / Copyright: Jasper Ian Bray


Sibylle Söring (Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin)

Musik

Von Künstlern und Dämonen

Ingo Schulze ist einer der renommiertesten deutschen Autoren seiner Generation. Sein Debüt ›33 Augenblicke des Glücks‹ (1995) wurde mit Begeisterung aufgenommen, einzelne Erzählungen wurden im New Yorker abgedruckt. ›Simple Storys‹ (1998) war ein spektakulärer Erfolg und ist Schullektüre. Für ›Handy‹ (2007) wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, für ›Neue Leben‹ (2005) mit dem Joseph-Breitbach-Preis. Sein Werk wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Im September 2017 erschien sein neuer Roman ›Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst‹.

In Ingo Schulzes Werk ist E.T.A. Hoffmann sehr präsent, seien es Handlungsorte wie Dresden oder St. Petersburg, hoffmanneske Erzählfiguren wie Enrico Türmer oder die Teufelsgestalt Clemens von Barrista im Roman ›Neue Leben‹ oder der fiktive Herausgeber – E.T.A. Hoffmann scheint – mal mehr, mal weniger offensichtlich – in Ingo Schulzes Werken hervor.

Im Gespräch erzählt der Autor von seiner Faszination für E.T.A. Hoffmann und dessen Relevanz für die Gegenwartsliteratur. Er spricht über seine Neuerscheinung ›Peter Holtz‹ und liest Passagen aus seinen Werken vor, die den Einfluss von E.T.A. Hoffmann erkennen lassen.

Ingo Schulze | Copyright: Gaby Gerster


Lesung und Gespräch mit dem Autor Ingo Schulze über E.T.A. Hoffmann
Kleiner Empfang
Weinhandlung Lutter & Wegner


Rahmenprogramm

Büchertisch der Nicolai’schen Buchhandlung

Kleine Ausstellung ausgewählter Hoffmanniana

PC-Stationen zum Stöbern im E.T.A. Hoffmann Portal

Das E.T.A. Hoffmann Portal ist ein Dienst der Staatsbibliothek zu Berlin in Zusammenarbeit mit:

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Rechtsforschung im Open Access – mit Brief und Qualitätssiegel

Spätestens seit dem Vorstoß einiger Bundesländer, freien Zugang und liberale Nachnutzbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen mit strategischen und teils sogar legislativen Maßnahmen zu befördern, ist Open Access zu einem alternativen Publikationsmodell avanciert, zu dem sich die Angehörigen aller Disziplinen verhalten müssen – zumal im Rahmen drittmittelfinanzierter Forschungsvorhaben. Denn von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über die VolkswagenStiftung bis zum Bundesministerium für Bildung und Forschung empfehlen die potentesten Forschungsfördereinrichtungen (nicht nur) in Deutschland, die in ihren Projektkontexten entstandenen Publikationen im Open Access zu veröffentlichen. Noch eindeutiger nimmt sich demgegenüber die Haltung der Europäischen Kommission zu Open Access aus, sind doch alle Projekte mit Förderung im aktuellen Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 sogar verpflichtet, ihre Ergebnisse idealerweise sofort, spätestens aber nach einer Embargofrist von zwölf Monaten der Allgemeinheit offen zugänglich zu machen – teilweise sogar unter Einschluss der zugehörigen Forschungsdaten.

Während sich für genuine Open Access-Publikationen inzwischen vielfältige, kommerzielle wie von wissenschaftlichen Fachgesellschaften oder Forschungseinrichtungen getragene Verlagsangebote ausdifferenziert haben, stehen für die freie Zweitveröffentlichung zuvor bereits an anderer Stelle erschienener Beiträge nahezu an allen Universitäten in Deutschland entsprechende elektronische Publikationsinfrastrukturen zu Verfügung. Neben diesen so genannten institutionellen Open Access-Repositorien, die vor allem von den Angehörigen der jeweiligen Hochschule mit Inhalten befüllt werden sollen, existieren zahlreiche disziplinäre Repositorien – häufig betrieben durch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichteten Fachinformationsdienste für die Wissenschaft.

Um die hier nur angedeuteten dynamischen und durch die Emergenz neuer Publikationsformate wie Forschungsdatensätze und wissenschaftliche Software zusätzlich beschleunigten Entwicklungen auf dem Feld der Open Access-Publikationsdienste zu standardisieren und weiter zu professionalisieren, vergibt die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) – ein Zusammenschluss von Rechenzentren und wissenschaftlichen Bibliotheken – seit 2004 ein Zertifikat, das an die Erfüllung zahlreicher technischer und konzeptioneller Muss- bzw. Sollkriterien gebunden ist.

 

Als erst dritte Installation hat sich in den vergangenen Monaten <intR>²Dok, das disziplinspezifische Repositorium des Fachinformationsdiensts für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung, der Begutachtung nach Maßgabe des aktuell gültigen DINI-Zertifikats in seiner fünften Version unterzogen – mit Erfolg. Umso mehr freut sich der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung über dieses so erworbene symbolische Kapital, als doch das frisch verliehene Qualitätssiegel ausgesprochen hilfreich bei der Akquise neuer Open Access-Inhalte sein dürfte. Denn der Aufbau von Beratungs- und Infrastrukturdienstleistungen zur Beförderung des Open Access-Paradigmas zählt schließlich zu seinen zentralen Prioritäten.

Doch mit welchen Serviceangeboten konnte <intR>²Dok die Gutachtenden der DINI wie auch die bisher für Open Access-Veröffentlichungen gewonnenen Angehörigen der rechtswissenschaftlichen Fachcommunity (mögen ihnen noch zahlreiche folgen!) überzeugen? Voilà!

  • Erhöhung der Sichtbarkeit von Veröffentlichungen durch deren Nachweis in internationalen Bibliothekskatalogen und Suchmaschinen – darunter https://www.worldcat.org/, https://www.base-search.net/ und https://core.ac.uk/
  • Langzeitarchivierung in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek
  • dauerhaft stabile Adressierbarkeit durch Vergabe von Digital Object Identifiers
  • Open Access-spezifische Nutzungsstatistik auf Basis des COUNTER-Standards
  • Messung von Rezeption und Impact im Social Web in Form alternativer Metriken
  • komfortable Erfüllung von Berichtspflichten im Kontext der europäischen Forschungsrahmenprogramme durch Meldung von Projektveröffentlichungen an das Forschungsinformationssystem OpenAIRE
  • Publikation unterschiedlichster Objekte (z.B. Texte, Forschungsdaten, wissenschaftliche Poster, Audio- und Videomitschnitte von Vorträgen)
  • automatisierter Dateiupload auf Basis des SWORD-Protokolls
  • Import bibliographischer Metadaten aus Bibliothekskatalogen und Datenbanken
  • Export bibliographischer Metadaten in den gängigsten juristischen Zitierstilen

Auch Sie sind also neugierig geworden? Dann probieren Sie <intR>²Dok doch einfach kostenfrei aus – wenn es r(R)echt ist.

Ein Zitat, keine Kopie – Zur Bau- und Bibliotheksgeschichte der “Kommode”

Ein Beitrag von Christian Mathieu und Christina Schmitz.

Im Wettbewerb um symbolisches Kapital und internationale Sichtbarkeit vertrauen immer mehr Hochschulen auf die Strahlkraft und Leuchtturmwirkung so genannter Signaturarchitekturen. Erfreulicherweise sind es dabei keineswegs nur die zentralen Verwaltungsgebäude, wie jüngst etwa das von Daniel Libeskind für die Leuphana-Universität Lüneburg entworfene, mit deren Realisierung Stararchitekturbüros beauftragt werden. Auch und gerade die Zahl der von Trägerinnen und Trägern des renommierten Pritzker Architecture Prize errichteten Universitätsbibliotheken nimmt rasant zu – von Zaha Hadids Projekt für die Wirtschaftsuniversität Wien über das von Norman Foster erdachte Brain der Freien Universität Berlin, Herzog & de Meurons Bibliothek der Technischen Universität in Cottbus bis hin zum Rolex Learning Center der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, für das wiederum das japanische Büro SANAA verantwortlich zeichnet.

Zwar ist weder die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Universität noch gehören Hans Scharoun und H.G. Merz dem exklusiven Kreis der mit dem Pritzker-Preis Ausgezeichneten an – zumindest bislang. Dennoch aber verdient auch die Berliner Staatsbibliothek in diesem Zusammenhang Erwähnung, ziehen doch ihre von den beiden zuletzt genannten Architekten gestalteten Häuser nach wie vor Scharen von Architekturinteressierten aus der ganzen Welt an. Und selbst ihre historischen Vorgängerbauten müssen den Vergleich mit den erwähnten Architekturikonen der Moderne gewiss nicht scheuen – eine Einschätzung, die sowohl für den Apotheken-Flügel des Berliner Schlosses gilt, errichtet im ausgehenden 16. Jahrhundert von Hofbaumeister Rochus Graf zu Lynar, als auch für die zwischen 1774 und 1784 nach Plänen Georg Christian Ungers fertiggestellte Kommode.

Über den Bau der Kommode, die Entwicklungen in der Raumnutzung und vor allem ihre innovativen Elemente berichtete Dr.-Ing. Elke Richter von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg am Dienstag, 24. Oktober 2017, in einem Abendvortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin.

In ihrem Vortrag verdeutlichte Elke Richter, dass die Kommode den eingangs angesprochenen Zusammenhang zwischen dem Streben nach symbolischem Kapital und Architekturpatronage wie kein zweites augenfällig macht, denn Friedrich II. bediente sich zur Befriedigung seines königlichen Repräsentationsbedürfnisses eines veritablen Stararchitekten des vormodernen Europas – Joseph Emanuel Fischer von Erlach, des Sohns des noch bekannteren kaiserlichen Hofbaumeisters Johann Bernhard Fischer von Erlach, aus dessen Feder so prominente Bauten wie Schloss Schönbrunn, Hofbibliothek und Karlskirche in Wien stammen.

Eigentlich aber wäre zu formulieren: „Friedrich II. bediente sich zur Befriedigung seines königlichen Repräsentationsbedürfnisses bei einem veritablen Stararchitekten des vormodernen Europas“, ist doch die Kommode – um nur das Mindeste zu sagen – von der als Michaelerfront bekannten Nordfassade der Wiener Hofburg inspiriert. Auch wenn dieser Flügel des Habsburger-Schlosses erst im ausgehenden 19. Jahrhundert realisiert werden sollte, war der auf das Jahr 1728 datierte Entwurf des jüngeren Fischer aufgrund seiner Publikation in Salomon Kleiners Das florirende vermehrte Wien (zuerst Augsburg 1733) in Europa gut bekannt. Unter ästhetischem Aspekt muss der friderizianische Import der Formensprache des Wiener Hochbarocks allerdings als hochproblematisch gelten, fügt sich doch die konvex kurvierte Monumentalfassade der Kommode nur schwer in das Berliner Platzensemble ein.

Vielleicht ist es mit Blick auf die dieser Bauentscheidung des großen Preußenkönigs zugrundeliegende Intention, das Ranggefälle gegenüber Kaiserin Maria Theresia mit Hilfe einer Kopie ihrer Residenz zumindest symbolisch zu egalisieren, denn auch kein Zufall, dass just der hier einschlägige dritte Band von Salomon Kleiners Stichwerk in der Staatsbibliothek zu Berlin als verschollen gilt. In jedem Fall aber bleibt es ein bemerkenswertes, weil höchst seltenes Phänomen, dass die 1784 in Wien nur auf dem Papier existierende Michaelerfront als Königliche Bibliothek in Berlin mit einem Bauvorsprung von nicht weniger als einem Jahrhundert fertiggestellt werden konnte.

Elke Richter betonte allerdings, dass es sich bei der Kommode mitnichten um eine schnöde Kopie, sondern um ein bewusst gesetztes Zitat handelt, das im Berliner Bauensemble irritieren muss – ja, irritieren soll, und dadurch einmal mehr das Repräsentationsbedürfnis des Preußenkönigs unterstreicht.

Zudem zeichnete Richter sehr anschaulich die Entwicklung der verschiedenen Nutzungsphasen nach. Während die innere Gestaltung der Bibliothek zu Beginn nur wenig mit der klar strukturierten Prunkfassade korrespondierte, passte sich die Raumnutzung im Laufe der Zeit immer mehr an das äußere Konzept an. So wanderte der eigentliche Nutzungsbetrieb von einem kleinen unscheinbaren Lesezimmer im Anbau über verschiedene andere räumliche Strukturen schließlich in einen repräsentativen Lesesaal im zentralen Mittelrisalit. Baulich schließt die Kommode damit die Lücke zwischen den prächtigen Saalbauten der Barockzeit und den kompakten Magazingebäuden des 19. Jahrhunderts.

Besonders innovativ war die Königliche Bibliothek auch bei der Beleuchtung. Denn bereits wenige Jahre nach der Patentierung von Edisons Glühlampe und praktisch unmittelbar nach der Zulassung des neuen Leuchtmittels in Europa wurde die gesamte Bibliothek mit hellen Leuchten ausgestattet. So konnte die Bibliothek ihre tägliche Schließzeit von 16.00 Uhr um volle drei Stunden auf 19.00 Uhr erweitern.