Beiträge

Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im Januar

Im Januar bietet Ihnen die Wissenswerkstatt wieder Workshops zu unterschiedlichen Fächern und Themen an. Bereits im Sommer 2016 haben wir unser Angebot mit neuen Reihen vorgestellt und möchten Sie auch im kommenden Monat herzlich dazu einladen, alles rund um die Recherche kennenzulernen.

 

In der Reihe “Workshop-Klassiker” zeigen wir Ihnen alle Tipps und Tricks zur Recherche in der Medienwissenschaft:
Medien & Medienwissenschaft – Einführung in Datenbankrecherchen
Dienstag, 17. Januar, 17 Uhr

Unsere „Zeitmaschine StaBi“ führt Sie in unsere Sammlungen mit historischen und neuen Beständen:
Von digitaler Wiedergeburt bis “born-digital”: digitale Medien in der Kinder- und Jugendbuchabteilung
Dienstag, 24. Januar, 15 Uhr

Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Angeboten stellen wir Ihnen in der Reihe “Open Access – Publikationskulturen im Wandel” vor:
Open Access Sozialwissenschaften
Mittwoch, 25. Januar, 14 Uhr

 

Außerdem starten wir ab 24.1. wieder unsere Asien-Reihe und zeigen Ihnen das Portal CrossAsia.

 

Zur Übersicht der Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

UN iLibrary – Neues Angebot für Veröffentlichungen der Vereinten Nationen

Vom Heft über The new atomic age aus dem Jahre 1956 bis zum jüngst erschienen E-Book über Death Penalty and the Victims: Die Staatsbibliothek zu Berlin ist seit 60 Jahren Depotbibliothek für die Vereinten Nationen und bietet ab sofort einen voll umfänglichen Zugriff auf die neue Publikationsdatenbank UN iLibrary.

Inhalte der UN iLibrary

Die UN iLibrary definiert sich als umfassende digitale Bibliothek für Publikationen der Vereinten Nationen. Sie hält jetzt in der Startphase rund 1.700 Titel zu Themen wie Sicherheit, Menschenrechte, Wirtschaft, internationales Recht oder Klimawandel bereit. Dazu gehören auch Titel wie den Human Development Report, die Yearbooks of the International Law Commission oder den World Investment Report.

Pro Jahr wächst die Datenbank dann um bis zu 500 neue Bücher sowie Zeitschriften und Arbeitspapiere in den offiziellen UN-Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch. Die Inhalte können komplett oder kapitel- bzw. artikelweise recherchiert, angezeigt, heruntergeladen, zitiert (DOI) und in Literaturverwaltungen (EndNote, Ref Manager, ProCite, BibTeX, RefWorks) gespeichert werden. Die UN iLibrary umfasst ausschließlich Publikationen und Daten von United Nations Publications, hier die komplette Liste der enthaltenen Titel, Stand 10/2016.

Weitere UN-Informationsressourcen

Mit der UN iLibrary ergänzen die Vereinten Nationen ihr digitales Publikationsangebot um eine kommerziell vertriebene umfangreiche Datenbank. Es empfiehlt sich, je nach thematischem und zeitlichem Interesse, auch die weiteren UN-Datenbanken zu konsultieren, die von der UN frei zur Verfügung gestellt werden:

Hintergrund: Das Depotbibliothekssystem der Vereinten Nationen

Das System der Depotbibliotheken der Vereinten Nationen existiert seit 1946 und sieht vor, zentrale Dokumente und Publikationen der UN an über 350 Bibliotheken weltweit zu liefern, um deren freie Zugänglichkeit zu garantieren. Das Depotbibliothekssystem basiert auf der UN Administrative Instruction ST/AI/189/Add.11/Rev.2.

Die Situation der UN-Depotbibliotheken hat sich in letzter Zeit tief greifend verändert, da der Versand der Publikationen seit 2012 eingestellt wurde und nun durch die Lizenzierung der UN iLibrary abgelöst wird. Einer Bibliothek pro Land wird der Zugriff auf die UN iLibrary kostenfrei gewährt, – für Deutschland ist dies die Staatsbibliothek zu Berlin. Die neue UN-Veröffentlichungspolitik wird von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren weltweit kritisch gesehen. Deshalb veröffentlichte die American Library Association dazu eine Resolution on the Restoration of the United Nations Depository Library System. Das Geschäftsmodell der UN iLibrary widerspricht angesichts des Lizenzmodells den Sustainable Development Goals, der Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen sollten in ureigenem Interesse ihre Publikationen dem Open-Access- und Open-Government-Gedanken folgend allen Menschen frei zur Verfügung zu stellen, – auch in Übereinstimmung mit dem Prinzip des „free and balanced flow of information“ der UN-Sonderorganisation UNESCO.

Nichtsdestotrotz befürwortet die Staatsbibliothek zu Berlin die UN iLibrary  als eine neue Plattform für die digitale Bereitstellung von Publikationen der Vereinten Nationen, da diese Datenbank das möglichst lückenlose Angebot der UN-Inhalte gewährleistet. Die älteren UN-Publikationen sind im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin in gedruckter Form langfristig archiviert und zugänglich, darunter neben den bekannten einschlägigen Reihen wie das United Nations juridical yearbook auch die eingangs genannte Broschüre The new atomic age von 1956 oder der Report aus dem Jahre 1958 zum Thema Legal Status of married women.

Darüber hinaus setzt sich die Staatsbibliothek zu Berlin zusammen mit den weiteren UN-Depotbibliotheken für die Gewährleistung eines freien und langfristigen Zugangs zu UN-Publikationen ein. Die Staatsbibliothek zu Berlin definiert sich hier als Teil eines aktiven Netzes aus Partnerinnen, Kuratoren, Vermittlerinnen und Fürsprechern für die Vereinten Nationen und deren Veröffentlichungen. Deshalb freuen wir uns über Ihr Feedback sowohl zur neuen Datenbank UN iLibrary, zu den weiteren UN-Datenbanken als auch zu unseren UN-Beständen in gedruckter Form!

Für Forschung und Kultur – Auch während der Open Access Week 2016

Vor dem Hintergrund der Berliner Open Access-Strategie – wir berichteten  – findet anlässlich der heute beginnenden internationalen Open Access Week 2016 an den Bibliotheken der hiesigen drei großen Universitäten die Posterausstellung Open in Action statt. Selbstverständlich sind auch wir mit einer Präsentation unserer Initiativen für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen dabei, wenn es darum geht, die aktuellen Open Access-Aktivitäten in Berlin und Brandenburg vorzustellen.

Begleitend werden die insgesamt 30 Poster auch im Rahmen des Podiumsgesprächs Open in Action – Praxisperspektiven zu sehen sein – also am kommenden Mittwoch, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr, in den Räumen des Wikimedia Deutschland e.V.

Da wir getreu nach Elvis Presley das Motto der diesjährigen Open Access Week sehr ernst nehmen, startet bei uns bereits am morgigen Dienstag die dreiteilige Veranstaltungsreihe Publikationskulturen im Wandel – Open Access in den … Ziel dieser Workshops ist es, den Stand der Transformation des Publikationssystems in jenen Wissenschaftsbereichen auszumessen, in denen die Staatsbibliothek zu Berlin ihre Sammel- und Kompetenzschwerpunkte hat.

Seien Sie uns herzlich willkommen! Unsere Türen stehen offen und ermöglichen Ihnen – klar! – Open Access.

Freikaufen per Sammelbüchse

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist Mitglied im „Library Selection Committee“ des Open-Access-Projektes „Knowledge Unlatched“

Im Juni 2016 beginnt die Auswahl der E-Books, die im Rahmen der nunmehr dritten Auflage des Open-Access-Projektes „Knowledge Unlatched“ ab 2017 als kostenfreie Publikationen für Forschung und Wissenschaft erscheinen werden. Die Staatsbibliothek zu Berlin, die das Projekt seit der ersten Minute unterstützt, wurde nun ins Auswahlkomitee berufen. Wir haben die Ehre aus über 300 Vorschlägen für bis dato noch nicht erschienene Titel diejenigen zu nominieren, die als E-Book im Kontext des Projektes erstmals veröffentlicht werden sollen. Außerdem werden zum ersten Mal auch Titel ausgewählt, die bereits zwischen 2005 und 2015 erschienen sind und nun nachträglich Open Access publiziert werden sollen. Hier gilt es ebenfalls aus 300 Einreichungen die 150 geeignetsten Titel auszuloten.

„Knowledge Unlatched“ wurde im September 2012 von Frances Pinter initiiert, um die Open-Access-Publikation von Monografien zu fördern. Das Crowdfunding-Geschäftsmodell basiert darauf, dass die teilnehmenden Bibliotheken eine bestimmte, im Vorfeld festgelegte Gesamtsumme investieren, die dazu eingesetzt wird, die Titel im Anschluss unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen und sie damit für alle, also auch denjenigen, die am Projekt nicht teilgenommen haben, kostenfrei verfügbar zu machen. Je mehr Bibliotheken sich beteiligen, desto geringer ist die Summe, die pro Einrichtung für das E-Book bzw. das Paket bezahlt werden muss. Die Pilotkollektion 2013 / 2014 umfasste ein Paket aus 28 Titeln der Geistes- und Sozialwissenschaften. In der zweiten Runde 2015 / 2016 konnten bereits 78 Titel verteilt auf 8 verschiedene Pakete durch die Teilnahme von über 300 Bibliotheken im Open Access veröffentlicht werden. Für die dritte Runde ist geplant, nicht nur Neuerscheinungen sondern auch Backlist-Monografien sowie auch wissenschaftliche Zeitschriften einzubeziehen. Die Staatsbibliothek zu Berlin gehörte zu den ersten Bibliotheken in Deutschland, die das Projekt unterstützten, und wir freuen uns umso mehr, unter den drei deutschen Bibliotheken zu sein, die nun ins Auswahlkomitee berufen worden sind.

Liste der Knowledge-Unlatched-E-Books im Stabikat:

Mehr Informationen unter: http://www.knowledgeunlatched.org/

Aus der Antike in die Zukunft: Edition Topoi und Enhanced Publications

Das Feld des wissenschaftlichen Publizierens ist unter dem Einfluss der Digitalisierung einigermaßen unübersichtlich geworden. Wie etwa die Entstehung von Wissenschaftsblogs, maschinenlesbaren Nanopublikationen, Overlay Journals und speziellen Zeitschriften für die Veröffentlichung von Forschungsdaten, wissenschaftlichem Code oder Experimentvisualisierungen dokumentiert, ist ein Strukturwandel der Wissenschaftskommunikation in vollem Gange, in dessen Gefolge nicht nur Diversität und Granularität der publizierbaren Einheiten zunehmen, sondern auch die Erosion der im Druckzeitalter etablierten und an der Buchseite orientierten Grenzen von Dokumenten rasant voranschreitet. Denn wissenschaftliche Beiträge werden inzwischen nicht selten um Kommentarfunktionen und digitale Zusatzmaterialien erweitert, als Living Documents aktuell gehalten oder für das Text- und Data-Mining semantisch angereichert – ein Szenario, in dem selbst statische PDF-Dokumente vermittels des Utopia-Readers zu ungeahntem Leben erwachen können.

Dabei ist dieser Prozess – wovon etwa die Anfang 2014 von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften organisierte und alle Disziplinen einbeziehende Konsultation zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationssystems zeugt – keineswegs auf die Technik-, Natur- und Lebenswissenschaften beschränkt. Auch die Geistes- und Kulturwissenschaften, deren Publikationsformate der Zukunft sogar in einem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt exploriert wurden, gestalten den gegenwärtigen Strukturwandel der Wissenschaftskommunikation aktiv mit.

Besonders eindrucksvoll belegt dies eine kürzlich vorgestellte Erweiterung, mit der die ebenso reputierte wie produktive Open Access-Publikationsplattform des altertumswissenschaftlichen Exzellenzclusters Topoi – The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations gewissermaßen im Futur II konjugiert wird. Und wir freuen uns darüber umso mehr, als doch das Projektkonsortium dieses im Rahmen der Exzellenzinitiative errichteten Forschungsverbunds neben der Freien und Humboldt-Universität auch die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, das Deutsche Archäologische Institut sowie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Beteiligung unserer Kartenabteilung umfasst.

Konkret wurde eine technische Lösung dafür geschaffen, die in der Edition Topoi im Open Access erscheinenden Monographien, Sammlungen und Zeitschriftenaufsätze als Enhanced Publications, also gemeinsam mit den jeweils zugrundeliegenden Forschungsdaten zitierfähig zu veröffentlichen – darunter Digitalisate von Quellentexten und Objekten oder auch dreidimensionale Rekonstruktionen und Architekturmodelle. Neben entsprechenden Speicherinfrastrukturen stellt die Edition Topoi zudem auch eine komfortable Viewer-Software bereit, um die einzelnen Studien in ihrer digitalen Erweiterung sichtbar zu machen und Interaktion damit – etwa durch Annotationen oder dynamische Verlinkung externer Ressourcen – zu befördern.

Aber damit nicht genug, reicht doch der innovative Impuls der Edition Topoi, wie im Zuge der Präsentation dieser zukunftsweisenden Publikationsplattform deutlich wurde, durchaus bis in die Sphäre der Wissenschaftspolitik: Zu diesem Anlass legten nämlich die Trägereinrichtungen des Exzellenzclusters in Form einer bekräftigenden Note zur von diesen seit Langem bereits unterzeichneten Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen das Bekenntnis dazu ab, das Open Access-Paradigma konsequent auch auf (altertumswissenschaftliche) Forschungsdaten und Digitalisate anzuwenden und deren Nachnutzbarkeit – nicht zuletzt durch Computer – zu erleichtern.

Es versteht sich, dass Enhanced Publications gerade in einem Büchertempel, in dem von der frühmittelalterlichen Handschrift bis zum zeitgenössischen künstlerischen Objektbuch nahezu alle Erscheinungsformen von Schriftlichkeit zu finden sind, große Aufmerksamkeit genießen: So unterstützt z.B. die Möglichkeit zur persistenten Referenzierung unserer Digitalisate auf Seitenebene die nahtlose Verknüpfung wissenschaftlicher Veröffentlichungen mit den jeweils darin zitierten Quellentexten. Zudem tragen unsere Projektaktivitäten in den Bereichen von Texterkennung und Text Mining dazu bei, die digitalisierten Segmente unserer Sammlungen in maschinenlesbare Forschungsdaten zu transformieren, die Sie wiederum für die Erweiterung Ihrer Publikationen verwenden können. Und schließlich ist in diesem Zusammenhang noch das disziplinäre Open Access-Repositorium unseres Fachinformationsdiensts für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung zu nennen, das sowohl für juristische Textbeiträge offen steht als auch und naturgemäß für die Veröffentlichung der dazugehörigen prozessierten Forschungsdatensätze.

“Tear down this paywall!” – Auch Open Access ist ein Berliner

Am vergangenen Montag ging die International Open Access Week in die achte Runde. Und auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Veranstaltungen rund um den Globus dafür werben, wissenschaftliches Wissen unbehindert von finanziellen, technischen oder juristischen Barrieren frei zugänglich und nachnutzbar zu machen – eine Position, zu der sich inzwischen zahlreiche Universitäten, Forschungsfördereinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen bekennen.

Wie es der inoffiziellen Hauptstadt des Open Access nur angemessen ist – schließlich wurde 2003 in Dahlem mit der Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities gewissermaßen die Magna Carta dieses zukunftsweisenden Publikationsparadigmas unterzeichnet – , startete die Aktionswoche hier mit einem echten Knalleffekt. Allerdings war dessen Timing nicht so ganz perfekt, denn der Beschluss des Berliner Senats, zügig eine landesweite Open Access-Strategie umzusetzen, datiert bereits auf den 13. Oktober. Nach Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, dessen kürzlich novelliertes Landeshochschulgesetz sogar eine Zweitveröffentlichungspflicht an Universitäten vorsieht, ist Berlin damit das dritte Bundesland, in dem Open Access als strategisches Handlungsfeld auf der wissenschaftspolitischen Agenda steht – von der Ankündigung der Großen Koalition, eine umfassende Open Access-Strategie zu entwickeln, einmal abgesehen.

Konkret adressiert das Berliner Open Access-Strategiepapier drei Ziele:

1. Steigerung des Open Access-Anteils am wissenschaftlichen Publikationsaufkommen der Landeseinrichtungen auf 60% im Jahr 2020 – ermöglicht sowohl durch den Aufbau eines flächendeckenden Repositoriennetzes (Grüner Weg) als auch durch die konsequente Förderung genuiner Open Access-Veröffentlichungen (Goldener Weg);

2. freie Nachnutzung offen zugänglicher Forschungsdaten – befördert u.a. durch entsprechende wissenschaftspolitische Rahmensetzungen und technische Infrastrukturmaßnahmen;

3. Erleichterung sowohl des digitalen Zugangs zum kulturellen Erbe als auch der offenen Nachnutzung von Kulturdaten insbesondere im Rahmen von Kreativpartnerschaften – getrieben vor allem durch die Fortführung des 2012 initiierten Landesdigitalisierungsprogramms.

Zwar wird die Staatsbibliothek zu Berlin als Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gemeinsam von Bund und Ländern getragen – eine waschechte Alt-Berliner Institution ist sie mit ihren 354 Jahren auf dem Buckel natürlich allemal. Nichtsdestoweniger sind aber auch unsere Aktivitäten auf den verschiedenen Feldern des Open Access nahtlos an die genannten Ziele anschlussfähig, zumal doch die Förderung des offenen Zugangs zu wissenschaftlichem Wissen zu den zentralen Anliegen unserer unlängst veröffentlichten Strategie zählt und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz dem stetig wachsenden Kreis der inzwischen 522 Signatoren der eingangs erwähnten Berliner Erklärung angehört.

Dabei beschränken sich unsere Maßnahmen zur Realisierung der Open Access-Idee keineswegs nur auf die vielfältigen Projektvorhaben zur Digitalisierung von historischen und teilweise sogar von noch urheberrechtsbewehrten Bestandssegmenten wie etwa den DDR-Tageszeitungen Neues Deutschland, Berliner Zeitung und Neue Zeit, deren digitales Korpus gegenwärtig zudem in die CLARIN-D-Infrastruktur sprachwissenschaftlich relevanter Forschungsdaten integriert wird. Auch den Grünen Weg zum Open Access helfen wir zu asphaltieren – vor allem mit den beiden fachspezifischen Publikationsplattformen CrossAsia Repository und intR2Dok, die darauf zielen, die Akzeptanz des Open Access-Paradigmas in den Asienwissenschaften bzw. auf Seiten der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung zu steigern. Ebenfalls in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg stellt CrossAsia, unsere Virtuelle Fachbibliothek Ost- und Südostasien, überdies die quelloffene Software Open Monograph Press und Open Journal Systems als Service zur Verfügung, um Open Access-affinen Forschenden die Gründung eigener Fachzeitschriften und Schriftenreihen oder die Veröffentlichung einzelner Monographien und Tagungsbände leichtzumachen. Auf dem Golden Weg zum Open Access ist die Staatsbibliothek zu Berlin aber noch aus einer ganz anderen Richtung unterwegs: Denn wir unterstützen auch die Initiative Knowledge Unlatched, unter deren Dach sich bislang knapp 300 Bibliotheken aus 24 Ländern mit der Absicht zu einem Finanzierungskonsortium zusammengeschlossen haben, ausgewählte geistes- und sozialwissenschaftliche Buchprojekte renommierter Verlage direkt im Open Access erscheinen zu lassen.

Bezahlschranken öffnen sich, Paywalls fallen und die Systemtransformation des wissenschaftlichen Publikationsmarkts ist in vollem Gange. Aufregende Zeiten also – gerade in Berlin.