Beiträge, die auch im Stiftungskontext Relevanz haben können.

384 Bücher an Potsdamer Freimaurerloge restituiert

Heute übergab Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, dem Mitglied des Vorstandes der Johannisloge „Teutonia zur Weisheit“ in Potsdam, Matthias Bohn, 384 Bände aus der ehemaligen Bibliothek der Freimaurerloge. Die Bücher konnten in der Staatsbibliothek zu Berlin als NS-verfolgungsbedingter Verlust der Loge identifiziert werden. Sie beinhalten allgemeine Literatur zum Freimaurertum, Instruktionen, Statuten, naturwissenschaftliche Texte, Lieder, Zeitschriften und zahlreiche Monographien aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert. Die Loge wird die Bände weiterhin der Forschung zur Verfügung stellen.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hob anlässlich der Restitution hervor: „Nicht nur Juden wurden im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und enteignet. Zahlreiche weitere Bevölkerungsgruppen gehörten ebenfalls zu den Verfolgten, so auch die Freimaurer. Auch ihre Geschichte gilt es aufzuarbeiten und ihnen ihr rechtmäßiges Eigentum zurückzugeben.“

Matthias Bohn erläuterte: „Als sich im Jahr 1935 unter dem Druck der Nationalsozialisten alle Freimaurerlogen auflösten, wurde ihr jeweiliges Eigentum verschleppt, zerstreut oder unwiederbringlich zerstört. Umso glücklicher sind wir Brüder der vor 25 Jahren wieder begründeten Johannisloge Teutonia zur Weisheit, dass wir nun knapp 400 von einst über 2.000 Büchern wieder bei uns wissen. Wir können uns auf eine Geschichte von über 200 Jahren berufen, diese Entwicklung unserer Loge ist vor allem auch an unseren Büchern ablesbar, an den Inhalten ebenso wie an den Stempeln und Spuren der Vorbesitzer.“

Barbara Schneider-Kempf erklärte, „dass es der Staatsbibliothek zu Berlin als Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein selbstverständliches Anliegen ist, das damalige Unrecht in Bezug auf geraubte Bücher, Autographe, Handschriften, Musikdrucke und andere Materialien mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aufzuklären und als NS-Raubgut identifizierten Bestände stets so rasch wie möglich den rechtmäßigen Eigentümern zu übergeben.“

Die Bücher der Johannisloge „Teutonia zur Weisheit“

Die Johannisloge „Teutonia zur Weisheit“ wurde 1809 in Potsdam als Tochterloge der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ gegründet. In der Folgezeit entstand eine der größten Logenbibliotheken Deutschlands, die auf dem Höhepunkt ihres Bestehens über 2.000 Bände umfasste. Unter dem Druck des NS-Regimes stellte die Loge ihre Tätigkeit ab 1934 schrittweise ein – erst 1991 wurde sie wiedergegründet. Im Februar 1935, im unmittelbaren Zusammenhang mit der erzwungenen Selbstauflösung, schickte der Liquidator die maurerische Literatur aus der Bibliothek als Geschenk an die Preußische Staatsbibliothek (heute Staatsbibliothek zu Berlin). Fortan teilten diese Bücher das Schicksal der Bestände der Preußischen Staatsbibliothek: Ab 1941 wurden diese zum Schutz vor Kriegseinwirkungen nahezu vollständig ausgelagert, dabei wurden Sammlungen getrennt oder gingen verloren. Nach 1945 befanden sich ein Teil der Bestände in der Bundesrepublik Deutschland oder in West-Berlin, ein anderer Teil in Ost-Berlin. Auch die Bücher der Johannisloge blieben zwischen West und Ost geteilt. In der West-Berliner Staatsbibliothek befanden sich 640 Bände der einstigen Potsdamer Loge, die im Jahr 1965 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz an die Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ restituiert wurden. Seit 1992 sind die beiden Nachfolgeeinrichtungen der Preußischen Staatsbibliothek in West und Ost vereint in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Im Rahmen der systematischen Erforschung der Bestände nach NS-Raubgut wurden schließlich auch die heute restituierten 384 Bände der Johannisloge identifiziert.

Provenienzforschung in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Die Klärung der Herkunft ihrer Bestände ist eine zentrale Aufgabe für alle Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Im Zuge ihrer systematischen Forschung konnte die Staatsbibliothek zu Berlin mittlerweile mehr als 1.000 Objekte an die Berechtigten zurückgeben. Hinweise auf solche Bestände finden sich einerseits in den überlieferten Erwerbungsakten und Zugangsbüchern der Bibliothek, andererseits in den Büchern selbst. Besitzeinträge wie Stempel und handschriftliche Vermerke liefern wichtige Anhaltspunkte für die Suche nach geraubten Büchern und deren Eigentümern. Sämtliche Rechercheergebnisse zu bereits geklärten wie auch zu noch ungeklärten Fällen können in der Datenbank www.lostart.de und im Online-Katalog der Staatsbibliothek www.stabikat.de eingesehen werden. Letzterer dokumentiert zugleich die Provenienzgeschichte aller bisher restituierten Objekte. Alle Informationen zu den Teutonia-Beständen finden Sie unter http://sbb.berlin/goa2bl.

Honorarfreie Pressebilder

“Weltvermesser – von Erde, Meer und Himmel”

Ausstellung “Weltvermesser von Erde, Meer und Himmel”
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

Dienstag, 14. Juni – Samstag, 2. Juli 2016
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin

montags – samstags 11 – 19 Uhr, Eintritt frei
Führung am  Donnerstag, 23. Juni 2016, 18 Uhr

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Vermessen und Kartieren gehört zu den ältesten Kulturleistungen. Nicht nur das Wissen über räumliche Zusammenhänge oder die Frage, wo man sich gerade befindet, waren starke Triebkräfte für das bildliche Verorten, sondern auch die Frage nach der Stellung des Menschen in der Welt. Ausgelöst durch die Entdeckung der Antiken Schriften wie der Entdeckung neuer Länder und Kontinente erhielt die Kartographie ihre stärksten Impulse im 16. Jahrhundert.

Die im Jahr 2015 im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake gezeigte Ausstellung „Das goldene Zeitalter der Kartographie“ findet bis zum 2. Juli 2016 ihre Fortsetzung in Berlin:
Mit 33 Schätzen der Kartographie, diese überwiegend aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, wurde die Kartenschau „Weltvermesser – von Erde, Meer und Himmel“ zusammengestellt.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Kapitel, sie handeln jeweils von der Vermessung und kartographischen Darstellung der Erde, der Meere und des Himmels. In den Karten spiegelt sich der Weg vom Sagenhaften und Exotischen zum Aufgeklärten und Erforschten, von antiken Überlieferungen und Tradierungen zum Gemessenen, Berechneten und Verifizierten. Der stete Ehrgeiz zur Aktualität zeigt sich in den immer wieder neuen graphischen Umsetzungen der ständig hereinströmenden Nachrichten aus aller Welt.

Zu den herausragenden Schätzen der Ausstellung gehört eine Portolankarte aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, eine kolorierte Handzeichnung auf Pergament mit 38×56 cm Abmessung. Portolankarten beschreiben mit sehr hoher Genauigkeit Küstenverläufe, vorwiegend des Mittelmeeres, später auch des westlichen Atlantiks. Kennzeichend für diesen Kartentyp sind die immer senkrecht zur Küstenlinie und ins Landesinnere gesetzten Ortsnamen sowie das auffällige Liniensystem der Rumben, das durch die Verbindung kreisförmig angelegter Windrosen entsteht.

In der von Gerard Dejode in Antwerpen im Jahr 1593 gezeichneten Karte, 19×28 cm, zeigt sich die Schwierigkeit der Kartographen, aus den oft vage bleibenden Informationen der Entdecker und Seefahrer klare Kartenbilder zu entwerfen. Oft blieben sowohl die geographischen Angaben und Bezeichnungen wie auch die Beschreibungen im Ungefähren. So zeigt die Karte Melanesiens auch den Nordosten von Australien, jedoch war der Kontinent zur Zeit der Entstehung der Karte nachweislich noch nicht entdeckt. Der gezeichnete dortige Kampf mit dem Drachen wird daher als Glaubensbotschaft gedeutet.

In Nürnberg entstand auf 49×58 cm um 1716/1724 eine Karte vom südlichen Sternenhimmel, Hemisphearium Coeli Autrale. Nach den Seereisen um Afrika, Südamerika und Südasien wurde das bis dahin vorhandene Wissen neu geordnet und zeigte sich auch in aktuellen Fassungen vom südlichen Sternenhimmel. In dieser Karte sind die Koordinaten der wichtigsten und hellsten Sterne der Sternbilder in Tabellen aufgeführt, während in den Blattzwickeln die bedeutendsten Sternwarten abgebildet sind.

„Wissenschaftler dieser Welt, kommt nach Berlin in diese Bibliothek und forscht!“ Barbara Schneider-Kempf ist neue Botschafterin für „Brain City“

Die Kampagne „Brain City“, initiiert vom Hauptstadtmarketing der Stadt Berlin, verfolgt – als Teil der Imagekampagne „be Berlin“ – das Ziel, Wissenschaft als Standortfaktor für Berlin besser sichtbar zu machen. Die Wissenschaft soll stärker in den Fokus der Standortvermarktung rücken. Dazu wurde gemeinsam mit vielen wissenschaftlichen Einrichtungen Berlins (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Zukunftsorte, Stiftungen, Institute) eine Botschafterkampagne entwickelt. Derzeit stehen 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus diesen Einrichtungen als Testimonials bereit und verbreiten über ihre Kanäle Berlins exzellenten Ruf als Wissenschaft- und Forschungsmetropole. Ausführende Firma ist die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH.

Alsbald rückte auch die Staatsbibliothek in das Interesse von „BrainCity“: auch die größte wissenschaftliche Universalbibliothek in Deutschland böte, so stellten die Verantwortlichen fest, einen guten Ausgangspunkt für die Verbreitung von wissenschaftlicher Exzellenz „made in Berlin“. Vor diesem Hintergrund lud man Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek, ein, ebenfalls als „Wissenschafts-Botschafterin“ zu fungieren. Der ‚Claim‘ nun hier: