Beiträge, die auch im Stiftungskontext Relevanz haben können.

Moskauer Bibliotheksdirektor Duda zum Kooperationsbesuch in Berlin

Der Generaldirektor der Allrussischen staatlichen M.I. Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur, Vadim Valerevič Duda, besuchte am 10. Februar 2016 die Staatsbibliothek zu Berlin und unterzeichnete gemeinsam mit der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, ein Memorandum über die weitere Zusammenarbeit der SBB-PK und der Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur. In einem ausführlichen und offenen Gespräch wurde wichtige Vereinbarungen für die inhaltliche Vorbereitung des 6. Treffens des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialoges erzielt, der am 23. und 24. Mai 2016 auf Einladung des Generaldirektors der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, Prof. Dr. Thomas Bürger, in Dresden stattfinden wird. Es schlossen sich Fachgespräche mit dem Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, und dem Leiter der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung, Andreas Mälck, an. Besonderes Interesse zeigte Herr Duda an computergestützten Verfahren bei der Digitalisierung, der Präsentation der digitalen Bibliothek, an der benutzerorientierten Gestaltung des modernen Lesesaales im Haus Unter den Linden sowie an bibliothekarischen Geschäftsgängen und Fragen des internationalen Schriftentausches zwischen deutschen und russischen Bibliotheken.

Mendelssohn Bartholdy-Autograph erworben

Zum Ende des Jahres 2015 gelang es der Staatsbibliothek zu Berlin, unterstützt durch die Rudolf-August-Oetker-Stiftung, ein Autograph von Felix Mendelssohn Bartholdy zu erwerben, das der Wissenschaft bislang unbekannt ist: Es handelt sich um ein Autograph mit 4 Skizzenblättern, also 8 beschriebenen Seiten, mit der Niederschrift eines Partiturfragments zum Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll (MWV O 7) und zur Kantate „Die erste Walpurgisnacht“ (MWV D 3).

Die Skizzen waren der Forschung bisher noch nie zugänglich, weil sie sich in Privatbesitz befanden. Sie passen ausgezeichnet in den Sammlungszusammenhang des Mendelssohn-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin, das den größten Kompositionsschatz Felix Mendelssohn Bartholdys und seiner Familie weltweit verwahrt.

Die bislang nicht bekannten Fragmente sowohl des Klavierkonzerts als auch der Walpurgisnacht sind für die Forschung von größtem Wert, da sie den Entstehungsprozess der Werke sowie die Arbeit des Komponisten erhellen. Die Skizzen stammen aus den Jahren 1830 bis 1832, sie gehören zu weiteren Skizzen eines in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrten Konvolutes und enthalten völlig unbekannte Musik.

Die Quellen bilden für die in Leipzig angesiedelte Mendelssohn-Arbeitsstelle, die die Gesamtausgabe des Komponisten verantwortet, Primärquellen ersten Ranges, um das erste Klavierkonzert und die Walpurgisnacht als kompositorische Werke umfassend erforschen und würdigen zu können.

Das Autograph befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand, der der bisherigen Verwahrung in Privatbesitz zu verdanken ist. Papier und Tinte sind von ausgezeichneter Qualität und lassen auch für die Zukunft keine konservatorischen Probleme erkennen. Der Zustand ist altersentsprechend und wird sich bei Lagerung unter den üblichen konservatorischen Bedingungen (im Tresor bei 50% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 18-20 Grad Celsius) nicht verändern.

Pressebild: erste Seite der Skizze zur Walpurgisnacht

US-Nachrichtendienste + Erwachsenen-Comics

In der heutigen Jahrespressekonferenz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz berichtete Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, von zwei jüngst lizensierten Datenbanken, die von Benutzern der Bibliothek auch im Fernzugriff genutzt werden können:

Zum Ende des Jahres 2015 wurde die Datenbank „U.S. Intelligence on Europe 1945-1995“ lizensiert. Die etwa 4.000 digitalisierten Dokumente der US-Regierung geben Auskunft über die Aktivitäten ihrer Geheimdienste in den 50 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, also über hochbrisante Zeiten mit Kaltem Krieg, dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Neuausrichtung Europas. Wer also will, kann sich bequem einen Überblick über die Aktivitäten der US-Geheimdienste in ganz Europa einschließlich der Türkei und Zypern in den Jahren 1945 bis 1995 verschaffen.

Zum anderen hat die Staatsbibliothek die mit 200.000 Seiten bestückte Volltext-Datenbank „Underground and Independent Comics and Graphic Novels Series“ lizensiert. Sie dokumentiert das gesamte Spektrum der nordamerikanischen wie auch der europäischen Produktion und Rezeption von Comics für Erwachsene. Neben den Werken selbst sind zahlreiche Interviews, Kommentare, theoretische und literaturkritische Abhandlungen enthalten. Abgedeckt ist in Teil I der Zeitraum der 1960er Jahre bis zur Gegenwart und in Teil II der bedeutende Teil bis zum Jahr 1954.