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Literaturtipps zur Fußball-WM

Am kommenden Donnerstag Abend ist es mal wieder soweit, die Suche nach dem neuen Fußballweltmeister unter den Herrennationalmannschaften biegt auf die Zielgerade ein. Nach 32 Tagen und insgesamt 64 Spielen wird die Welt wissen, wer den WM-Pokal in den Himmel von Moskau recken darf.

Aber was hat nun die Staatsbibliothek mit der Fußball-WM zu tun?
In unserm Bibliotheksbestand lässt sich auch das eine oder andere Buch über das Spiel mit dem runden Leder finden. In den Lesesälen beherbergen die HA bzw. HB 16 die Referenzliteratur zu Medizin, Sport und Spiel. Die Sportart Fußball hat dabei konkret den Bereich Zc 0500 – 0999.  Aber auch in unseren Magazinen lässt sich so manch interessantes Exemplar finden. Eine Übersicht über unsere gesamte Literatur zum Thema Fußball gibt der StaBiKat. Anlässlich der anstehenden WM präsentieren wir hier eine kleine Auswahl daraus.

Aus unserem Bestand

  • Für einen Rückblick auf die vergangenen Weltmeisterschaften, immerhin ist die diesjährige schon die Einundzwanzigste, sei das Buch Die Geschichte der Fußball Weltmeisterschaft von Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp empfohlen. Die dazu passenden Illustrationen bietet der ausdrucksstarke Bildband Das goldene Buch der Fußball-Weltmeisterschaft.
  • Wohl jeder deutsche Fußballfan wird sich noch an das furiose 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien und Mario Götzes Tor in der Verlängerung des Finales bei der WM 2014 erinnern. Den Weg dorthin hat der Sportjournalist Raphael Honigstein mit seinem Buch Der vierte Stern nachgezeichnet.
  • Nicht nur eingefleischte Fußballfans können stundenlang über die richtige Taktik philosophieren. Der bekannte Sportphilosoph Gunter Gebauer hat dem Fußball gleich ein ganzes Buch mit dem Titel Das Leben in 90 Minuten gewidmet. Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger kommentierte das Buch mit den Worten: “Gunter Gebauer entwickelt seine Philosophie des Fußballs mit großer Lust am Spiel. Ein wahrliches Lesevergnügen, für Fans wie für Einsteiger.”
  • Für den Freund des geschwungenen Wortes empfiehlt sich Albert Ostermaiers Flügelwechsel. Mit seinen Oden würdigt er große Persönlichkeiten des Fußballs wie den Argentinier Jorge Valdano, den Franzosen Franck Ribéry oder den ehemaligen Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft Michael Ballack. Das Vorwort zum Buch stammt aus der Feder der deutschen Torwartlegende Oliver Kahn.
  • Beim Public Viewing fallen schon mal Begriffen, die für den Gelegenheitsfan nicht ganz so geläufig sind. Armin Burkhardt hat sich diesem Problem angenommen und ein Wörterbuch der Fußballsprache verfasst. Anschaulich erklärt er beispielsweise was eine Beinschere ist, was ein Einfädler macht, wo der Unterschied zwischen Innenrist und Innenspann liegt und was eine Salatschüssel auf dem Fußballplatz macht.
  • Zum ersten Mal findet eine Fußball-Weltmeisterschaft der Männer im flächenmäßig größten Land der Welt statt. Da ist es nicht verkehrt, sich etwas mit dem Gastgeberland Russland und dessen Fußballkultur zu beschäftigen. Zu einem guten Überblick verhilft da das Lesebuch Russkij Futbol. Keine Sorge – Russischkenntnisse sind nicht nötig.

Wir wünschen Ihnen eine schöne WM-Zeit und wenn Sie auch noch den einen oder anderen Lesetipp zur Fußball-WM haben, dann nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion.

Matthias Brandt: “Raumpatrouille”, Lesung am 4. Oktober um 18 Uhr

“Raumpatrouille”

Lesung mit Matthias Brandt aus seinem ersten Buch
Einführung: Barbara Schneider-Kempf und André Schmitz

Mittwoch, 4. Oktober 2017
18 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Saal, Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, um Anmeldung unter freunde@sbb.spk-berlin.de wird gebeten

 

Matthias Brandt: Raumpatrouille , Verlag Kiepenheuer & Witsch

 

Die Geschichten in Matthias Brandts erstem Buch sind literarische Reisen in einen Kosmos, den jeder kennt, der aber hier mit einem ganz besonderen Blick untersucht wird: der Kosmos der eigenen Kindheit. In diesem Fall einer Kindheit in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in einer kleinen Stadt am Rhein, die damals Bundeshauptstadt war. Einer Kindheit, die bevölkert ist von einem manchmal bissigen Hund namens Gabor, von Herrn Vianden, mysteriösen Postboten, verschreckten Nonnen, kriegsbeschädigten Religionslehrern, einem netten Herrn Lübke von nebenan, bei dem es Kakao gibt und dem langsam die Worte ausgehen. Es gibt einen kauzigen Arbeitskollegen des Vaters, Herrn Wehner, einen Hausmeister und sogar einen Chauffeur, da der Vater gerade Bundeskanzler ist. Erzählt wird von komplizierten Fahrradausflügen, schwer bewachten Jahrmarktsbesuchen, monströsen Fußballniederlagen, skurrilen Arztbesuchen und von explodierenden und ebenso schnell wieder verlöschenden Leidenschaften wie z.B. dem Briefmarkensammeln. Nicht zuletzt wird von gleichermaßen geheimnisumwobenen wie geliebten Eltern berichtet und einer Kindheit, zu der neben dem Abenteuer und der Hochstapelei auch Phantasie, Gefahr und Einsamkeit gehören.

 

 

Matthias Brandt, geboren 1961 in Berlin als jüngster Sohn von Rut und Willy Brandt, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Er war an renommierten deutschsprachigen Theatern engagiert, darunter am Bayerischen Staatsschauspiel, Schauspielhaus Zürich und Schauspielhaus Bochum. In den letzten Jahren arbeitete er hauptsächlich vor der Kamera und als Hörbuchsprecher. Für seine Leistungen ist er vielfach ausgezeichnet worden.

Songs are unlike literature…

Kurz vor Ablauf der Frist hat Bob Dylan am 4. Juni 2017 in Los Angeles seine Nobelpreis-Lesung aufgezeichnet und damit alle Verpflichtungen erfüllt, die mit der Auszeichnung verbunden sind. Bob Dylan ist damit der 109. Träger des Literaturnobelpreises und gleichzeitig erste hauptberufliche Musiker, der mit der international bedeutendsten Ehrung für literarische Leistungen ausgezeichnet worden ist.

In seiner Lesung spricht Bob Dylan über seine musikalischen Wurzeln, die tief in den Genres Country, Western, Rock’n’Roll und Rhythm’n’Blues liegen, und über sein Idol Buddy Holly, den „elder brother“ und den „archetype“ gleichermaßen. Ein wenig hört man aus Dylans alter Stimme noch den Trotz und den Eigensinn des 17-jährigen Jungen aus Hibbing, Minnesota heraus, wenn er sich an die Anfänge erinnert:

„When I started writing my own songs, the folk lingo was the only vocabulary that I knew, and I used it.“

Neben seinen musikalischen Einflüssen reflektiert Bob Dylan in seiner Lesung aber vor allem über die Literatur, die ihn geprägt hat, und die – mal eher unterbewusst und mal ganz explizit – in seine Songtexte eingeflossen ist. Dazu zählt er die traditionellen Lektürestoffe der Oberschule, die er aufgesogen hat und die ihm schon früh „a way of looking at life and understanding of human nature, a standard to measure things by” gegeben haben.

Über diese Werke können Sie sich ausgiebig in den Beständen der Staatsbibliothek informieren – sei es über zahlreiche Ausgaben der Werke selbst oder über die reichlich vorhandene Forschungsliteratur bspw. zur Stoff- und Motivgeschichte oder zur Rezeption. Namentlich führt Dylan Abenteuergeschichten wie Miguel de Cervantes‘ große Ritterroman-Parodie Don Quijote an, die im Jahr 2002 von einhundert Schriftstellern zum besten Buch der Welt gekürt wurde, aber auch Sir Walter Scotts Historienroman über den Kreuzritter Sir Wilfred of Ivanhoe, die Geschichte des schiffbrüchigen Robinson Crusoe von Daniel Defoe, in der die Gattung der Robinsonaden ihren Ursprung hat, Jonathan Swifts Satire Gulliver‘s Travels, der als Jugendbuch weltberühmt wurde, und schließlich Charles Dickens‘ A Tale of Two Cities, in der die Lebensgeschichten von Dr. Manette und dessen Familie in den Wirren der Französischen Revolution und des noblen Londoner Eigenbrödlers Sidney Carson erzählt werden. Ganz besonders beeinflusst fühlt sich Bob Dylan aber von drei Werken der Weltliteratur:

 

Herman Melville: Moby Dick – “Quotable poetic phrases that can’t be beat.”

…ein Seefahrerroman voller biblischer Allegorien, antiker Mythen, britischer Legenden und zoologischer Exkurse zum Thema Walfang, der davon erzählt, wie unterschiedlich Menschen auf dieselben Erfahrungen reagieren, und den Dylan in verschiedenen seiner Songs – man denke etwa an „Bob Dylan’s 115th Dream“ aus dem 1965er Album Bringing It All Back Home – verarbeitet hat.

 

Erich Maria Remarque: All Quiet on the Western Front (Im Westen nichts Neues) – “This is a book where you lose your childhood”

…ein Roman über die grausamen Erlebnisse eines jungen Soldaten im Ersten Weltkrieg, der als Antikriegsroman in die Weltliteratur eingegangen ist, und der Bob Dylan so tief erschüttert hat, dass er nach der Lektüre “never wanted to read another war novel again – and I never did.“ Dylan sieht hier erzählerisch eine Parallele zu Charlie Poole (1892–1931), einem Songschreiber aus North Carolina, der ähnliche Kriegsschrecken in seinem Song “You ain’t talking to me” verarbeitet. Pooles Song hat Dylan übrigens erst in jüngerer Zeit zu einem eigenen Stück inspiriert: „Ain’t Talkin‘“, erschienen auf dem Album Modern Times (2006).

 

Homer: The Odyssey – “You too have come so far and have been so far blown back.”

…eine der einflussreichsten Dichtungen der Welt über die Irrfahrten des Odysseus, die den Stoff für zahlreiche Bearbeitungen gab und, wohlgemerkt, vom wiederum gleichsam mythischen Dichter Homer einem Sänger in den Mund gelegt wurde. Auch einige der berühmtesten Countrysongs rekurrieren auf den Stoff, darunter „Homeward Bound“ von Simon & Garfunkel, Curly Putmans „Green Green Grass of Home“ über den Heimattraum eines Mannes in der Nacht vor seiner Hinrichtung, das durch Interpreten wie Tom Jones und Elvis Presley internationale Erfolge feierte, und „Home on the Range“, dessen Textgrundlage ein Gedicht des Heimatsuchenden Brewster M. Higley ist.

 

And you want your songs to sound good…

Dylan erläutert, er müsse ein Werk nicht verstehen, um sich davon beeinflussen zu lassen. Es muss ihn aber emotional bewegen. Als Beispiel führt er eine Zeile des vielfach als rätselhaft geltenden englischen „metaphysical poet“ John Donne (1572–1631) an und kommentiert: „ I don’t know what it means, either. But it sounds good. And you want your songs to sound good.”

Für Bob Dylan sind Songs nicht wie Literatur. Warum hat er dann den Nobelpreis für Literatur bekommen, könnte man fragen. Kritikerstimmen waren zur Genüge zu hören. Oder wieso hat er den Preis nach fast zweiwöchiger Funkstille angenommen? – Weil Songs mehr sind als Literatur, so wie Shakespeares Theaterstücke mehr sind als Texte. Sie müssen gesungen, gespielt, aufgeführt werden: “But songs are unlike literature, they meant to be sung, not read. The words in Shakespeare’s plays were meant to be acted on the stage, just as lyrics in songs are meant to be sung, not read on a page.”

“And I hope some of you get the chance to listen to these lyrics the way they were intended to be heard: in concert or on record or however people are listening to songs these days”

In diesem Sinne ist auch die Nobelpreis-Lesung von Bob Dylan mehr: Man muss sie anhören und dem Klang von Dylans Stimme lauschen…

Termine

– entfällt – Buchvorstellung mit Marianna Tax Choldin “Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland”

Veranstaltung fällt leider aus! Buchvorstellung Marianna Tax Choldin: Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland

  • Termin

    Di, 20. März 2018
    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



Marianna Tax Choldin. Alle Rechte liegen bei Academic Studies Press




Hinweis!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde und Unterstützer der Staatsbibliothek zu Berlin,

leider müssen wir die Buchvorstellung am 20. März 2018 „Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland“ absagen, da die Autorin Marianna Tax Choldin erkrankt ist und nicht nach Deutschland kommen kann. Dies ist umso bedauerlicher, als das Thema Zensur hochaktuell ist. Daher hoffen wir auf eine baldige Genesung von Frau Tax Choldin, so dass wir die Veranstaltung recht bald nachholen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Barbara Schneider-Kempf

Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Was führte eine Amerikanerin über 50 Mal in 50 Jahren nach Moskau?

Diese und weitere Fragen an ihr Leben als Slavistin, Bibliothekarin und Kämpferin für eine offene, demokratische Gesellschaft wird Frau Schneider-Kempf, ihrem Interview-Gast aus Chicago stellen. Frau Tax Choldin wird begleitend dazu Passagen aus ihrem Buch lesen.

Mit ihrem Vater, dem Ethnologen Sol Tax, fuhr sie 1960 zum ersten Mal in die osteuropäischen Länder und nach Moskau. Frau Tax Choldin wird über die Entdeckung ihrer Liebe zur russischen Sprache und Literatur sprechen. Dabei wird sie thematisieren, wie sie als Amerikanerin das Leben in der Sowjetunion empfand und wie sie sich emotional und gleichzeitig akribisch-wissenschaftlich ihrem Lebensthema, der „Zensur in Russland“ näherte. Höhepunkt der Beschäftigung mit diesem Thema war in den Jelzin-Jahren die Ausstellung zur Zensur in der Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau. Die Ausstellung gestaltete sie mit der Leiterin dieser Bibliothek, mit ihrer Freundin Katja Genieva. Gemeinsam setzten sie sich für die Demokratisierung der russischen Bibliothekslandschaft ein. So fand die Ausstellung auch in vielen weiteren Bibliotheken Russlands Nachahmer. Zusammen organisierten die beiden in dieser Umbruchszeit einen Runden Tisch zur Zensur in der Sowjetzeit, bei dem Täter, Opfer und Verwalter von „Giftschränken“ in den Bibliotheken zu Wort kamen. Die Metapher, die das Buch durchzieht: „Der Garten der zerbrochenen Statuen“ steht für den Umgang mit dem kulturellen Erbe eines Landes.

Katja Genieva war bis zu ihrem Tod 2015 das russische Gesicht im „Deutsch-Russischen Bibliotheksdialog“, dem Frau Schneider-Kempf auf deutscher Seite vorsteht.

Die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße an der früheren Grenze zwischen Ost und West ist der geeignete Ort, um über Bibliothekspolitik zur Zeit des Eisernen Vorhangs zu sprechen. Marianna Tax Choldin wird von ihrer Arbeit im Dienst eines großen westlichen Bibliotheks-Netzwerks erzählen: Es wurden gemeinsam Bücher und Zeitschriften aus den osteuropäischen Ländern und der Sowjetunion erworben und mit dem „Anderen Planeten“ getauscht. Sie war an den Bibliotheken der Universitäten von Michigan und Urbana-Champaign in Illinois tätig. Unter anderem hat sie den „Auskunftsdienst Slavistik“ ins Leben gerufen, der es ermöglichte, weltweit Material in diesem Bereich zu lokalisieren und es der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Frau Tax Choldin hat auch einen besonderen Bezug zu Deutschland. Sie wird darüber berichten, wie ihre jüdische Familie sie ermunterte, 1958 mit einer der ersten amerikanischen Schulklassen nach Deutschland zu fahren, um damit für ihre Generation eine Brücke nach dem Zweiten Weltkrieg zu schlagen. In den vielen Jahren ihrer Reisetätigkeit führte sie der Weg auch oft in die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße, wohin sie jetzt zurückkehrt, um ihr Buch mit ihren Lebenserinnerungen vorzustellen.

Weitere Informationen zum Buch auf der Verlags-Website:

Marianna Tax Choldin: Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland. ©Simon Verlag für Bibliothekswissen. Buchcover

 

Gesprächsabend mit Paul Nolte über seine neue Studie zu Thomas Nipperdey am 15.5.

Lebens Werk: Thomas Nipperdeys Deutsche Geschichte – Biographie eines Buches

  • Termin

    Di, 15. Mai 2018
    19 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



© SBB-PK, Foto: Ekko von Schwichow, Buchcover: Verlag C.H.Beck, CC NC-BY-SA



Gesprächsabend mit Paul Nolte über seine neue Studie zu Thomas Nipperdey am 15.5.2018

In den Abend führt ein: Christoph Markschies, Inhaber des Lehrstuhls für Antikes Christentum an der Humboldt‑Universität zu Berlin

Mit Paul Nolte, Professor für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte am Friedrich‑Meinecke‑Institut der Freien Universität Berlin, unterhält sich Barbara Schneider‑Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin



Paul Nolte: Lebens Werk. Thomas Nipperdeys Deutsche Geschichte – Biographie eines Buches.
©Verlag C.H.BECK. Buchcover

Am 15. März erschien bei C.H. Beck das neue Werk von Paul Nolte: „Lebens Werk: Thomas Nipperdeys Deutsche Geschichte – Biographie eines Buches“. Aus dem von ihm erschlossenen Nachlass des Münchner Historikers, aus Unterlagen des Verlags u.a.m. hat er die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieser bedeutenden dreibändigen Deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts rekonstruiert und dabei zugleich allgemein über das Werden und Vergehen von „großen Büchern“ reflektiert, über die enge Verflechtung von Leben und Werk und die soziale Einbettung der wissenschaftlichen und literarischen Arbeit. Herausgekommen ist eine spannende Archäologie der Geisteswissenschaften und eine leidenschaftliche Verteidigung des Buches.

Gutenberg-Bibel

Lesung mit Daniel Kehlmann am 27.6.

Daniel Kehlmanns neuester Roman: «Tyll» Ulenspiegel – die Neuerfindung einer legendären Figur

  • Termin

    Mi, 27. Juni 2018
    19 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Otto-Braun-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



© SBB-PK, Buchcover: Rowohlt Verlag GmbH, CC NC-BY-SA

Gutenberg-Bibel


Daniel Kehlmann liest aus seinem Roman «Tyll» am 27. Juni 2018

Begrüßen werden Sie Barbara Schneider‑Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und André Schmitz, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Tyll Ulenspiegel – Vagant, Schausteller und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der Gedichte auf Deutsch schreiben will, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, der verheimlicht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben. Ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.


Claudio Armbruster, ZDF heute-journal: «Kehlmann ist ein Sprachzauberer. Er lässt den Leser den Dreißigjährigen Krieg spüren, riechen, schmecken. Sein Buch ist dreckig, feucht und kalt, es stinkt nach Pest, Tod und Verderben – und ist dabei trotzdem so lebensbejahend und abgründig komisch. Kurz, «Tyll› ist verdammt großartig.»

Volker Weidermann, Der Spiegel: «‹Tyll› ist das beste Buch, das Daniel Kehlmann bislang geschrieben hat (…). Ja, es ist wieder ein Geschichtsbuch, wie 2005 «Die Vermessung der Welt›, der meistverkaufte deutsche Roman seit Patrick Süskinds ‹Parfum›, das Buch, mit dem Kehlmann zum Weltstar der deutschen Literatur wurde. Aber anders als die hyperionisch erzählte Geschichte der deutschen Weltvermesser (…) ist das neue Werk ein – ja – zu Herzen gehendes, lebensvolles, wundervoll undistanziert geschriebenes, brutales, modernes, romantisches deutsches Epos. (…) ‹Tyll› ist Daniel Kehlmanns Sieg über die Geschichte, sein historischer Triumph.»



Daniel Kehlmann wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 Umzug nach Wien. Nach dem Besuch der Jesuitenschule Kollegium Kalksburg studierte er Philosophie und Germanistik in Wien. 1997 erschien sein erster Roman »Beerholms Vorstellung«. Er hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Candide-Preis, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis 2006 sowie zuletzt dem WELT-Literaturpreis 2007 ausgezeichnet. Kehlmanns Rezensionen und Essays erschienen in Magazinen und Zeitungen, darunter »Der Spiegel«, »Guardian«, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »Süddeutsche Zeitung« und »Volltext«. Sein Roman »Ich und Kaminski« war ein internationaler Erfolg, sein Roman »Die Vermessung der Welt« wurde in bisher vierzig Sprachen übersetzt. Daniel Kehlmann lebt als freier Schriftsteller in Wien und Berlin.