Beiträge für Forschung und Kultur

Gutenberg-Bibel

Lesung mit Daniel Kehlmann am 27.6.

Daniel Kehlmanns neuester Roman: «Tyll» Ulenspiegel – die Neuerfindung einer legendären Figur

  • Termin

    Mi, 27. Juni 2018
    19 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Otto-Braun-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

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© SBB-PK, Buchcover: Rowohlt Verlag GmbH, CC NC-BY-SA

Gutenberg-Bibel


Daniel Kehlmann liest aus seinem Roman «Tyll» am 27. Juni 2018

Begrüßen werden Sie Barbara Schneider‑Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und André Schmitz, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Tyll Ulenspiegel – Vagant, Schausteller und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der Gedichte auf Deutsch schreiben will, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, der verheimlicht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben. Ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.


Claudio Armbruster, ZDF heute-journal: «Kehlmann ist ein Sprachzauberer. Er lässt den Leser den Dreißigjährigen Krieg spüren, riechen, schmecken. Sein Buch ist dreckig, feucht und kalt, es stinkt nach Pest, Tod und Verderben – und ist dabei trotzdem so lebensbejahend und abgründig komisch. Kurz, «Tyll› ist verdammt großartig.»

Volker Weidermann, Der Spiegel: «‹Tyll› ist das beste Buch, das Daniel Kehlmann bislang geschrieben hat (…). Ja, es ist wieder ein Geschichtsbuch, wie 2005 «Die Vermessung der Welt›, der meistverkaufte deutsche Roman seit Patrick Süskinds ‹Parfum›, das Buch, mit dem Kehlmann zum Weltstar der deutschen Literatur wurde. Aber anders als die hyperionisch erzählte Geschichte der deutschen Weltvermesser (…) ist das neue Werk ein – ja – zu Herzen gehendes, lebensvolles, wundervoll undistanziert geschriebenes, brutales, modernes, romantisches deutsches Epos. (…) ‹Tyll› ist Daniel Kehlmanns Sieg über die Geschichte, sein historischer Triumph.»



Daniel Kehlmann wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 Umzug nach Wien. Nach dem Besuch der Jesuitenschule Kollegium Kalksburg studierte er Philosophie und Germanistik in Wien. 1997 erschien sein erster Roman »Beerholms Vorstellung«. Er hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Candide-Preis, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis 2006 sowie zuletzt dem WELT-Literaturpreis 2007 ausgezeichnet. Kehlmanns Rezensionen und Essays erschienen in Magazinen und Zeitungen, darunter »Der Spiegel«, »Guardian«, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »Süddeutsche Zeitung« und »Volltext«. Sein Roman »Ich und Kaminski« war ein internationaler Erfolg, sein Roman »Die Vermessung der Welt« wurde in bisher vierzig Sprachen übersetzt. Daniel Kehlmann lebt als freier Schriftsteller in Wien und Berlin.

Buchpatenschaft für den Monat Juni 2018

Im Juni stellen wir Ihnen eine besondere Patenschaft aus der Musikabteilung vor:
eine Partiturabschrift von Mozarts Klavierkonzert in d-Moll (KV 466).

Im frühen 19. Jahrhundert entstanden in verschiedenen europäischen Musikzentren große private Musiksammlungen, welche die Musik der Vergangenheit in Drucken, Autographen und Abschriften sammeln und so für die Wissenschaft und Nachwelt zu bewahren suchten. Zu diesen Sammlern gehörte Joseph Fischhof (*4. Apr. 1804 in Butschowitz / Mähren – †28. Juni 1857 in Wien), der zunächst ab 1822 Medizin studierte und sich nebenbei in Komposition und Klavier ausbilden ließ. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1827 widmete Fischhof sich ganz der Musik.  Von 1833 bis 1856 war er am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde als Professor angestellt und galt als glänzender Pianist.

Seine umfangreiche Musiksammlung ging 1859 nach Vermittlung von Julius Friedlaender großenteils in den Besitz der heutigen Staatsbibliothek Berlin. Josef Fischhof selbst dürfte die vorliegende Partiturabschrift von Mozarts d-Moll-Konzert aus dem Nachlass des Wiener Kontrabassisten und Musiklehrers Otto Hatwig erworben haben, der die Partiturabschrift laut Datumseinträgen zwischen dem 1. und 15. Januar 1831 anfertigte.

 

Titelblatt von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Concerto in D moll pour le Piano Forte, Nr. 13. Avec Accompagnement de deux Violons, deux Violes, Flute…(KV 466). Partiturabschrift von Otto Hatwig (1766-1834) aus dem Jahr 1831. Bibliothekssignatur: Mus.ms. 15483/1.

Mozart, Wolfgang Amadeus (1756-1791): Concerto in D moll pour le Piano Forte, Nr. 13. Avec Accompagnement de deux Violons, deux Violes, Flute…(KV 466).  Abschrift von Otto Hatwig (1766-1834) aus dem Jahr 1831.
Bibliothekssignatur: Mus.ms. 15483/1

120 S.; Pappband mit Marmorpapier bezogen.

Mozart schrieb nur zwei Klavierkonzerte in Moll; dieses ist das erste. Es entstand Anfang Februar 1785 in Wien und wurde bereits am 11. Februar im Wiener Casino „Zur Mehlgrube“ uraufgeführt, wobei Mozart selbst den Solopart übernahm. Das Klavierkonzert markiert einen Wendepunkt in Mozarts Konzertschaffen; “es beginnt die Reihe der großen Selbstzeugnisse, mit denen Mozart sich aus der Welt des Tages heraus- und in die Ewigkeit der Kunst hineinspielte” (Reclams Klaviermusikführer, Band 1, Stuttgart 1996, S. 579).

Der Vater Leopold Mozart nahm an der Uraufführung teil und lobte die Komposition als “ein vortreffliches Clavierkonzert” in einem Brief an die Tochter Marianne.

 

Nötige Reparaturen: Trocken reinigen, Überzugspapier am Rücken ablösen, Rücken neu hinterkleben, vorderen Deckel neu ansetzen, als hohler Rücken neu rekonstruieren und alte Rückenfragmente wieder aufbringen, Schutzverpackung.

Kalkulierte Kosten:  480 €

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Partiturabschrift restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Hinter den Kulissen – zwischen Büchern und Lesern

„Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen, heißt dem Haus eine Seele zu geben.“
– Marcus Tullius Cicero

Magazin der Staatsbibliothek

„Freiwilliges Soziales Jahr in einer Bibliothek? Ist ja voll langweilig, oder?“ Wie oft wir diese Frage nicht schon gehört haben. Wir – Julia und Anna,
FSJlerinnen des Jahrgangs 2017/18 – können darüber nur lachen. Das FSJ bietet einem die Möglichkeit in die Berufswelt hinein zu schnuppern.
Dabei ist es unsere Aufgabe, in verschiedenen Bereichen zu unterstützen und gleichzeitig bekommen wir einen Einblick in den Berufsalltag. Im Rahmen dieses kulturellen Jahres haben wir die Möglichkeit ein eigenständiges Projekt durchzuführen. Ohne konkrete Idee fuhren wir auf die erste Seminarfahrt, die von der Landesvereinigung für kulturelle Jugendbildung e. V. organisiert wurde und lernten uns dort kennen. Im Gespräch erfuhren wir, dass wir beide in Bibliotheken arbeiten. Schon bald fanden wir heraus, dass Bibliothek nicht gleich Bibliothek bedeuten muss und unsere Einsatzstellen ziemlich unterschiedlich sind. Schon war die Projektidee geboren!  Als wir uns gegenseitig in den Bibliotheken besucht haben, sind uns sofort einige Dinge aufgefallen.

Annas erste Eindrücke:

“Normalerweise arbeite ich in der großen wissenschaftlichen Staatsbibliothek und als ich dann mal wieder eine öffentliche Bibliothek betreten habe, dachte ich nur: „Das ist alles so niedlich hier.“ Zuerst waren wir in der Else-Ury-Bibliothek, einer kleinen Kinderbibliothek. Und wenn ich sage klein, dann meine ich wirklich klein. Überall gibt es bunt illustrierte Kinderbücher und kleine Kuschelecken, es ist richtig gemütlich. So gut wie alle Bücher sind frei zugänglich. Viele Mitarbeiter gibt es auch nicht, es herrscht ein vertrautes, freundschaftliches
Miteinander. Da die Kinder so viel Leben in die Bibliothek bringen, kommt aber auch nicht diese typische Lernatmosphäre auf, die man mit Bibliotheken verbindet. Die meisten Besucher sind Kinder mit ihren Eltern, in den anderen Zweigstellen der Stadtbibliothek, die wir besucht haben, eher Schulkinder und zum Teil auch Erwachsene. Nicht nur die angebotenen Bücher unterscheiden sich, sondern auch die Medien generell. Während man in der Staatsbibliothek neben Büchern vor allem auch elektronische Medien findet, gibt es in der öffentlichen Bibliothek viele Hörbücher, Filme, Brett und Computerspiele und sogar eReader zum Ausleihen.  Auch die Aufgaben in den Bibliotheken unterscheiden sich. In der öffentlichen Bibliothek gibt es viele Veranstaltungen für Kinder, wofür die Bibliotheken unter anderem sogar mit iPads ausgestattet sind.” 

Kinderabteilung der Zentralbibliothek

Julias erste Eindrücke:

“Bereits als ich die Gebäude der Staatsbibliothek von außen gesehen habe, wusste ich, dass es so einige Unterschiede zu meiner Einsatzstelle gibt. Meine ersten Gedanken waren: „Ist das riesig hier. Ist das riesig hier. Ist das riesig hier!“ Wobei mich das wohl nicht wundern sollte, immerhin besitzt die Staatsbibliothek eine unglaubliche Menge an Medien, die müssen ja irgendwo gelagert werden. Da sieht man dann auch schon einen wesentlichen Unterschied zu der Bibliothek, in der ich mein Freiwilliges Soziales Jahr leiste: Die Staatsbibliothek verfügt über ein sehr großes Magazin. Es macht schon was her, wenn man plötzlich so viele Bücher vor sich hat – für Buchliebhaber also das reinste Paradies, so viel Wissen auf einem Haufen. Wirklich beeindruckt hat mich auch die Atmosphäre, die in einer wissenschaftlichen Bibliothek herrscht und im krassen Gegensatz zu der in einer öffentlichen Bibliothek steht. Was mir auch sofort ins Auge gesprungen ist, waren die Signaturen und die Aufstellung der Medien, die mich auf den ersten Blick etwas überfordert haben. Auch das Arbeitsklima ist hier ganz anders, vor allem, da es hier viel mehr Mitarbeiter und Bereiche gibt.”

Magazin der Staatsbibliothek

Stabi-Lesesaal Potsdamer Straße

Je intensiver wir uns mit der Bibliothek der jeweils Anderen auseinandergesetzt haben, desto bewusster wurden uns die Unterschiede. Der Größenunterschied der Bibliotheken ist natürlich riesig. Wir haben dann die beiden großen Häuser der Staatsbibliothek Unter den Linden und Potsdamer Straße besucht. Beide Standorte befinden sich in denkmalgeschützten Gebäuden. Die Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg wirkt in ihren Zweigstellen dagegen eher gemütlich. Das spiegelt sich auch in der dort herrschenden Atmosphäre wieder. In den Lesesälen der Stabi haben wir mitbekommen, welch ein ruhiges und konzentriertes Arbeitsklima dort herrscht. Hier findet man vor allem viele Studenten, die für sich alleine arbeiten. In der öffentlichen Bibliothek hingegen tauchen wir in eine sehr lebendige Atmosphäre ein, da man hier auf Familien mit eher jüngeren Kindern trifft, die hier ihre Freizeit verbringen und dabei erste Kontakte mit Büchern knüpfen können. Die Eltern können währenddessen auf ein ebenfalls großes Angebot an Erwachsenenliteratur zurückgreifen.

Stabi-Lesesaal Unter den Linden

Uns fiel auf, dass sich die Literaturangebote in einer wissenschaftlichen und einer öffentlichen Bibliothek generell sehr stark voneinander unterscheiden. Die Staatsbibliothek verfügt über ungefähr elf Millionen Medien von denen jedes nur ein einziges Mal und in seiner Originalsprache vorhanden ist. Außerdem ist die Stabi eine Archivbibliothek, weshalb jedes Medium behalten wird. Da sie teilweise schon zu alt oder wertvoll sind, muss darauf geachtet werden, dass nicht alle Bücher mit nach Hause genommen werden dürfen. Um dem gerecht zu werden, gibt es riesige Magazine und sogar eine hauseigene Buchbinderei. Bei so einer Menge an Büchern besteht die Gefahr schnell den Überblick zu verlieren, weshalb es eine strenge Systematik gibt, nach der die Medien geordnet werden. In der Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg müssen durchaus auch mal Medien aufgrund von schlechten Ausleihzahlen und Platzmangel aussortiert werden. Auch wenn es weniger Medien gibt, sprechen diese eine breitere Masse an, denn sie sind nicht so fachspezifisch. Das breite Angebot an Filmen, Hörbüchern, Brett- und Computerspiele ist frei zugänglich und ausleihbar und es besteht sogar die Möglichkeit eReader und Tiptoi-Stifte auszuleihen. Des Weiteren trafen wir auf einen großen Unterschied in der technischen Ausstattung.

In der Stadtbücherei und in der Staatsbibliothek findet man elektronische Medien, in der öffentlichen Bibliothek gibt es sogar iPads und Beamer, die Kinderveranstaltungen zur Verfügung stehen. Um sich etwas in den Stadtbibliotheken auszuleihen, kann man die dort vorhandenen Ausleih- und Rückgabeautomaten selbstständig nutzen. In der Stabi sieht das anders aus. Da diese Automaten über die RFID-Tags laufen, gibt es dieses System in der Stabi noch nicht, denn noch nicht alle elf Millionen Bücher konnten bis jetzt mit so einem Tag versehen werden. Daher muss man hier die Medien in der Leihstelle ausleihen und abgeben. Wie wir selbst bemerkt haben, unterscheidet sich dadurch der Nutzerkontakt, denn in der wissenschaftlichen Bibliothek gibt es für Ausleihe, Rückgabe, Anmeldung und Auskunft separate Theken. In der Stadtbibliothek hingegen gibt es eine Servicetheke.

Else-Ury-Bibliothek

Da die Stadtbibliothek zum Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) gehört, stellen die meisten Leser dazu Fragen. Um neue Bücher anzuschaffen und zurück an ihre Plätze zu stellen, durchlaufen sie in der Staatsbibliothek viele verschiedene „Stationen“, für die viele Mitarbeiter benötigt werden. In der Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg gestaltet sich das aufgrund ihrer Größe wesentlich einfacher, sodass die einzelnen „Stationen“ hier zusammengefasst werden können. Abschließend können wir sagen, dass die genannten Unterschiede auch Unterschiede für uns im FSJK bedeuten. Julias hauptsächlicher Aufgabenbereich liegt in der Veranstaltungsarbeit, größtenteils mit Kindern, und bei Anna handelt es sich vor allem um die direkte Arbeit mit wissenschaftlichen Medien. Wir können beide von unserem Freiwilliges Soziales Jahr sagen, dass es Abwechslung bietet, was man bei Anna daran sieht, dass sie in viele verschiedene
Bereiche hineinschauen kann und bei Julia, dass sie so unterschiedliche Zweigstellen besucht. Trotz allem sind uns ebenfalls viele Parallelen zwischen den Bibliothekssystemen einer öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliothek aufgefallen. Im Großen und Ganzen liegt der Unterschied grundlegend im Umfang der Aufgaben und in Bezug auf die genutzten Medien. Unser Projekt hat uns gezeigt, wie breit gefächert man den Begriff Bibliothek sehen kann und was hinter den Kulissen zwischen Büchern und Besuchern so passiert.

Unsere Eindrücke und Erkenntnisse haben wir nicht nur in Form dieses Beitrags festgehalten, sondern auch in Bildern. Diese werden zur Zeit im Cafe der Pablo- Neruda-Bibliothek in Friedrichshain-Kreuzberg ausgestellt.

Text und Bilder: Julia Großer und Anna-Sophie Otto